Südback 2026: KI, Proteintrends und gläserne Backstube
Von 24. bis 27. Oktober 2026 öffnet die Südback auf dem Gelände der Messe Stuttgart ihre Tore. Die Messe Stuttgart und ihre Partner, der Bäckerinnungsverband Südwest, der Landesinnungsverband der Konditoren Baden-Württemberg sowie die BÄKO gaben Ende Mai im Rahmen einer Pressekonferenz erste Einblicke in die kommende Fachmesse und beleuchteten aktuelle Entwicklungen sowie Zukunftsthemen der Branche.
Rund 550 ausstellende Unternehmen aus dem In und Ausland, darunter aus Österreich, der Schweiz, Italien, Frankreich und den Niederlanden, präsentieren in fünf Messehallen Produkte, Technik und Trends für das Backhandwerk von morgen. Die belegte Bruttofläche umfasst rund 55.000 Quadratmeter. Damit behauptet die Südback einmal mehr ihre Position als wichtigste europäische Handwerksmesse für Bäckerei und Konditorei. Von Rohstoffen über Betriebs und Ladenausstattung bis hin zu Maschinen, Technik und Dienstleistungen bildet die Messe die gesamte Wertschöpfungskette der Branche ab.
Informativ & spannend
Das Rahmenprogramm ist erneut praxisorientiert gestaltet. Die Foren bieten Fachvorträge, Live Demonstrationen und Diskussionsrunden. Im Bäcker Trend Forum des Landesinnungsverbands für das Württembergische Bäckerhandwerk präsentieren Bäckerinnen und Bäcker aus verschiedenen europäischen Ländern traditionelle Gebäcke, innovative Ideen und handwerkliche Besonderheiten. Im Forum des Landesinnungsverbands des Konditorenhandwerks Baden Württemberg sind u. a. Konditormeister Matthias Mittermaier und Chocolatier Kevin Kugel zu Gast.
Besonders beliebt sind die Wettbewerbe der Südback. Der „südback Trend Award“ zeichnet innovative Produkt und Konzeptideen aus, während beim „Carlo Wildt Pokal“ angehende Konditorinnen und Konditoren ihr Können unter Beweis stellen. „Diese Formate machen die Messe lebendig, greifbar und emotional“, betont Andreas Wiesinger, Mitglied der Geschäftsleitung der Messe Stuttgart.
Von der gläsernen Backstube bis zur KI im Handwerk
Thomas Backenstos, Betriebsberater bei der Akademie Deutsches Bäckerhandwerk Südwest e.V., gab einen Überblick über strategische und technische Entwicklungen in der Bäckereibranche. Dabei ortet er einen wachsenden Trend zur Rückbesinnung auf traditionelle Werte. Viele Menschen sehnen sich nach authentischem Handwerk. Das Gefühl, in einer echten Backstube einzukaufen, bleibt ein Alleinstellungsmerkmal, das kein Backautomat im Supermarkt ersetzen kann.
Besonders attraktiv wird dieses Erlebnis, wenn Kundinnen und Kunden Einblick in die Produktion erhalten. Die gläserne Backstube macht den Backprozess sichtbar und schafft Vertrauen. Der Duft frischer Teige, die handwerkliche Arbeit und die sichtbare Teigführung vermitteln den Wert des Produkts und erhöhen die Bereitschaft, für Qualität einen angemessenen Preis zu bezahlen. Gleichzeitig stärkt der direkte Kontakt zu den Kunden die Motivation und den Stolz der Mitarbeitenden auf ihr Handwerk.
Auch KI hält zunehmend Einzug in die Backstuben. KI Systeme berechnen den Bedarf auf Basis historischer Verkaufszahlen, Wochentagen, Ferienzeiten und Wetterdaten. Dadurch können Betriebe ihre Produktion präziser steuern und laut Backenstos jährlich fünf bis sechsstellige Beträge einsparen. Zudem erkennt die Software Nachfragespitzen frühzeitig und hilft dabei, die Warenverfügbarkeit bis Ladenschluss zu optimieren, ohne unnötige Überschüsse zu produzieren.
High Protein im Vormarsch
Ein weiterer Schwerpunkt waren aktuelle Ernährungstrends. Besonders proteinreiche Lebensmittel gewinnen weiter an Bedeutung. Während Fett und Kohlenhydrate oft kritisch betrachtet werden, genießt Protein ein ausgesprochen positives Image. Davon profitiert auch das sogenannte Eiweißbrot, das durch den Einsatz pflanzlicher Proteine aus Hülsenfrüchten oder Soja den Wunsch vieler Konsumenten nach kohlenhydratärmeren Produkten erfüllt.
Für handwerkliche Betriebe eröffnet dieser Trend neue Möglichkeiten, etwa bei Spezialbroten oder Snackprodukten. Gleichzeitig erfordert die Entwicklung proteinreicher Backwaren technisches Know how, präzise Rezepturen und ein gutes Verständnis der eingesetzten Rohstoffe. Entscheidend bleibt, dass die handwerkliche Qualität im Mittelpunkt steht und neue Proteinquellen als sinnvolle Ergänzung traditioneller Zutaten verstanden werden.





