TasteAtlas-Brotranking 2026: Naan führt mit Fladenbroten, Pan de bono bei Brot
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Welches ist das beste Brot der Welt? Bei TasteAtlas hängt die Antwort bereits davon ab, welche Liste man öffnet. In der Rangfolge für Brote und Fladenbrote steht Butter Garlic Naan aus Indien an erster Stelle. Die gesonderte Brotliste führt dagegen Pan de bono aus Kolumbien an. Beide Listen wurden zuletzt am 15. September 2026 aktualisiert.
Zwei Listen, zwei Spitzenreiter
Auf Butter Garlic Naan folgen in der gemeinsamen Wertung Pan de bono und Focaccia alla Genovese. Das indische Fladenbrot wird nach dem Backen mit Butter oder Ghee bestrichen und mit Knoblauch versehen. Pan de bono ist ein kolumbianisches Käsegebäck mit Kassavastärke, Maismehl oder Maisgrieß und Ei; die Genueser Focaccia setzt auf Olivenöl und grobes Meersalz. Schon die ersten drei Plätze zeigen, wie unterschiedliche Zutaten, Herstellungsweisen und Essgewohnheiten TasteAtlas unter dem Begriff Brot zusammenführt.
In der Liste ohne die zusätzliche Kategorie Fladenbrot folgen auf Pan de bono die kolumbianische Almojábana und Bolo do caco von Madeira. Wer nur einen Sieger nennt, lässt diesen Unterschied zwischen den beiden Ranglisten weg.
Die Top 10 der Brote und Fladenbrote laut TasteAtlas
Stand der TasteAtlas-Rangliste: 15. September 2026. Die Beschreibungen sind sinngemäß zusammengefasst.
- Butter Garlic Naan, Indien – 4,5 Punkte: Im Tandoor gebackenes Fladenbrot, das anschließend mit Butter oder Ghee bestrichen und mit Knoblauch bestreut wird.
- Pan de bono, Kolumbien – 4,5 Punkte: Kleines Käsegebäck aus Kassavastärke, Maismehl oder Maisgrieß, Frischkäse und Ei. TasteAtlas empfiehlt, es warm zu essen.
- Focaccia alla Genovese, Italien – 4,5 Punkte: Die Genueser Focaccia wird mit Olivenöl und grobem Meersalz versehen und traditionell flach und rechteckig gebacken.
- Amritsari Kulcha, Indien – 4,4 Punkte: Fladenbrot aus Amritsar, das laut TasteAtlas unter anderem mit Erdäpfeln, Zwiebeln, Käse und Gewürzen gefüllt wird.
- Roti Canai, Malaysia – 4,4 Punkte: Ein mehrfach gefaltetes und in der Pfanne gebackenes Fladenbrot mit knuspriger Außenseite und weichem Inneren, häufig zu Curry serviert.
- Focaccia Barese, Italien – 4,4 Punkte: Die Variante aus Bari enthält neben Weizenmehl und Grieß auch Erdäpfel im Teig; typisch sind Paradeiser, Oliven und Olivenöl.
- Mahjouba, Algerien – 4,4 Punkte: Ein Fladenbrot aus Grieß mit einer Fülle aus Paradeisern und geschmorten Zwiebeln. TasteAtlas beschreibt es als beliebtes Streetfood.
- Almojábana, Kolumbien – 4,4 Punkte: Kleines, rundes Gebäck aus Maismehl und Frischkäse, das warm serviert wird und innen eine lockere Textur hat.
- Bolo do caco, Madeira/Portugal – 4,4 Punkte: Rundes Brot mit Süßkartoffeln im Teig, traditionell auf Steinplatten gebacken und häufig warm mit Knoblauchbutter gegessen.
- Aloo Naan, Indien – 4,4 Punkte: Im Tandoor gebackenes Naan mit würziger Erdäpfelfülle, das vor dem Servieren mit Butter oder Ghee bestrichen wird.
Die Punkte sind TasteAtlas-Nutzerwertungen. Gleiche angezeigte Punktzahlen bedeuten nicht denselben Rang.
