Wenn am 1. Oktober der Tag des Kaffees gefeiert wird, steht nicht nur eines der beliebtesten Getränke Österreichs im Mittelpunkt. Der Aktionstag lenkt den Blick auch auf jene Betriebe, in denen aus Bohnen, Wasser und handwerklichem Können ein besonderer Genussmoment entsteht.

Welche Erwartungen Gäste heute an Kaffee haben, zeigt der neue Kaffeereport von Marketagent. Die gemeinsam mit Kanzi Kaffee erstellte Studie liefert zugleich Anhaltspunkte dafür, wie Bäckereien, Konditoreien, Kaffeehäuser und andere gastronomische Betriebe ihr Angebot weiterentwickeln können.

Kaffeekonsum in Österreich: Fast die Hälfte trinkt mehrmals täglich

Kaffee ist fest in den täglichen Routinen der österreichischen Bevölkerung verankert. 69,6 Prozent der Befragten trinken ihn mindestens einmal am Tag. 47,8 Prozent greifen sogar mehrmals täglich zur Tasse. Lediglich 10,9 Prozent verzichten vollständig auf Kaffee.

Unter den 891 Befragten, die zumindest gelegentlich Kaffee trinken, bezeichnen sich 78,7 Prozent als Kaffeeliebhaber:innen. Wie eng das Getränk mit dem persönlichen Tagesablauf verbunden ist, zeigt auch die Frage nach einem möglichen Verzicht: 62,8 Prozent würde es sehr oder eher schwerfallen, ohne Kaffee auszukommen.

Genuss ist wichtiger als die Wirkung von Koffein

Die wichtigste Erkenntnis für Betriebe betrifft das Konsummotiv. Kaffee wird in Österreich keineswegs nur getrunken, um wach zu werden. Für 62,1 Prozent der Kaffeetrinker:innen stehen Geschmack und Genuss an erster Stelle.

Erst danach folgen die Gewohnheit beziehungsweise das Gefühl, Kaffee gehöre einfach zum Alltag, mit 40,8 Prozent sowie der Wunsch nach Wachheit und neuer Energie mit 39,4 Prozent. Für 34,7 Prozent spielt außerdem die Geselligkeit eine wichtige Rolle.

Die emotionale Bedeutung reicht noch weiter: 87,4 Prozent verbinden den Duft von Kaffee mit positiven Gefühlen. 87,1 Prozent betrachten eine Tasse Kaffee als kleine Auszeit im Alltag, während 83,1 Prozent der Aussage zustimmen, dass Kaffee Menschen zusammenbringt.

Für die Gastronomie bedeutet das: Verkauft wird nicht allein ein Getränk. Entscheidend ist das gesamte Erlebnis aus Duft, Geschmack, Atmosphäre, Service und persönlicher Pause.

Beliebteste Kaffeespezialität 2026: Cappuccino vor Espresso

Bei der Auswahl der Kaffeespezialitäten liegt der Cappuccino klar an der Spitze. Genau 50 Prozent der zumindest gelegentlichen Kaffeetrinker:innen bestellen oder trinken ihn nach eigenen Angaben zumindest fallweise.

Auf den weiteren Plätzen folgen Espresso mit 36,2 Prozent und Verlängerter beziehungsweise schwarzer Kaffee mit 34,8 Prozent. Überraschend stark schneidet der Eiskaffee ab: Mit 30,5 Prozent liegt er noch vor Milchkaffee beziehungsweise Caffè Latte mit 27,6 Prozent und Latte macchiato mit 26,9 Prozent.

Die österreichische Melange erreicht 22 Prozent. Filterkaffee kommt auf 18,7 Prozent, Kleiner oder Großer Brauner auf 18,3 Prozent. Cold Brew bleibt mit 4,2 Prozent ein Nischenprodukt. Da bei dieser Frage Mehrfachnennungen möglich waren, bilden die Ergebnisse keine ausschließliche Lieblingswahl ab. Sie zeigen vielmehr, welche Getränke zum persönlichen Kaffeerepertoire der Befragten gehören.

