Vollmundige Handwerkskunst, filigrane Schaustücke und ein Publikum, das staunt: Das „Championnat du Chocolat à Coblence“ hat Koblenz erneut zum Zentrum der deutschen Chocolatierszene gemacht. Rund 3.500 Besucher erlebten in der Rhein-Mosel-Halle ein Schokoladenfestival, das Genuss, Wettbewerb und handwerkliche Präzision auf höchstem Niveau vereinte.
Im Mittelpunkt stand die deutsche Meisterschaft der Schokolade, die von der Handwerkskammer Koblenz als Bühne für Spitzenleistungen im Konditorenhandwerk organisiert wird. Zwei Tage lang präsentierten Chocolatiers aus ganz Deutschland ihre Kreationen – von klassischen Pralinen bis zu innovativen, frühlingshaften Kompositionen rund um die Kakaobohne.
„Das Championnat ist ein Schaufenster für die Höchstleistungen des Konditorenhandwerks“, betonte Ralf Hellrich, Hauptgeschäftsführer der HwK Koblenz. Tatsächlich zeigte sich auch 2026: Das Niveau ist hoch wie nie. In der Nachwuchskategorie wurden ausschließlich Silber- und Goldauszeichnungen vergeben, im Expertenbewerb sogar nur Gold.

Annika Weiser aus Buseck in Hessen überzeugte die Jury mit ihrem kunstvollen Schaustück „spotted in the jungle“ zum Thema „Flora und Fauna trifft Schokolade“ und sicherte sich beim Championnat du Chocolat den Titel „Deutsche Meisterin der Schokoladen-Artistik“. © Matthias Holdis
Meistertitel und doppelte Siege
Besonderer Publikumsmagnet waren die kunstvollen Schokoladenskulpturen zum Thema „Flora und Fauna trifft Schokolade“. Sie bildeten den Kern der Wettbewerbe, die mit Preisgeldern von über 6.000 Euro dotiert waren.
In der Expertenkategorie setzte sich Annika Weiser aus Hessen durch und wurde zur „Deutschen Meisterin der Schokoladen-Artistik“ gekürt. Neben der Jury überzeugte sie auch das Publikum und holte den Doppelsieg. Auf den Plätzen folgten Kira Egitsch aus Stuttgart und Marina Nichczynski aus Brandenburg.
Auch im Nachwuchsbereich gab es einen klaren Doppelerfolg: Julia Trumpler aus Rheinland-Pfalz gewann sowohl den Wettbewerb „Schokoladen-Freestyle“ als auch den Publikumspreis. Dahinter reihten sich Nathalie Orth und Luisa Seemann ein. Ein starkes Signal für die Ausbildung setzte erneut die Julius-Wegeler-Schule in Koblenz, die für ihre kontinuierlich hohe Qualität ausgezeichnet wurde.
Handwerk zum Mitverfolgen
Neben dem Wettbewerb lebte das Festival vor allem von seiner unmittelbaren Nähe zum Handwerk. Live-Vorführungen machten die Arbeit der Konditoren für das Publikum greifbar. Von feinen Torteletts über Moussetörtchen bis hin zu raffinierten Trüffeln mit Mangogelee und Kokosganache reichte das Spektrum.
Zahlreiche Betriebe und Manufakturen aus ganz Deutschland nutzten die Plattform, um ihre Spezialitäten zu präsentieren. Ergänzt wurde das Angebot durch ausgewählte Weine, Destillate und Liköre – ein bewusst gesetzter Akzent auf Genusskultur im erweiterten Sinne.
Netzwerkplattform mit Signalwirkung
Das „Championnat du Chocolat“ ist längst mehr als ein Wettbewerb. Es fungiert als Netzwerkplattform, Impulsgeber und Bühne für Innovation im Konditorenhandwerk. Der direkte Austausch zwischen Betrieben, Nachwuchs und Publikum schafft Sichtbarkeit und stärkt die Branche nachhaltig.Die breite Unterstützung durch Partner aus Industrie, Handwerk und Institutionen unterstreicht die Bedeutung der Veranstaltung. Sie zeigt, dass handwerkliche Qualität, Kreativität und gemeinschaftliches Erleben zentrale Faktoren für die Zukunft des Konditorenhandwerks bleiben. Koblenz hat damit einmal mehr bewiesen: Wenn Handwerk auf Leidenschaft trifft, entsteht ein Erlebnis, das weit über den süßen Genuss hinausgeht.


