Die Getreideernte 2026 in Österreich fällt bei vielen wichtigen Kulturen deutlich schwächer aus als im Vorjahr. Die aktuelle Sommerertragserhebung der Agrarmarkt Austria (AMA) bestätigt damit den bereits Anfang August prognostizierten Rückgang der Hektarerträge. Besonders betroffen sind Weichweizen, Sommergerste und Roggen.

Weichweizen verliert deutlich

Beim konventionellen Weichweizen wurden 2026 durchschnittlich 59,6 dt/ha erreicht. Im Vorjahr waren es noch 69,1 dt/ha.

Besonders deutlich fällt der Rückgang in Niederösterreich aus. Im wichtigsten Anbaugebiet wurden heuer 53,8 dt/ha erzielt. Das sind 18 Prozent weniger als 2025, als der Ertrag noch bei 65,8 dt/ha lag.

Schon im Frühjahr hatte sich abgezeichnet, dass sich die heimische Rohstoffbasis verändert. Laut AMA-Flächendaten sank die Weichweizenfläche 2026 auf einen historischen Tiefstand. Gleichzeitig wurde die diesjährige Weizenernte durch die hohen Temperaturen außergewöhnlich früh beschleunigt. Die Ernte startete in manchen Regionen mehr als zehn Tage früher als üblich.

Wintergerste hält sich am besten

Unter den im Sommer geernteten Getreidearten schnitt die Wintergerste am besten ab. Mit durchschnittlich 67,6 dt/ha profitierte sie von ihrer früheren Entwicklung und war den Hitzewellen weniger lange ausgesetzt als etwa der Weichweizen.

Auch bei der Wintergerste wurde das Niveau der vergangenen Jahre allerdings nicht erreicht. In Niederösterreich lag der Ertrag bei 58,3 dt/ha und damit klar unter dem Rekordwert von 68,2 dt/ha aus dem Jahr 2025.

Deutlich besser entwickelte sich Oberösterreich. Dort wurden 78,6 dt/ha erreicht. Das Ergebnis liegt nur knapp unter dem Vorjahresrekord.

Sommergerste besonders stark betroffen

Deutlich stärker fiel der Einbruch bei der konventionellen Sommergerste aus. Mit durchschnittlich 38,1 dt/ha blieb sie weit hinter den Ergebnissen der vergangenen Jahre zurück. 2025 waren noch 53,0 dt/ha erreicht worden, 2024 waren es 50,1 dt/ha.

In Niederösterreich, dem wichtigsten Anbaugebiet, lag der Ertrag bei 37,3 dt/ha. Kärnten erreichte 46,7 dt/ha, die Steiermark 52,2 dt/ha. In diesen beiden Bundesländern sind die Produktionsflächen allerdings deutlich kleiner.

Roggen fällt auf 49,6 dt/ha

Auch beim Roggen konnte das Vorjahresniveau nicht gehalten werden. Der konventionelle Ertrag lag 2026 bei durchschnittlich 49,6 dt/ha. 2025 waren es noch 62,9 dt/ha.

Damit wurde zwar das Mehrjahrestief von 48,9 dt/ha aus dem Jahr 2024 knapp übertroffen, gegenüber dem Vorjahr bleibt der Rückgang dennoch erheblich.

Besonders deutlich zeigt sich die Entwicklung erneut in Niederösterreich. Dort sank der Roggenertrag von 61,8 dt/ha im Vorjahr auf 45,8 dt/ha.

Triticale mit moderaterem Rückgang

Weniger stark sind die Einbußen bei Triticale. Mit 60,1 dt/ha liegt der diesjährige Ertrag unter den 67,7 dt/ha aus dem Jahr 2025, aber weiterhin über dem Ergebnis von 2024 mit 57,6 dt/ha.

Auch Ölraps verliert zweistellig

Deutliche Rückgänge gibt es auch beim Ölraps, dessen Produktion sich vor allem auf Niederösterreich und Oberösterreich konzentriert.

In Niederösterreich wurden 23,5 dt/ha erzielt. Das entspricht einem Minus von 18 Prozent gegenüber dem Vorjahr, als noch 28,5 dt/ha erreicht wurden.

In Oberösterreich fiel der Rückgang mit 21 Prozent noch stärker aus. Der Hektarertrag sank von 40,1 dt/ha im Jahr 2025 auf 31,5 dt/ha.

Die Entwicklung bei den Erträgen trifft auf eine Anbaustruktur, die sich 2026 ebenfalls verschoben hat. Während Weichweizenfläche verloren ging, legten unter anderem Roggen und Ölsaaten zu. Die AMA-Flächenauswertung 2026 zeigt diese Veränderungen im österreichischen Ackerbau im Detail.

Witterung drückt Österreichs Erträge

Die Ergebnisse der AMA-Sommerertragserhebung zeigen insgesamt ein deutlich schwächeres Erntejahr. Während Wintergerste und einzelne Regionen noch vergleichsweise hohe Werte erreichen, liegen die Hektarerträge bei den meisten wichtigen Kulturen klar unter dem Vorjahresniveau.

Bereits im Juli wurde für Österreich eine um 14,6 Prozent niedrigere Getreideproduktion erwartet. Trockenheit und Hitze hatten die Ertragsaussichten früh belastet. Die nun vorliegenden AMA-Ertragsdaten bestätigen dieses Bild bei den wichtigsten Getreidearten. :contentReference[oaicite:0]{index=0}

Für Mühlen, Bäckereien und die gesamte weiterverarbeitende Lebensmittelwirtschaft rücken damit neben der verfügbaren Menge auch Qualität und Preisentwicklung stärker in den Fokus. Die internationalen Getreidepreise zeigten sich zuletzt vergleichsweise stabil, während die Produktionskosten in Österreich hoch bleiben. Mehr zur Entwicklung der Getreidepreise und Produktionskosten lesen Sie hier.