Bei Österreichs Brotgetreide entwickeln sich die gemeldeten Mengen unterschiedlich: Die Agrarmarkt Austria (AMA) weist in ihrem am 2. November veröffentlichten Marktbericht für Getreide und Ölsaaten für Juli und August 2026 eine vorläufige Marktleistung von 634.676 Tonnen Weichweizen aus. Im entsprechenden Vorjahreszeitraum waren es 687.618 Tonnen – ein Rückgang um 7,7 Prozent. Dinkel stieg dagegen von 20.206 auf 29.367 Tonnen, also um 45,3 Prozent.

Dinkel Österreich 2026: Zuwachs vor allem außerhalb des Bio-Segments

Die Zahlen umfassen konventionell und biologisch erzeugtes Getreide. Beim Bio-Dinkel blieb die erfasste Marktleistung mit 11.091 Tonnen nahezu auf Vorjahresniveau; der deutliche Zuwachs der Gesamtmenge entfällt damit rechnerisch vor allem auf konventionellen Dinkel. Auch Roggen lag mit 53.577 Tonnen etwas über dem Vorjahreswert von 50.809 Tonnen.

Die AMA bezeichnet diese Werte ausdrücklich als vorläufige Marktleistung aus den erfassten Getreidemeldungen. Sie beschreiben weder die gesamte Ernte noch die Menge, die einer einzelnen Mühle oder Bäckerei derzeit angeboten wird. Über die schwächeren Hektarerträge der Getreideernte 2026 hat die ÖBKZ bereits berichtet; der neue Bericht ergänzt dieses Bild um Mengen aus dem Marktgeschehen.

Marktbericht | Getreide und Ölsaaten | September 2026

Mühlen vermahlen weniger Weichweizen und mehr Dinkel

Ein Blick auf die Verarbeitung zeigt eine ähnliche Gegenbewegung, allerdings in anderem Ausmaß. Österreichs Mühlen vermahlten im Juli und August laut AMA 99.071 Tonnen Weichweizen, nach 104.683 Tonnen im Vorjahreszeitraum. Die Dinkelvermahlung stieg von 3.717 auf 4.436 Tonnen. Weichweizen bleibt damit für die Mühlen mengenmäßig mit Abstand wichtiger; der Dinkelzuwachs fällt von einer deutlich kleineren Ausgangsbasis aus.

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Für Bäckereien sind diese Daten ein Anlass, die eigene Rohstoffplanung mit ihren Mühlen zu besprechen. Aus einer höheren gemeldeten Dinkelmenge lässt sich weder eine bestimmte Mehlqualität noch ein günstigerer Einkaufspreis ableiten. Welche Eigenschaften die Mehle aus der Ernte 2026 in der Backstube zeigen, muss getrennt von den Marktmengen beurteilt werden.

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Marktmengen sind keine Mehlpreise

Auch Weizennotierungen, Vermahlungsmengen und der Preis eines konkreten Mehls sind verschiedene Größen. Für die nächste Bestellung zählen das benötigte Produkt, dessen Qualität sowie die vereinbarten Mengen und Lieferbedingungen. Die Einordnung von Börsenkursen und Mehleinkauf bleibt deshalb wichtig, wenn Betriebe die neuen AMA-Daten bewerten.

Der Getreidemarkt reicht zudem über die Backbranche hinaus: Ein Teil der Ernte wird als Futtermittel verarbeitet, sodass Witterung und Rohstoffkosten auch landwirtschaftliche Betriebe beschäftigen. Über diese Belastungen in der Tierhaltung berichtet Fleisch & Co. Ob sich die jetzt erfasste Mengenverschiebung bei Weichweizen und Dinkel auf die Angebote heimischer Mühlen auswirkt, werden erst weitere Marktdaten und die tatsächlichen Einkaufskonditionen der Betriebe zeigen.