Milch und pflanzliche Alternativen gehören auf die Kaffeekarte

63,1 Prozent trinken ihren Kaffee üblicherweise mit Milch oder einer pflanzlichen Alternative. Kuhmilch bleibt mit 54,9 Prozent die mit Abstand häufigste Wahl. 8,2 Prozent verwenden Hafer-, Soja-, Mandel- oder andere pflanzliche Alternativen.

Bei der Generation Z liegt deren Anteil allerdings bereits bei 16,2 Prozent. Für Betriebe ist eine pflanzliche Alternative deshalb längst mehr als ein kurzfristiger Trend. Entscheidend sind eine verlässliche Verfügbarkeit, eine klare Kennzeichnung und ein Produkt, das geschmacklich sowie beim Aufschäumen überzeugt.

33,9 Prozent trinken ihren Kaffee schwarz. Männer tun dies mit 39,7 Prozent deutlich häufiger als Frauen mit 28,3 Prozent. Auf Zucker und andere Süßungsmittel verzichten insgesamt 64,8 Prozent.

Milde Kaffeeröstungen treffen den Geschmack der Mehrheit

Beim Röstprofil bevorzugen 42 Prozent einen milden und ausgewogenen Kaffee ohne dominante Geschmacksnoten. 31,2 Prozent entscheiden sich eher für dunkle, kräftige und schokoladige Röstungen mit wenig Säure.

Helle, fruchtige Röstungen mit lebendiger Säure und komplexeren Aromen sprechen 9,3 Prozent an. Weitere 17,4 Prozent haben keine eindeutige Präferenz.

Für ein breites gastronomisches Angebot empfiehlt sich damit eine harmonische und leicht zugängliche Hausröstung. Eine kräftigere Espressoröstung oder ein heller Spezialitätenkaffee kann das Sortiment ergänzen und eine klar definierte Zielgruppe ansprechen.

Bei Kaffee müssen Preis und Qualität zusammenpassen

Das Preis-Leistungs-Verhältnis ist für 87,1 Prozent der Kaffeetrinker:innen sehr oder eher wichtig. Fast gleichauf folgt die Qualität der Bohnen und ihrer Verarbeitung mit 86 Prozent.

Auch Intensität beziehungsweise Stärke und Aroma besitzen mit 83,4 beziehungsweise 81,2 Prozent einen hohen Stellenwert. Die Art und Sorgfalt der Röstung ist für 64,7 Prozent relevant. Zertifizierungen und Siegel erreichen 57,2 Prozent, die Marke 53,5 Prozent und das Herkunftsland 46,5 Prozent.

Herkunft, Zertifizierung und handwerkliche Verarbeitung sind damit keineswegs bedeutungslos. Die Ergebnisse zeigen jedoch, dass diese Eigenschaften gegenüber den Gästen in einen verständlichen Qualitäts- und Geschmacksnutzen übersetzt werden sollten. Informationen über Anbaugebiet oder Röstung wirken besonders dann, wenn klar wird, was sie für Aroma und Genuss in der Tasse bedeuten.

Barista-Qualität wertet Kaffee und Betriebe auf

Professionelles Kaffeehandwerk wird von einer deutlichen Mehrheit geschätzt. 83,1 Prozent legen Wert darauf, dass Kaffee mit Sorgfalt und Können zubereitet wird. 81,5 Prozent sind überzeugt, dass handwerkliche Zubereitung Kaffee und Kaffeehäuser aufwertet. Für 73 Prozent macht ein guter Barista einen spürbaren Unterschied.

Insgesamt interessieren sich 69,9 Prozent für Barista-Kunst. Verbunden wird sie vor allem mit Qualität und Sorgfalt, Handwerk und Können sowie besonderem Geschmack. Selbst erlernen möchten die professionelle Zubereitung allerdings nur 44,4 Prozent.

Für Betriebe liegt die Chance daher vor allem in einem sichtbaren, aber leicht verständlichen Kaffeeerlebnis. Dazu gehören eine korrekt eingestellte Maschine, frisch gemahlene Bohnen, sorgfältig aufgeschäumte Milch und Mitarbeitende, die kurze Fragen zu Röstung, Herkunft und Geschmack beantworten können.

