17,9 Millionen Automatenverkäufe: So snackt Österreich in der Pause
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Um sieben Uhr wird bei café+co besonders viel Kaffee gekauft. Ab elf Uhr wächst an den Automaten die Nachfrage nach Snacks und Verpflegung, um zwölf Uhr erreicht sie ihren Höhepunkt. Der am 28. September veröffentlichte Pausenreport 2026 macht sichtbar, wie sich Käufe im Laufe eines Arbeitstags verschieben. Für Bäckereien und Konditoreien mit Café oder Mitnahmetheke ist das ein interessanter Vergleichswert – auch wenn ihre Gäste nicht nach demselben Muster einkaufen müssen.
café+co Pausenreport 2026: die wichtigsten Daten auf einen Blick
- Datenbasis: Rund 17,9 Millionen per Telemetrie erfasste Verkäufe an österreichischen café+co Automaten von März bis August 2026.
- 7 Uhr: Stärkste Kaffeezeit an den ausgewerteten Automaten.
- 9 Uhr: Vormittagsspitze mit Nachfrage nach Kaffee, Snacks und Kaltgetränken.
- 11 bis 12 Uhr: Snacks und Verpflegung werden ab elf Uhr häufiger gekauft; um zwölf Uhr ist die Nachfrage besonders stark.
- 12 bis 13 Uhr: Auch Kaffee bleibt gefragt, während Kaltgetränke an Bedeutung gewinnen.
- 14 und 16 Uhr: Weitere erkennbare Kaffeezeiten am Nachmittag.
- Kaffee-Ranking: Cappuccino vor Großem Braunen und Latte Macchiato; danach folgen Kaffee schwarz, Espresso und Melange.
- Snacks und Kaltgetränke: Energydrinks stehen im ausgewerteten Angebot vor süßen Riegeln und koffeinhaltigen Limonaden.
- Bezahlung: Rund zwei Drittel des Automatenumsatzes entfallen auf bargeldlose Zahlungen, etwa ein Drittel auf Barzahlung.
- Wochentage und Regionen: Innerhalb der ausgewerteten Verkäufe berichtet café+co keine nennenswerten Unterschiede bei Pausenzeiten und Produktvorlieben.
Für die Bäckerei zählen die Kaufanlässe hinter den Uhrzeiten
„Die beste Pause sieht nicht zu jeder Tageszeit gleich aus“, sagt Fritz Kaltenegger, Geschäftsführer von café+co International. In einer Bäckerei kann der frühe Kaufanlass ein Kaffee mit Kipferl oder Weckerl sein, zu Mittag eher eine herzhafte Jause. Am Nachmittag rücken Kaffee und Mehlspeisen in den Vordergrund. Das sind Möglichkeiten für die Sortimentsplanung, keine aus den Automatendaten abgeleiteten Verkaufsprognosen.
Entscheidend ist, was am eigenen Standort tatsächlich geschieht. Eine Filiale am Bahnhof kann ihre stärkste Frequenz früh am Morgen haben, während ein Café in einer Wohngegend später beginnt und länger besetzt bleibt. Kassenberichte nach Stunden und Produktgruppen zeigen, wann Kaffee gemeinsam mit Gebäck gekauft wird, welche Snacks zu Mittag gefragt sind und wie viel vorbereitete Ware übrig bleibt. Erst mit diesen Zahlen lassen sich Produktionsmengen, Thekenbesetzung und Angebote verlässlich aufeinander abstimmen.
Bei pikanten Snacks kommt es außerdem auf die Ausführung an: Gebäck, Füllung, Temperatur und einfache Essbarkeit müssen zusammenpassen. Auch eine Zusammenarbeit mit anderen Lebensmittelhandwerken kann sinnvoll sein. Welche Rolle das passende Gebäck bei warmen Mitnahmesnacks spielt, zeigt Fleisch & Co am Beispiel des Fleischerhandwerks.
Verkäufe am Automaten und Vorlieben bei der Befragung messen Verschiedenes
Das Kaffee-Ranking von café+co beschreibt Käufe aus dem Angebot des Unternehmens. Der Kaffeereport von Marketagent und Kanzi Kaffee beruht dagegen auf einer Befragung von 1.000 Menschen zwischen 14 und 75 Jahren in Österreich. Dort ging es unter anderem darum, welche Kaffeespezialitäten die Befragten zumindest gelegentlich trinken und warum sie Kaffee wählen. Die ÖBKZ hat diese Konsumvorlieben bereits eingeordnet. Die Ranglisten sollten nicht wie zwei Messungen desselben Warenkorbs verglichen werden.
Ähnliches gilt für die Bezahlung: Zwei Drittel bargeldloser Umsatz bedeuten nicht, dass zwei Drittel aller Käufe bargeldlos waren. Für einen Betrieb mit starkem Morgen- oder Mittagsgeschäft kann die Angabe dennoch ein Anlass sein, die eigenen Zahlungsarten und Wartezeiten an der Kassa anzusehen.
Die Automatendaten ersetzen keine Verkaufszahlen der Bäckerei
Der große Umfang der Auswertung ist ihre Stärke, ihre Reichweite zugleich ihre Grenze. café+co erfasst Verkäufe an eigenen Automaten zwischen März und August 2026. Die Ergebnisse sind nach ausdrücklichem Hinweis des Unternehmens keine repräsentative Bevölkerungsumfrage; sie sagen auch nichts über Absatz, Wareneinsatz oder Abschriften einer bestimmten Bäckerei aus. Dass salzige Snacks im Automatenranking hinter Energydrinks und süßen Riegeln liegen, ist daher kein Beleg gegen ein herzhaftes Mittagsangebot an einer gut gelegenen Bäckereitheke.
Der Tag des Kaffees am 1. Oktober bietet einen passenden Anlass für einen kleinen Praxistest: etwa ein klar begrenztes Angebot zu einer ausgewählten Tageszeit. Aussagekräftig wird der Versuch, wenn der Betrieb anschließend Verkäufe, Arbeitsaufwand und übrig gebliebene Ware mit einem gewöhnlichen Tag vergleicht. Dann zeigt sich, ob der Pausenrhythmus aus dem Report auch zur eigenen Kundschaft passt.