Was die Bewertungen aussagen – und was nicht
Die Rangfolge beruht auf Bewertungen des TasteAtlas-Publikums, nicht auf einer Verkostung aller Brote unter gleichen Bedingungen. Für die Liste mit Fladenbroten verzeichnet die Plattform bis zum 15. September 2026 insgesamt 34.652 Bewertungen; 23.066 davon erkannte ihr System als legitim an. Nach eigenen Angaben filtert TasteAtlas unter anderem automatisierte und patriotisch motivierte Stimmen und gewichtet Urteile von Nutzerinnen und Nutzern, die das System als kundig einstuft.
Eine repräsentative Aussage über die Qualität sämtlicher Brote weltweit lässt sich daraus nicht ableiten. TasteAtlas selbst bezeichnet seine Ranglisten nicht als endgültiges Urteil über Lebensmittel, sondern will damit auch Neugier auf regionale Spezialitäten wecken.
Die Kaisersemmel führt Österreichs kleine TasteAtlas-Liste an
Unter den ersten zehn der internationalen Liste steht kein österreichisches Gebäck. In einer eigenen Österreich-Wertung erfasst TasteAtlas sechs Brote und Gebäcke; die Kaisersemmel steht dort vor dem Mohnflesserl an erster Stelle. Diese schmale Auswahl bildet die Vielfalt heimischer Bäckereien nur ausschnittsweise ab.

Die sechs österreichischen Brote und Gebäcke bei TasteAtlas
Die Österreich-Liste von TasteAtlas wurde zuletzt am 15. September 2026 aktualisiert. Die Beschreibungen sind hier sinngemäß zusammengefasst.
- Kaisersemmel – 3,9 Punkte: TasteAtlas hebt den fünfteiligen Stern sowie die knusprige Kruste und die weiche Krume hervor.
- Mohnflesserl – 3,4 Punkte: Das gedrehte oder geflochtene Gebäck wird mit Mohn bestreut und laut TasteAtlas gerne zum Frühstück oder als Jause gegessen.
- Schusterlaberl – keine Punktzahl ausgewiesen: TasteAtlas beschreibt ein dunkles Roggen-Weizen-Gebäck mit Sauerteig, Brotgewürzen und einer kräftig aufgerissenen Kruste.
- Lesachtaler Brot – keine Punktzahl ausgewiesen: TasteAtlas verweist auf das kräftige Sauerteigbrot aus Kärnten und seine traditionelle Herstellung. Im österreichischen Verzeichnis des immateriellen Kulturerbes steht seit 2010 die Lesachtaler Brotherstellung – also das überlieferte Wissen vom Getreideanbau bis zum Backen.
- Salzstangerl – keine Punktzahl ausgewiesen: TasteAtlas beschreibt das längliche, gerollte Gebäck mit grobem Salz und Kümmel als Imbiss und Begleiter herzhafter Speisen.
- Wachauer Laberl – keine Punktzahl ausgewiesen: TasteAtlas ordnet das Gebäck der Wachau zu, liefert auf der Ranglistenseite jedoch keine weitere Beschreibung.
Hinweis: Für die Plätze drei bis sechs zeigt TasteAtlas „n/a“ statt einer Bewertung. Ihre Reihenfolge ist daher nicht als Vergleich von Punktzahlen zu verstehen.
Wie viel handwerkliches Können schon in einem alltäglichen Gebäck steckt, zeigte zuletzt die Wiener Ausstellung „Semmelreich“ mit Handsemmeln aus zehn Bäckereien. Für die Bezeichnungen „Handsemmel“ und „Wiener Kaisersemmel“ nennt das Österreichische Lebensmittelbuch unter anderem einen von Hand geformten fünfteiligen Stern und eine Teigführung von mindestens zwei Stunden. Die Semmel verbindet zudem mehrere heimische Lebensmittelhandwerke.
Vor dem Welttag des Brotes am 16. Oktober bietet das Ranking damit einen Gesprächsanlass, aber keinen Maßstab für die Arbeit einzelner Betriebe. Die Wirtschaftskammer Oberösterreich rückt zum Aktionstag regionale Rohstoffe, handwerkliches Wissen und die Ausbildung im Bäckerberuf in den Mittelpunkt. Wer ein Brot beurteilen will, sollte auch nach seiner Herstellung fragen – und es kosten.