Tag des Kaffees 2026: WKNÖ unterstützt Aktionen in der Gastronomie

Der Österreichische Kaffee- und Teeverband begeht den Tag des Kaffees seit 2002 jährlich am 1. Oktober. 2026 sollen erneut die Vielfalt des Getränks, die heimische Kaffeekultur und das dahinterstehende Handwerk in den Mittelpunkt rücken.

Die Fachgruppe Gastronomie der Wirtschaftskammer Niederösterreich lädt ihre Mitgliedsbetriebe dazu ein, den Aktionstag mit eigenen Ideen aufzugreifen. Gefördert werden die 100 interessantesten Aktivitäten mit 50 Prozent der nachgewiesenen Nettokosten. Die Unterstützung beträgt maximal 100 Euro pro Fachgruppenmitglied.

Nach der Durchführung müssen die Kostennachweise gemeinsam mit der Bankverbindung an die Fachgruppe übermittelt werden. Solange der Vorrat reicht, können Betriebe außerdem kostenlose Plakate sowie Schokoladeherzen als Beigabe zum Kaffee anfordern. Alle Details und Anmeldeunterlagen sind auf der Informationsseite der Wirtschaftskammer Niederösterreich zum Tag des Kaffees 2026 abrufbar.

Die Förderung richtet sich an Mitglieder der Fachgruppe Gastronomie der WKNÖ. Bäckereien und Konditoreien mit angeschlossenem Café sollten deshalb vorab klären, ob ihr Betrieb die Voraussetzungen erfüllt.

So können Bäckereien und Konditoreien den Tag des Kaffees nutzen

Für Bäckereien und Konditoreien liegt der besondere Vorteil darin, Kaffee mit passenden Backwaren und Mehlspeisen verbinden zu können. Schon kleine Aktionen können das Handwerk sichtbar machen und Gästen einen zusätzlichen Anlass für einen Besuch geben.

  • Kaffee-und-Gebäck-Verkostungen mit ausgewählten Kombinationen
  • ein spezielles Frühstück oder Nachmittagsangebot zum Tag des Kaffees
  • die Präsentation einer Hausröstung oder eines regionalen Röstpartners
  • kleine Vergleichsverkostungen unterschiedlicher Röstprofile
  • Latte-Art- oder Barista-Vorführungen
  • kurze Informationen zu Bohnen, Röstung und Zubereitung
  • eine limitierte Kaffee-Mehlspeisen-Kreation

Wichtig ist, dass die Aktion zum jeweiligen Betrieb passt. Eine kleine, gut erklärte Verkostung kann glaubwürdiger wirken als ein aufwendiges Programm ohne Verbindung zum eigenen Sortiment.

Kaffee bietet Potenzial für Profilierung und Zusatzgeschäft

Die Ergebnisse des Kaffeereports zeigen, dass Gäste bei Kaffee genau hinsehen. Sie erwarten ein stimmiges Preis-Leistungs-Verhältnis, eine verlässliche Qualität und eine sorgfältige Zubereitung. Gleichzeitig verbinden sie das Getränk mit Genuss, Pause und Geselligkeit.

Damit wird Kaffee für Bäckereien, Konditoreien und gastronomische Betriebe zu einem wichtigen Profilierungsinstrument. Wer Bohnenauswahl, Zubereitung und die Kombination mit dem eigenen Sortiment überzeugend inszeniert, schafft nicht nur einen zusätzlichen Kaufanlass. Er stärkt auch jene Eigenschaften, die Gäste mit einer guten Tasse Kaffee verbinden: Handwerk, Gastlichkeit und einen kurzen besonderen Moment im Alltag.

Kaffeereport 2026 – Gewohnheiten, Trends und Rituale rund um das beliebte Heißgetränk

Zur Studie: Für den Kaffeereport 2026 führte Marketagent zwischen 25. Februar und 3. März 2026 insgesamt 1.000 Online-Interviews mit Personen zwischen 14 und 75 Jahren in Österreich durch. Die Stichprobe wurde nach Angaben des Instituts quotiert, gewichtet und repräsentativ angelegt. Zahlreiche Detailfragen wurden ausschließlich den 891 Personen gestellt, die zumindest gelegentlich Kaffee trinken. Der Report ist eine Eigenstudie von Marketagent in Kooperation mit Kanzi Kaffee.