KMU-Studie: Stimmung und Umsatzerwartungen der Konditoren verschlechtern sich
Für Österreichs Konditoreien bleibt die wirtschaftliche Lage angespannt. Die aktuelle Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria für das zweite Quartal 2026 zeigt rückläufige Umsätze, eine verschlechterte Geschäftsstimmung und deutlich pessimistischere Erwartungen für die kommenden Monate. Gleichzeitig planen viele Betriebe weiterhin mit stabilem oder sogar wachsendem Personalbestand. Die Ergebnisse basieren auf den Rückmeldungen von 39 Konditoreibetrieben mit insgesamt 479 Beschäftigten.
Reale Umsätze gehen deutlich zurück
Im ersten Quartal 2026 lagen die nominellen Umsätze der Konditoren um 1,7 Prozent unter dem Niveau des Vorjahres. Da die Verkaufspreise gleichzeitig durchschnittlich um 3,0 Prozent erhöht wurden, ergibt sich real sogar ein Mengenrückgang von 4,5 Prozent. Die Preissteigerungen konnten die sinkende Nachfrage damit nicht ausgleichen.
Nur 13 Prozent der Betriebe meldeten steigende Umsätze, während 40 Prozent Rückgänge verzeichneten. Bei 47 Prozent blieb das Umsatzniveau gegenüber dem Vorjahr unverändert. Damit verschlechterte sich die Entwicklung gegenüber dem bereits schwachen Vorjahr nochmals.
Privatkunden bleiben wichtigster Markt
Der Privatkundenbereich bleibt das wichtigste Geschäftsfeld der Konditoreien. Dennoch berichten lediglich 19 Prozent der Betriebe von steigenden Umsätzen, während 39 Prozent Rückgänge verzeichnen. Noch schwieriger entwickelt sich das Geschäft mit gewerblichen Kunden. Dort meldeten lediglich vier Prozent Umsatzsteigerungen, während 45 Prozent Einbußen hinnehmen mussten.
Für öffentliche Auftraggeber liegen aufgrund der geringen Zahl an Meldungen keine belastbaren Auswertungen vor.
Geschäftsstimmung verschlechtert sich weiter
Auch das Stimmungsbarometer zeigt keine Trendwende. Im zweiten Quartal 2026 bewerten lediglich sieben Prozent der Betriebe ihre Geschäftslage als gut. 58 Prozent sprechen von einer saisonüblichen Situation, während bereits 35 Prozent ihre Lage als schlecht einschätzen.
Der Saldo aus positiven und negativen Einschätzungen liegt bei minus 28 Prozentpunkten und hat sich gegenüber dem Vorquartal nochmals verschlechtert. Damit zählt das Konditorengewerbe derzeit zu den Branchen mit der schwächsten Stimmung innerhalb des Gewerbes und Handwerks.
Umsatzentwicklung bleibt deutlich negativ
Auch im zweiten Quartal setzte sich die schwierige Entwicklung fort. Lediglich sieben Prozent der Betriebe konnten ihre Umsätze gegenüber dem Vorjahresquartal steigern. 61 Prozent berichten von stabilen Erlösen, während 32 Prozent Rückgänge verzeichnen.
Per Saldo überwiegen die Betriebe mit Umsatzverlusten um 25 Prozentpunkte. Zwar fällt das Ergebnis etwas besser aus als im unmittelbar vorangegangenen Quartal, gegenüber dem Vorjahr hat sich die Lage jedoch deutlich verschlechtert.
Erwartungen für den Herbst trüben sich weiter ein
Besonders zurückhaltend beurteilen die Unternehmen die kommenden Monate. Für das dritte Quartal 2026 rechnen lediglich vier Prozent der Betriebe mit steigenden Umsätzen. 64 Prozent erwarten eine stabile Entwicklung, während bereits 32 Prozent von weiteren Umsatzrückgängen ausgehen.
Der Erwartungssaldo liegt damit bei minus 28 Prozentpunkten und fällt sowohl schlechter aus als im Vorjahr als auch gegenüber dem zweiten Quartal 2026. Der Pessimismus innerhalb der Branche hat sich somit weiter verstärkt.
Personalplanung bleibt überraschend stabil
Trotz der angespannten Geschäftslage planen viele Konditoreien weiterhin mit einem stabilen Personalstand. 17 Prozent der Betriebe wollen zusätzliche Mitarbeiter einstellen, 79 Prozent ihre Beschäftigtenzahl unverändert halten und lediglich vier Prozent rechnen mit Personalabbau.
Im Durchschnitt ergibt sich daraus ein geplanter Beschäftigungszuwachs von 6,1 Prozent. Dieser liegt zwar leicht unter dem Vorjahreswert von 6,6 Prozent, signalisiert jedoch, dass viele Unternehmen ihre Fachkräfte trotz schwieriger wirtschaftlicher Rahmenbedingungen halten oder gezielt ausbauen möchten.
Einordnung: Nachfrage bleibt größte Herausforderung
Die aktuelle Konjunkturbeobachtung zeigt, dass Österreichs Konditoreien weiterhin unter einer schwachen Konsumnachfrage leiden. Preisanpassungen reichen nicht aus, um sinkende Absatzmengen auszugleichen. Gleichzeitig verschlechtert sich die Stimmung in den Betrieben, und auch die Erwartungen für die kommenden Monate fallen deutlich pessimistischer aus.
Positiv ist, dass viele Unternehmen weiterhin in ihre Belegschaften investieren und damit auf eine mittel- bis langfristige Erholung setzen. Ob sich diese Zuversicht erfüllt, wird maßgeblich davon abhängen, ob sich die Kaufkraft der Konsumentinnen und Konsumenten sowie die Nachfrage nach hochwertigen handwerklichen Konditoreiprodukten wieder beleben.

