Was erwartet uns im Jahr 2056? Mit welchen Klimarisiken wird die Land- und Lebensmittelwirtschaft konfrontiert sein? Und welche Maßnahmen zur Reduktion des CO2-Fußabdrucks lassen sich bereits heute umsetzen? Diesen zentralen Fragen widmete sich der diesjährige Feldtag der Marke Fini’s Feinstes sowie der GoodMills Österreich Academy.

Mehr als 70 Gäste aus Wissenschaft sowie Land- und Lebensmittelwirtschaft folgten am 11. Juni 2026 der Einladung zur Domaine Albrechtsfeld im burgenländischen Andau. Der traditionelle Feldtag bot die ideale Plattform für intensiven Austausch, Wissenstransfer und Diskussionen entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Mit hochkarätigen Fachvorträgen und einer praxisnahen Feldbesichtigung gewährte die etablierte Branchenveranstaltung zudem wertvolle Einblicke in die Zukunft der Getreidewirtschaft.

Marktentwicklung und Ernteausblick 2026

Den Auftakt machte DI Peter Stallberger, Geschäftsführer der GoodMills Österreich GmbH: „Der Feldtag ist ein zentraler Ort für den Zukunftsdialog. Die großen Herausforderungen – allen voran die Klimakrise – können wir nur gemeinsam bewältigen. Es braucht ein abgestimmtes Verständnis und koordinierte Lösungsansätze von Wissenschaft, Saatzucht, Landwirtschaft, Industrie, Handel und Konsumenten.“

DI Stefan Weinwurm, Einkaufsleiter bei GoodMills Österreich, gab in seinem Vortrag einen Überblick zur aktuellen Situation auf den nationalen wie internationalen Rohstoffmärkten. „Das Erntejahr 2026 hat das Potenzial, ein besonders dynamisches zu werden“, so der Experte. Regionale Trockenperioden hätten die Bestände in Österreich teilweise stark belastet, gleichzeitig sorgten jüngste Niederschläge vielerorts für Entspannung. Entscheidend werde sein, inwiefern diese die Ertragserwartungen nachhaltig stabilisieren können.

International betrachtet startet der Markt heuer mit höheren Endbeständen als in den Vorjahren. Dieser komfortablere Ausgangspunkt kann mögliche Produktionsrückgänge teilweise kompensieren. Neben klimatischen Einflüssen – etwa möglichen Auswirkungen von El Niño – gewinnen auch geopolitische Spannungen, Handelsbarrieren und volatile Rahmenbedingungen zunehmend an Bedeutung für die Preisentwicklung. „Gerade in einem so dynamischen Umfeld sind langfristige, vertrauensvolle Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette wichtiger denn je“, so Weinwurm.

Die Bedeutung klarer Zielbilder

Ein zentrales Highlight des Feldtages war die Videoinstallation „Four Futures“ von Denkstatt (EY), die vier mögliche Zukunftsszenarien für das Jahr 2056 eindrucksvoll visualisierte. Basierend auf wissenschaftlichen Daten und Modellen, zeigte die Inszenierung die Bandbreite möglicher Entwicklungen unserer Klima-Zukunft – und verdeutlichte gleichzeitig den bestehenden Handlungsspielraum für nachhaltige Transformation.

Ergänzend dazu leitete Priv.-Doz. DI Dr. Johannes Tintner-Olifiers von der Boku Wien interaktive Workshops, die die Komplexität und Verwundbarkeit von Ökosystemen greifbar machten. „Was wir dringend brauchen, ist ein gemeinsames Zielbild“, betonte Tintner-Olifiers. „Die Auswirkungen steigender Temperaturen auf die Landwirtschaft sind bekannt. Im Extremfall steht die agrarische Produktion in Österreich auf dem Spiel, wenn wir nicht konsequent in einen lösungsorientierten Dialog treten.“ Er unterstrich zudem die Bedeutung des Feldtages als wichtige Plattform für den Austausch zwischen den zentralen Akteuren der Lebensmittel- und Agrarwirtschaft.

Univ.-Prof. Dr. Heinrich Grausgruber von der Boku Wien (links) erläuterte Sortenwahl, Standortbedingungen und Bewirtschaftungsmethoden.© GoodMills Österreich
Univ.-Prof. Dr. Heinrich Grausgruber von der Boku Wien (links) erläuterte Sortenwahl, Standortbedingungen und Bewirtschaftungsmethoden.© GoodMills Österreichmehr anzeigen
Peter Stallberger präsentierte konkrete Maßnahmen zur CO2-Reduktion.© GoodMills Österreich
Peter Stallberger präsentierte konkrete Maßnahmen zur CO2-Reduktion.© GoodMills Österreichmehr anzeigen
Univ.-Prof. Dr. Heinrich Grausgruber von der Boku Wien (links) erläuterte Sortenwahl, Standortbedingungen und Bewirtschaftungsmethoden.© GoodMills ÖsterreichPeter Stallberger präsentierte konkrete Maßnahmen zur CO2-Reduktion.© GoodMills Österreich

Domaine Albrechtsfeld als Beispiel

Am Nachmittag stand Praxis im Mittelpunkt: Bei einer Feldbesichtigung erhielten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer Einblicke in die Domaine Albrechtsfeld, einen professionell geführten, biologisch bewirtschafteten landwirtschaftlichen Großbetrieb. Präsentiert wurden aktuelle Feldbestände, moderne Anbaumethoden sowie innovative Konzepte.

Begleitet wurde die Exkursion in bewährter Weise von Univ.-Prof. Dr. Heinrich Grausgruber von der Boku Wien, der fundierte Einschätzungen zu Sortenwahl, Standortbedingungen und agronomischen Entwicklungen gab. Besonders hervorgehoben wurde der Einsatz hochprofessionalisierter und zukunftsorientierter Bewirtschaftungsmethoden.

© Alexander Zillbauer
© Alexander Zillbauer

Österreichs erstes Kuchen- Picknick

Ergänzend zum Fachprogramm rückte Fini’s Feinstes auch Konsumententhemen in den Fokus. Beim Kuchenpicknick in der Klimt-Villa kamen mehr als 80 Teilnehmer zusammen. Neben Produktwissen rund um Mehlqualität stand die Verarbeitung im Mittelpunkt, etwa die Unterscheidung zwischen glattem und griffigem Mehl sowie grundlegende Backtechniken für feine Kuchen.