Billigimporte setzen Bäcker unter Druck
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Woher Brot und Gebäck tatsächlich stammen, ist für Konsumentinnen und Konsumenten nicht immer klar. Zum Tag des Brotes am 16. Oktober fordert der Verein Land schafft Leben deshalb mehr Transparenz bei der Herkunft und warnt zugleich vor wachsendem Preisdruck auf die heimische Backbranche.
Während bei Milch oder Fleisch die Herkunft für viele längst ein wichtiges Kaufkriterium ist, werde beim Brot häufig davon ausgegangen, dass es automatisch aus Österreich stammt. Gerade bei offen angebotener Ware, vorgefertigten Teiglingen oder bereits vorgebackenen Produkten lasse sich aus dem Ort des Fertigbackens jedoch nicht auf die tatsächliche Herkunft schließen. Auch bei den Rohstoffen bleibt für Kundinnen und Kunden oft unklar, woher sie stammen.

Herkunft oft schwer erkennbar
Hannes Royer, Gründer von Land schafft Leben, fordert deshalb ein stärkeres Bewusstsein für die Herkunft von Brot und Gebäck. Das Problem sei nicht, dass importierte Ware grundsätzlich schlechter wäre. Entscheidend sei vielmehr, dass Konsumenten erkennen können, wo ein Produkt und seine wichtigsten Rohstoffe herkommen.
Eine Orientierung bietet das rot-weiß-rote AMA-Gütesiegel: Ist es auf einem Brot oder Gebäck abgebildet, müssen die wertbestimmenden landwirtschaftlichen Rohstoffe, etwa das Mehl, aus Österreich stammen.
Preisdruck wächst
Auch die wirtschaftliche Lage verschärft die Debatte. Stefan Huemer, Vorstandsmitglied der Vereinigung der Backbranche Österreich, verweist auf steigende Personal- und Energiekosten und einen zunehmend intensiven Preiswettbewerb. Österreich könne den internationalen Wettbewerb um das billigste Backprodukt nicht gewinnen. Die Zukunft heimischer Backwaren liege vielmehr in Qualität, Herkunft und nachhaltiger Wertschöpfung.

Wenn günstigere Importware heimische Produkte im Regal zunehmend verdrängt, betrifft das nicht nur Bäckereien. Entlang der gesamten Wertschöpfungskette – vom Getreidefeld über die Mühle bis zur Backstube – hängen zahlreiche österreichische Betriebe an der Nachfrage nach Brot und Gebäck aus heimischer Produktion.
Wahlfreiheit braucht Information
Land schafft Leben sieht deshalb auch den Lebensmittelhandel in der Verantwortung. Herkunftsinformationen zu Brot, Gebäck und Rohstoffen sollten offen und leicht verständlich kommuniziert werden. Nur dann könnten Konsumentinnen und Konsumenten bewusst entscheiden, welche Produktion sie mit ihrem Einkauf unterstützen.
Royer bringt diese Verbindung zwischen Kaufentscheidung und heimischer Wertschöpfung auf den Punkt: Jeder Griff ins Regal sei zugleich ein Produktionsauftrag für österreichische Betriebe. Gerade angesichts unsicherer Lieferketten und internationaler Krisen gewinne die Frage an Bedeutung, wie stark sich Österreich bei einem Grundnahrungsmittel wie Brot von Importen abhängig machen will.
Brotkultur unter wirtschaftlichem Druck
Österreich verfügt über eine große Vielfalt an traditionellen Brotsorten, regionalen Spezialitäten, Kleingebäck und Feinbackwaren. Damit diese Brotkultur wirtschaftlich bestehen kann, braucht es aus Sicht der Branchenvertreter nicht nur Qualität, sondern auch sichtbare Herkunft. Der Tag des Brotes soll deshalb heuer nicht nur den Wert des Grundnahrungsmittels hervorheben, sondern auch die Herkunft stärker ins Bewusstsein rücken.


