Vandemoortele bündelt Kräfte mit Délifrance
Editor öffnen
Vandemoortele und Délifrance können nach den erforderlichen kartellrechtlichen Freigaben künftig als ein Unternehmen agieren. Damit entsteht ein deutlich größerer europäischer Anbieter im Backwarenmarkt. Der kombinierte Geschäftsbereich umfasst rund 6.000 Mitarbeiter an 41 Produktionsstandorten in Europa, den USA und Asien und kommt auf einen gemeinsamen Umsatz von nahezu 2,2 Milliarden Euro.
Die Übernahme von Délifrance durch Vandemoortele war bereits Ende Dezember 2025 erfolgt. Die Europäische Kommission hatte der Transaktion am 18. Dezember 2025 unter Auflagen zugestimmt. Vorgesehen ist unter anderem die Veräußerung der Délifrance-Werke Béthune und Avignon sowie damit verbundener französischer Kundenbeziehungen.
Bis zur Zustimmung der britischen Wettbewerbsbehörde mussten beide Unternehmen weiterhin getrennt geführt werden. Diese Hürde ist nun gefallen. Die britische Behörde hat ihre sogenannte Initial Enforcement Order aufgehoben. Bedingung ist die Veräußerung des Vandemoortele-Werks Worcester einschließlich dazugehöriger britischer Kundenbeziehungen.
Gemeinsamer Marktauftritt
Mit der Freigabe beginnt für beide Unternehmen nun die operative Zusammenführung. Der bisherige Geschäftsbereich Bakery Products von Vandemoortele wird künftig unter dem Namen Vandemoortele Délifrance auftreten.
Die neue Bezeichnung soll die Verbindung der beiden Unternehmen auch nach außen sichtbar machen. Strategisch geht es vor allem darum, Produktionskapazitäten, Sortimentsbreite und Marktzugang zu bündeln.
Vandemoortele bringt sein bestehendes Backwarengeschäft und seine operative Infrastruktur ein, Délifrance unter anderem seine starke Position im französischen Markt, seine Marke und sein Know-how in Brot, Viennoiserie, Patisserie und herzhaften Produkten.
41 Standorte und 2,2 Milliarden Euro Umsatz
Die Dimension der neuen Einheit ist erheblich. Rund 6.000 Mitarbeiter arbeiten künftig an insgesamt 41 Produktionsstandorten in Europa, den USA und Asien. Der gemeinsame Umsatz liegt bei nahezu 2,2 Milliarden Euro.
Damit stärkt Vandemoortele nicht nur seine Produktionsbasis, sondern verbreitert auch das Bäckereisortiment und die Präsenz in mehreren europäischen Märkten.
Für Bäckerei- und Konditoreibetriebe ist die Entwicklung vor allem deshalb relevant, weil zwei bereits stark etablierte Zulieferer und Produzenten ihre Strukturen künftig gemeinsam nutzen. Das kann sich insbesondere auf Sortiment, Produktentwicklung, Verfügbarkeit und Innovationsgeschwindigkeit auswirken.
Délifrance bringt Patisserie-Kompetenz ein
Délifrance wurde 1978 gegründet und hat sich auf Brot, Viennoiserie, Patisserie und herzhafte Produkte spezialisiert. Beliefert werden sowohl Einzelhandel und Foodservice als auch traditionelle Bäckereien.
Vor dem Eintritt in die Vandemoortele Gruppe beschäftigte Délifrance 3.369 Mitarbeiter an 14 Produktionsstandorten in Europa und Asien und erzielte zuletzt einen Jahresumsatz von rund einer Milliarde Euro.
Vandemoortele wiederum ist ein belgisches Familienunternehmen mit mehr als 125 Jahren Unternehmensgeschichte. Vor der Übernahme von Délifrance erzielte der Konzern 2025 mit 4.458 Mitarbeitern einen Umsatz von rund 2,21 Milliarden Euro. Das Unternehmen war zu diesem Zeitpunkt mit 35 Produktionsstätten in Europa und einer weiteren in den USA vertreten.
Kontinuität für Kunden
Für bestehende Kunden soll sich kurzfristig möglichst wenig ändern. Robert O’Boyle, Geschäftsführer von Délifrance, betont, dass die bekannten Teams weiterhin Ansprechpartner bleiben sollen. Zugleich sollen Kunden Zugang zu einer größeren Produktionsbasis, breiterem Know-how und zusätzlicher Investitionskraft erhalten.
Auch Peter Boone, Managing Director Bakery Products, sieht in der Verbindung vor allem Potenzial für Produktentwicklung und Wachstum. Genannt werden vertiefte Kategorienkompetenz, Innovationen und ein stärkerer Fokus auf kundenspezifische Lösungen.
Größerer Player im europäischen Backwarenmarkt
Mit Vandemoortele Délifrance entsteht damit ein Anbieter, der von Brot und Viennoiserie bis zu Patisserie und herzhaften Produkten deutlich breiter aufgestellt ist als bisher.
Für die Branche dürfte besonders interessant werden, wie schnell die beiden Produktwelten tatsächlich zusammengeführt werden und welche neuen Sortimente und Konzepte daraus entstehen. Klar ist bereits jetzt: Mit rund 6.000 Mitarbeitern, 41 Produktionsstandorten und einem Umsatz von knapp 2,2 Milliarden Euro steigt das Gewicht des neuen Unternehmens im europäischen Backwarenmarkt deutlich.


