Südtirol ist bekannt für seine regionalen Spezialitäten und seine vielfältigen kulturellen Einflüsse. Auch die Brotkultur der Region ist einzigartig gewachsen: Sie verbindet österreichische, deutsche und italienische Traditionen, hat aber gleichzeitig ihre ganz eigene Entwicklung genommen. Während in vielen Regionen Österreichs und Deutschlands der klassische Brotlaib seit Generationen zum Alltag gehört, spielt er in Südtirol auch heute noch eine untergeordnete Rolle. Traditionell stehen hier vor allem kleinere Brote, Brötchen und typische Vinschgauer Fladenbrote im Mittelpunkt. Diese wurden eher gebrochen oder in Stücke geteilt, als in gleichmäßige Scheiben geschnitten.
„Für den Südtiroler ist Brot eigentlich alles, was der Bäcker macht und nicht süß ist“, erklärt Benjamin Profanter, Inhaber der Natur-Backstube Profanter. Dazu gehören ganz unterschiedliche Produkte wie Semmeln, Brezen, Grissini, Baguettes oder andere herzhafte Backwaren. Der klassische große Brotlaib, wie ihn viele Kunden aus Deutschland oder Österreich kennen, war dagegen lange gar nicht präsent.
Genau diese Besonderheit macht die Entwicklung bei der Bäckerei Profanter einzigartig. Denn der Betrieb möchte Brot in Südtirol stärker in den Mittelpunkt rücken – und setzt dabei auf einen Service, der in vielen anderen Regionen längst selbstverständlich ist: professionelles Brotschneiden.

Ein Betrieb mit eigenem Weg

Benjamin Profanter, Bäckermeister und erster sowie einziger Brot-Sommelier Südtirols, führt gemeinsam mit seinem Team einen Betrieb, der sich bewusst für neue Wege entschieden hat. Die Natur-Backstube war 2011 die erste voll auf Bio-Produktion umgestellte Bäckerei Südtirols und versteht sich als Pionier für nachhaltiges und verantwortungsvolles Bäckerhandwerk.
Die Geschichte der Bäckerei Profanter reicht bis ins Jahr 1967 zurück. In den 1980er-Jahren erfolgte der Schritt in einen größeren Produktionsbetrieb. Benjamin Profanter führt damit eine Entwicklung fort, die bereits sein Vater früh geprägt hat: den Mut, den Betrieb weiterzuentwickeln und neue Möglichkeiten zu nutzen.
Ursprünglich wuchs das Unternehmen über zahlreiche Filialen. Zeitweise gehörten rund 15 Verkaufsstellen zum Betrieb. Mit der zunehmenden Ausrichtung auf Bio änderte sich jedoch die Strategie grundlegend. „Wir haben als reine Bio-Bäckerei praktisch schon vor vielen Jahren die Nische als Lieferant von Bio-Backwaren für den Groß- und Fachhandel sowie die Hotellerie und Gastronomie für uns entdeckt“, beschreibt Profanter die Entwicklung.
Die Entscheidung für Bio war zu einer Zeit, in der Bio-Brot noch längst kein selbstverständlicher Bestandteil des Marktes war, ein bewusster Schritt. Heute arbeitet der Betrieb nach den Prinzipien einer nachhaltigen und verantwortungsvollen Wirtschaftsweise und setzt auf regionale Rohstoffe, hochwertige Zutaten und eine konsequente handwerkliche Ausrichtung.
Statt über möglichst viele Filialen zu wachsen, konzentriert sich Profanter auf seine Kernkompetenzen: eine präzise organisierte Produktion, hochwertige Bio-Backwaren und ein weit verzweigtes Liefergeschäft. Rund 80 Prozent der Produkte gehen heute an Wiederverkäufer, Gastronomie und Handel. Die Lieferwege reichen dabei weit über Südtirol hinaus – von Innsbruck bis an den Gardasee sowie über Partnerlogistik in weitere italienische Regionen.
Die Stärke des Unternehmens sieht Profanter vor allem in der Produktion. „Wir müssen als Handwerker ein besseres Produkt herstellen, als es die Industrie kann“, erklärt der Unternehmer. Dabei gehe es nicht allein um die Tatsache, dass etwas von Hand hergestellt wird, sondern um naturbelassene Zutaten, Qualität, Nachhaltigkeit, Regionalität und einen bewussten Umgang mit Lebensmitteln.

