Wann Geschäfte öffnen dürfen und wann sie geschlossen bleiben müssen, steht in Österreich erneut zur Diskussion. Der Handelsverband fordert mehr unternehmerischen Spielraum für den stationären Handel und bringt dabei flexiblere Öffnungszeiten an Samstagen und Sonntagen ins Spiel. Hintergrund ist vor allem der Wettbewerb mit dem Onlinehandel, der rund um die Uhr verfügbar ist.

Für Bäckereien und Konditoreien ist die Diskussion besonders interessant. Viele Betriebe verbinden Produktion, Café, Gastronomie und Verkauf und treffen je nach Standort auf sehr unterschiedliche Kundenfrequenzen. Tourismusregionen, Innenstädte oder stark frequentierte Standorte haben andere Anforderungen als klassische Nahversorger.

Betriebe sollen selbst entscheiden

„Unsere Händler sollen selbst entscheiden können, welche Öffnungszeiten ihren Kunden und ihrem Standort am besten entsprechen“, sagt Rainer Will, Geschäftsführer des Handelsverbands. Er verweist insbesondere auf Wien und die unterschiedlichen Regelungen für Tourismusgebiete in Österreich.

Aus Sicht des Verbands sollte deshalb darüber diskutiert werden, warum Ausnahmen bei Samstags- und Sonntagsöffnungen in Tourismusgebieten anderer Bundesländer möglich sind, in Wien jedoch nicht.

Keine Pflicht zur Sonntagsöffnung

Gleichzeitig stellt der Handelsverband klar, dass mehr Flexibilität nicht automatisch längere Öffnungszeiten bedeuten soll. Ob sich eine Sonntagsöffnung wirtschaftlich rechnet, hänge vom Betrieb und vom jeweiligen Standort ab. Hohe Zuschläge und komplexe Bestimmungen für die Beschäftigung am Sonntag müssten in diese Entscheidung einbezogen werden.

Eine Verpflichtung zur Öffnung lehnt der Verband ausdrücklich ab. Das betrifft etwa Offenhaltepflichten, die Vermieter in Einkaufszentren vorgeben könnten. Voraussetzung für flexiblere Regelungen müsse die Freiwilligkeit sowohl auf Unternehmens- als auch auf Mitarbeiterseite sein.

Weihnachtsgeschäft im Fokus

Besonders interessant seien flexiblere Regelungen laut Handelsverband in nachfragestarken Zeiten. Genannt werden die Wochen ab dem Black Friday sowie das Weihnachtsgeschäft. In diesen Phasen könnten verkaufsoffene Sonntage und mehr Spielraum an Samstagen wirtschaftlich sinnvoll sein und nach Ansicht des Verbands auch zum Erhalt von Arbeitsplätzen beitragen.

Rainer Will fordert deshalb nach Jahren des Stillstands einen neuen, ergebnisorientierten Dialog über die Rahmenbedingungen für den stationären Hande