Mehr als 900 Tiroler Schülerinnen und Schüler haben im Congress Innsbruck erlebt, wie Lebensmittel entstehen, verarbeitet werden und welche Bedeutung regionale Produkte im Alltag haben. Die Mitmachausstellung „Guten Appetit“ verbindet Ernährungsbildung mit Berufsorientierung und rückt damit ein zentrales Thema für das Lebensmittelhandwerk und den Handel in den Fokus. Veranstaltet wurde das Format von der EEC – Bildungswerkstatt mit Unterstützung der Wirtschaftskammer Tirol, insbesondere der Sparten Handel sowie Tourismus und Freizeitwirtschaft.
Lebensmittel verstehen: Vom Ursprung bis zum Teller
An interaktiven Stationen setzten sich Schülerinnen und Schüler aus Volksschulen, Mittelschulen und Gymnasien intensiv mit der Wertschöpfungskette von Lebensmitteln auseinander. Der Bogen spannte sich vom landwirtschaftlichen Rohprodukt bis hin zum fertigen Gericht. Ein besonderer Schwerpunkt lag auf regionalen und saisonalen Produkten. Ziel war es, ein Bewusstsein für Herkunft, Qualität und Konsumentscheidungen zu schaffen. Themen wie Einkauf, Lagerung, Zubereitung und Esskultur wurden praxisnah vermittelt.
Wolfgang Obermüller, Ausschussmitglied des Landesgremiums des Lebensmittelhandels, betont die Relevanz solcher Initiativen: Junge Menschen würden dadurch ein besseres Verständnis dafür entwickeln, was direkt vor ihrer Haustür produziert wird und welchen Wert Lebensmittel haben.
Interaktive Erlebnisse fördern nachhaltiges Bewusstsein
Die Ausstellung setzte konsequent auf aktives Erleben statt reiner Wissensvermittlung. Verkostungen, Riechstationen und praktische Übungen machten Ernährung greifbar und emotional erfahrbar. Die Schülerinnen und Schüler probierten frische Produkte, identifizierten Gewürze anhand ihres Geruchs und beschäftigten sich spielerisch mit Geschmack und Qualität. Diese direkte Erfahrung stärkt nicht nur das Verständnis, sondern auch die Wertschätzung für Lebensmittel.
Einblick in Berufe entlang der Lebensmittelkette
Neben der Ernährungsbildung spielte auch die Berufsorientierung eine zentrale Rolle. Die Ausstellung zeigte die Vielfalt an Tätigkeiten im Lebensmittelhandel und in der Gastronomie. Beim Brotbacken konnten die Jugendlichen handwerkliche Abläufe selbst ausprobieren, während die sogenannte Servier-Challenge Einblicke in den Arbeitsalltag im Servicebereich bot. Damit wurde die gesamte Bandbreite der Branche erlebbar – von der Produktion bis zum direkten Kontakt mit Gästen.
Nachwuchsarbeit für Handel und Handwerk
Formate wie „Guten Appetit“ zeigen, wie wichtig frühzeitige Bildungsangebote für die Branche sind. Sie verbinden Wissen mit Praxis und schaffen gleichzeitig ein Bewusstsein für regionale Kreisläufe. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk ebenso wie für Gastronomie und Handel liegt darin eine klare Chance: Junge Menschen werden nicht nur für bewussten Konsum sensibilisiert, sondern auch für berufliche Perspektiven entlang der gesamten Lebensmittelwertschöpfungskette.

