Erwartungen deutlich verbessert

Der österreichische Einzelhandel blickt zum Jahresbeginn 2026 spürbar optimistischer in die Zukunft. Laut aktuellem Konjunkturreport des Österreichisches Institut für Wirtschaftsforschung (Wifo) im Auftrag des Handelsverband Österreich sind die Geschäftserwartungen so positiv wie seit vier Jahren nicht mehr.

Als zentrale Treiber gelten die sinkende Inflation, steigende verfügbare Einkommen und eine rückläufige Sparquote. Diese Faktoren verleihen dem privaten Konsum nach wirtschaftlich angespannten Jahren wieder Auftrieb.

Leichtes Umsatzplus 2025

Auch die finalen Umsatzzahlen für 2025 zeigen eine Stabilisierung. Der österreichische Einzelhandel – ohne Kfz und Tankstellen – erzielte einen Nettoumsatz von 79,5 Milliarden Euro. Das entspricht einem nominellen Plus von 2,9 Prozent, real ergibt sich ein Wachstum von 0,7 Prozent.

Für den Lebensmittelhandel, zu dem auch Bäckereien und Konditoreien als wichtige Nahversorger zählen, signalisiert diese Entwicklung eine wieder anziehende Nachfrage.

Lebensmittelhandel gewinnt an Dynamik

Nach einem schwächeren November entwickelte sich das Weihnachtsgeschäft wieder positiver. Die Dezemberumsätze stiegen nominell um 1,9 Prozent, real lagen sie nahezu auf Vorjahresniveau. Vor allem der Lebensmittelbereich zeigte sich robuster als der Non-Food-Handel.

Gerade handwerkliche Bäckerei- und Konditoreibetriebe profitieren von stabileren Konsumausgaben im Alltag – ein wichtiger Faktor in einem weiterhin kostenintensiven Umfeld.

Inflation sinkt, Konsum belebt sich

Für 2026 mehren sich die Anzeichen einer leichten Erholung. Die Inflation sank im Jänner laut Schnellschätzung auf 2,0 Prozent. Nach einem Rückgang der real verfügbaren Einkommen 2025 wird heuer ein leichtes Plus erwartet. Gleichzeitig dürfte die Sparquote wieder unter zehn Prozent fallen.

Das schafft Spielräume für Konsum – bereits zu Jahresbeginn registrierten Ökonom:innen eine Belebung der Nachfrage.

Wachstum mit Vorsicht

Der Wifo-Konjunkturklimaindex im Einzelhandel verbesserte sich zuletzt deutlich und liegt erstmals seit Frühjahr 2022 nicht mehr im pessimistischen Bereich. Dennoch bleibt die Kostenbelastung für Betriebe hoch, auch die Beschäftigung im Handel ist leicht rückläufig.

Für 2026 prognostiziert das Wifo ein Wirtschaftswachstum von 1,2 Prozent, im Handel eine reale Wertschöpfungssteigerung von 1,4 Prozent – ein moderater, aber stabilisierender Ausblick, der auch für das heimische Bäcker- und Konditorenhandwerk relevant ist.