Energie als Kostenfaktor – und als Chance
Energieeffizienz, Dekarbonisierung und Digitalisierung bestimmen die Diskussion in der Süßwaren- und Snackindustrie. Was international gilt, betrifft auch Österreichs Hersteller, die mit steigenden Energiepreisen und immer strengeren Vorgaben konfrontiert sind. Effiziente Prozesse werden damit zum zentralen Wettbewerbsfaktor – für große Produzenten ebenso wie für viele heimische Betriebe, die Schokolade, Riegel oder Kaugummi für den DACH-Markt herstellen.
Vom 1. bis 4. Februar 2026 präsentiert die ProSweets Cologne Technologien, mit denen Unternehmen ihre Abläufe optimieren und gleichzeitig ihren Energieverbrauch senken können. „Gut konzipierte Maschinen können den CO₂-Fußabdruck deutlich reduzieren, ohne die Produktivität zu beeinträchtigen“, sagt Guido Hentschke, Director der ProSweets Cologne und der ISM Ingredients.
Maschinenbau im Wandel: kompakt, automatisiert, effizient
Modulare Anlagen, intelligente Robotik und integrierte Schaltschränke prägen die neue Generation der Maschinen. Sie benötigen weniger Platz, reduzieren Kabellängen und ermöglichen kürzere Formatwechselzeiten – ein Vorteil für Produzenten, die häufig zwischen Bonbons, Schokolade oder salzigen Snacks wechseln.
Die auf der Messe vorgestellten Systeme verarbeiten empfindliche Pralinen ebenso wie robuste Cracker. Optimierte Antriebssysteme senken den Energiebedarf und erhöhen gleichzeitig die Leistungsfähigkeit. Für viele Betriebe – auch in Österreich – ist das ein Weg, Betriebskosten zu reduzieren und die CO₂-Bilanz zu verbessern.

Retrofit: Effizienz zum Nachrüsten
Nicht immer braucht es eine neue Anlage. Viele Hersteller erreichen bereits mit punktuellen Modernisierungen große Einsparungen. Der Austausch veralteter Motoren gegen IE5-Synchronreluktanztechnologie senkt den Stromverbrauch deutlich; in Rührwerkskugelmühlen sind bis zu sieben Prozent Einsparung möglich.
Auch die Pneumatik eröffnet Potenziale: Energieeffizienzmodule überwachen die Druckluftversorgung und schalten sie in Stillstandszeiten automatisch ab – ganz ohne Eingriff des Bedieners. Leckagen werden sicht- und messbar, ein Vorteil für alle, die steigende Energiekosten spüren.
Verpackung neu gedacht: ohne Kleber, mit Potenzial
Der Trend zu nachhaltigen Verpackungen erfordert neue Technologien. Moderne Verpackungsmaschinen verarbeiten sowohl recycelbare Verbundfolien als auch Papier-basierte Lösungen. Retrofit-Kits ermöglichen das klebstofffreie Formen von Kartonzuschnitten.
Das spart Material, verbessert die Recyclingfähigkeit und reduziert Kosten – denn der stromintensive Einsatz von Heißleim entfällt. Plastiktrays für Kekse oder Riegel lassen sich so durch umweltfreundliche Alternativen ersetzen.
Digitale Transparenz: Messen, verstehen, sparen
Digitale Tools schaffen Datentransparenz und damit die Voraussetzung für energieoptimierte Produktion. Condition Monitoring bewertet den Zustand von Antrieben, Kühlung oder Pneumatik und zeigt Energieverbräuche in Echtzeit.
Gerade kleineren und mittelständischen Betrieben fehlen oft diese Daten. Die ProSweets Cologne zeigt konkrete Lösungen, die nicht nur den Energieverbrauch sichtbar machen, sondern auch Zusammenhänge zu vor- und nachgelagerten Prozessen aufdecken – etwa Temperaturabweichungen, die Füllmengen beeinflussen und Ausschuss verursachen.
Wissenstransfer: KI, Kreislaufwirtschaft und resilientere Wertschöpfung
Auf den Bühnen der Messe steht der Know-how-Transfer im Mittelpunkt. Vorträge zu KI-basierten Verpackungslösungen, widerstandsfähigen Lieferketten oder zur KI-optimierten Materialentwicklung zeigen, wie Innovation Energieeffizienz und Nachhaltigkeit verbindet. Unterstützt wird das Programm von der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG).
Für österreichische Hersteller, die im Export stark vertreten sind, bietet die ProSweets Cologne damit einen internationalen Überblick über Trends, die auch hierzulande zunehmend zum Standard werden.
Koelnmesse als globaler FoodTec-Treiber
Mit Leitmessen wie der ProSweets Cologne, ISM und Anuga FoodTec sowie weiteren Veranstaltungen in Märkten wie Indien, Italien oder Kolumbien stärkt die Koelnmesse das weltweite Netzwerk für Lebensmitteltechnologie – ein Vorteil für Produzenten, die internationale Impulse für effizientere und klimafreundlichere Produktion suchen.