Brot wieder stärker ins Bewusstsein bringen

Obwohl Brot in Südtirol traditionell eine andere Rolle spielt als in Deutschland oder Österreich, gehört es bei Profanter zu den wichtigen Produkten. Der Betrieb bietet nach eigenen Angaben für Südtiroler Verhältnisse ein außergewöhnlich umfangreiches Brotsortiment an. „Wir sind Brotliebhaber“, sagt Profanter. Als BrotSommelier beschäftigt er sich intensiv mit unterschiedlichen Brotsorten, ihrer Herstellung und ihrer Wirkung. Sein Ziel ist es, hochwertige Brote wieder stärker in den Alltag der Kunden zu bringen.
Dabei spielt die praktische Nutzung eine entscheidende Rolle. Viele Kunden greifen zu kleineren Backwaren, weil diese einfacher portionier- und nutzbar sind. Ein Brotlaib dagegen stellt die meisten Südtiroler Haushalte vor einige Herausforderungen, da nur wenige überhaupt ein richtiges Brotmesser zu Hause haben und schon beim Schneiden von schönen Brotscheiben oft verzweifeln, so Benjamin Profanter.
Genau hier setzt der Service des Brotschneidens an. Die Kunden erhalten die gewünschte Scheibenstärke. So können sie Brot so nutzen, wie es für ihren Alltag am besten passt.
Für diese Anforderungen setzt die Bäckerei Profanter auf drei Lösungen von MHS Schneidetechnik.

Brot platzieren: Der Laib wird in die MHS integral touch eingelegt und positioniert. © Freddy Ricci
Brot platzieren: Der Laib wird in die MHS integral touch eingelegt und positioniert. © Freddy Riccimehr anzeigen
Schnitt wählen: Über das Touchdisplay wird der Schneidevorgang gestartet und die gewünschte Einstellung gewählt.© Freddy Ricci
Schnitt wählen: Über das Touchdisplay wird der Schneidevorgang gestartet und die gewünschte Einstellung gewählt.© Freddy Riccimehr anzeigen
Gleichmäßig geschnitten: Die Maschine schneidet den Laib sauber und gleichmäßig in die gewünschten Scheiben. Nun wird der Laib direkt verpackt und kann dem Kunden mitgegeben werden. © Freddy Ricci
Gleichmäßig geschnitten: Die Maschine schneidet den Laib sauber und gleichmäßig in die gewünschten Scheiben. Nun wird der Laib direkt verpackt und kann dem Kunden mitgegeben werden. © Freddy Riccimehr anzeigen
Kompakte Lösung für kleinere Verkaufsflächen: In der Filiale Roßlauf kommt die MHS ideal zum Einsatz. © Freddy Ricci
Kompakte Lösung für kleinere Verkaufsflächen: In der Filiale Roßlauf kommt die MHS ideal zum Einsatz. © Freddy Riccimehr anzeigen
Brot platzieren: Der Laib wird in die MHS integral touch eingelegt und positioniert. © Freddy RicciSchnitt wählen: Über das Touchdisplay wird der Schneidevorgang gestartet und die gewünschte Einstellung gewählt.© Freddy RicciGleichmäßig geschnitten: Die Maschine schneidet den Laib sauber und gleichmäßig in die gewünschten Scheiben. Nun wird der Laib direkt verpackt und kann dem Kunden mitgegeben werden. © Freddy RicciKompakte Lösung für kleinere Verkaufsflächen: In der Filiale Roßlauf kommt die MHS ideal zum Einsatz. © Freddy Ricci

Drei MHS-Lösungen für mehr Service am Brot

In der Produktion arbeitet die Bäckerei Profanter mit der MHS premium touch. Die Maschine kommt vor allem für geschni!enes Toastbrot zum Einsatz, das der Betrieb für die gehobene Hotellerie produziert. Immer mehr Restaurants und Hotels suchen heute nach hochwertigen handwerklichen Alternativen zu industriellen Produkten. Profanter sieht darin eine Ergänzung seines Angebots: Geschnittenes Brot für die Gastronomie ist kein neues Kerngeschäft, bietet aber zusätzliche Möglichkeiten. Die MHS premium touch ermöglicht dabei eine flexible Verarbeitung unterschiedlicher Produkte. Neben Toastbrot können auch weitere Spezialanforderungen umgesetzt werden – beispielsweise geschnittene Baguettes oder Produkte für Caterer.
In der Filiale Altenmarktgasse steht die MHS integral touch. Ausschlaggebend für diese Entscheidung war vor allem die Möglichkeit, die Maschine direkt in den Verkaufsbereich zu integrieren. „Als wir die Maschine das erste Mal gesehen haben, haben wir sofort gewusst: Das brauchen wir, wenn wir die Filiale umbauen“, erzählt Profanter. Die in die Theke integrierte Lösung nutzt den vorhandenen Platz optimal und ermöglicht es den Mitarbeitern, weiterhin im direkten Kontakt mit den Kunden zu bleiben. Das Brot bleibt im Mittelpunkt der Präsentation, während gleichzeitig ein moderner Service angeboten wird.
In der Filiale Roßlauf kommt die kompakte MHS ideal zum Einsatz. Die Abmessungen der Maschine passten perfekt zu den räumlichen Anforderungen vor Ort und ermöglichten eine sinnvolle Integration in das bestehende Verkaufskonzept. Nach dem geplanten Umbau der Filiale soll dort künftig ebenfalls eine MHS premium touch eingesetzt werden. Die bisher genutzte MHS ideal bleibt jedoch weiterhin wertvoll: Profanter plant, die Maschine an einen größeren Hotelkunden weiterzugeben, der damit künftig Brot und Toastprodukte direkt vor Ort schneiden kann.

