Inflation 2025 über Vorjahresniveau

Nach 2,9 Prozent im Jahr 2024 ist die Inflation 2025 wieder angezogen. Mit 3,6 Prozent erreichte die Teuerung den höchsten Jahreswert seit mehr als drei Jahrzehnten – abgesehen von den Hochinflationsjahren 2022 bis 2024. Im Jahresverlauf zeigte sich eine deutliche Dynamik: Nach einem Rückgang im Frühjahr stieg die Inflation im Sommer wieder an und lag im August bei über vier Prozent.
Statistik Austria weist darauf hin, dass Österreich damit deutlich über dem Euroraum-Durchschnitt lag. Als zentrale Treiber nennt die Behörde vor allem gestiegene Strompreise infolge des Auslaufens staatlicher Entlastungsmaßnahmen. Gleichzeitig verteuerten sich Lebensmittel wieder stärker als im Jahr zuvor.

Lebensmittelpreise steigen – täglicher Einkauf besonders betroffen

Nahrungsmittel und alkoholfreie Getränke verteuerten sich 2025 im Durchschnitt um 3,7 Prozent. Damit fiel der Anstieg deutlich kräftiger aus als 2024. Besonders relevant für Bäckereien und Konditoreien ist, dass der sogenannte Mikrowarenkorb – der den täglichen Einkauf widerspiegelt und überwiegend Lebensmittel enthält – um 3,8 Prozent zulegte und damit über der allgemeinen Inflationsrate lag.

Das bedeutet: Produkte des täglichen Bedarfs, die für handwerkliche Betriebe ebenso wie für Konsument:innen eine zentrale Rolle spielen, wurden überdurchschnittlich teurer.

Brot, Getreide und Milchprodukte mit moderatem, aber spürbarem Plus

Brot und Getreideerzeugnisse verteuerten sich im Jahr 2025 um 2,1 Prozent. Damit lag der Preisanstieg etwas unter jenem des Vorjahres, blieb jedoch weiterhin spürbar. Für viele Betriebe kommt hinzu, dass nicht nur Rohstoffe, sondern auch vor- und nachgelagerte Kosten – etwa für Verarbeitung, Kühlung oder Logistik – unter Druck standen.

Deutlich stärker fiel der Preisanstieg bei Milch, Käse und Eiern aus. Diese Warengruppe verteuerte sich um 5,1 Prozent, nachdem sie im Jahr 2024 noch leicht günstiger geworden war. Für Konditoreien, die stark auf Butter, Obers, Milch und Eier angewiesen sind, wirkt sich diese Entwicklung direkt auf die Produktionskosten aus.

Kaffee und alkoholfreie Getränke deutlich teurer

Besonders dynamisch entwickelte sich 2025 der Bereich der alkoholfreien Getränke. Die Preise stiegen hier um 9,6 Prozent. Hauptverantwortlich dafür waren massive Preiszuwächse bei Kaffee, der sich im Jahresdurchschnitt um 19,4 Prozent verteuerte.

Gerade für Betriebe mit Cafébetrieb oder Frühstücksangeboten stellt diese Entwicklung eine zusätzliche wirtschaftliche Herausforderung dar, da Kaffee ein zentraler Umsatz- und Frequenzbringer ist.

Energiepreise als entscheidender Kostenfaktor

Den stärksten Einfluss auf die Inflation insgesamt hatte 2025 erneut der Bereich Wohnen, Wasser und Energie. Die Preise stiegen hier um 5,7 Prozent, wobei Strom mit einem Plus von 37,3 Prozent besonders ins Gewicht fiel.
Für Bäcker- und Konditorbetriebe ist diese Entwicklung besonders relevant. Energieintensive Produktionsprozesse – vom Backofen über Kühlung bis zur Lagerung – machen steigende Strom- und Energiekosten zu einem zentralen betriebswirtschaftlichen Faktor. Auch wenn Gaspreise im Jahresvergleich sanken, wirkte der Wegfall von Fördermaßnahmen preistreibend.

Gastronomiepreise steigen langsamer, bleiben aber hoch

Die Preise in Restaurants und Hotels stiegen 2025 um 5,8 Prozent und damit weniger stark als im Jahr davor. Für handwerkliche Betriebe, die sowohl im Verkauf als auch in der Gastronomie tätig sind, bleibt das Preisniveau dennoch hoch. Gleichzeitig deutet die Abschwächung darauf hin, dass Preiserhöhungen zunehmend vorsichtiger umgesetzt werden.

Kostendruck bleibt strukturell bestehen

Die Inflationsdaten für 2025 zeigen, dass sich der Preisdruck bei für Bäcker und Konditoren relevanten Produkten erneut verstärkt hat. Zwar fiel der Anstieg bei Brot und Getreide moderater aus, doch höhere Preise bei Milchprodukten, Kaffee und Energie belasten die Betriebe weiterhin deutlich.
Für 2026 bleibt damit die Herausforderung bestehen, steigende Kosten mit preissensiblen Konsument:innen in Einklang zu bringen – und gleichzeitig Qualität, Handwerk und regionale Wertschöpfung sichtbar zu machen.