Brotschneiden als Teil des Kundenservices

Diese Lösung zeigt auch einen weiteren Aspekt der Unternehmensphilosophie: Hochwertige Technik soll möglichst lange genutzt werden und weiterhin einen Mehrwert schaffen. Für den Bäckermeister ist die Brotschneidemaschine nicht einfach nur ein technisches Hilfsmittel, sondern ein wichtiger Bestandteil des Kundenservices. Aus handwerklicher Sicht bleibt ein ungeschnittenes Brot zwar länger frisch, weil die natürliche Kruste als Schutz erhalten bleibt. Gleichzeitig weiß Profanter, dass Kunden im Alltag vor allem Wert auf praktische Lösungen legen.
Gerade kleinere Haushalte profitieren davon, wenn Brot individuell portioniert werden kann. Deshalb wird in den Filialen auf die Wünsche der Kunden eingegangen: Manche bevorzugen dünne Scheiben für bestimmte Anwendungen, andere wünschen eine stärkere Schnittstärke.
Die Erfahrung zeigt, dass der zusätzliche Service Wirkung hat. Seit Einführung der Brotschneidemaschinen konnte die Bäckerei Profanter den Brotverkauf in den beiden Filialen steigern. „Viele Kunden haben das Brot wieder für sich entdeckt“, beschreibt Profanter die Entwicklung. Auch andere Bäckereien in der Region beobachten diese Veränderung. Profanter erlebt bereits, dass Kunden zunehmend nachfragen und auch andere Betriebe sich mit dem Thema beschäftigen.

Nachhaltigkeit als Teil der Unternehmensphilosophie

Der Pioniergeist zeigt sich bei Profanter nicht nur beim Brotverkauf, sondern auch beim Thema Nachhaltigkeit. Der Betrieb verbindet ökologische Verantwortung mit wirtschaftlichem Denken. Die Bäckerei Profanter bezeichnet sich als erste Solarbäckerei der Welt. Insgesamt stehen rund 600 Kilowatt Photovoltaikleistung zur Verfügung. Ein Teil davon befindet sich auf dem eigenen Betriebsgebäude, weitere Anlagen werden über externe Flächen genutzt. Ergänzt wird das Konzept durch einen Batteriespeicher mit einer Kapazität von einer Megawattstunde. Dadurch kann ein großer Teil des Energiebedarfs aus eigener Produktion gedeckt werden. Besonders in den sonnenreichen Monaten ermöglicht der Speicher, auch über Nacht einen erheblichen Anteil des benötigten Stroms bereitzustellen.
Für Profanter war die Investition zunächst ein großer Schritt. Heute sieht er darin eine langfristige wirtschaftliche Entscheidung. Diese Haltung prägt viele Bereiche des Unternehmens: von der Auswahl der Rohstoffe über die Energieversorgung bis hin zur Entscheidung für langlebige Technik. „Wir geben lieber ein paar Euro mehr aus und kaufen dafür Qualität. Dann bin ich länger mit dem Produkt zufrieden“, beschreibt Profanter seine grundsätzliche Philosophie.

Ein neuer Schnitt für die Südtiroler Brotkultur

Die Bäckerei Profanter zeigt, dass Tradition und Innovation kein Gegensatz sein müssen. Als erste Bio-Bäckerei Südtirols, als Vorreiter bei nachhaltigen Konzepten und mit einem besonderen Fokus auf hochwertiges Brot geht das Unternehmen bewusst seinen eigenen Weg. Die Lösungen von MHS Schneidetechnik sind dabei ein wichtiger Baustein dieser Entwicklung. Sie verbinden handwerkliche Qualität mit einem Service, der den Kunden den Zugang zu Brot erleichtert.
Damit unterstützt MHS Schneidetechnik nicht nur den Verkauf von Brot, sondern trägt dazu bei, Brot in einer Region neu zu positionieren, in der geschnittenes Brot lange keine Selbstverständlichkeit war. Ein neuer Schnitt für die Südtiroler Brotkultur.

Autorin: Katja Lofi

Profanter Natur-Backstube GmbH
Ignaz-Seidner-Str. 28
39042 Brixen
www.profanter.it

MHS Schneidetechnik GmbH
Im Deboldsacker 6
74232 Abstatt
www.mhs-schneidetechnik.de