Internationale Praxiserfahrung wird für die Ausbildung im Handwerk zunehmend zum strategischen Erfolgsfaktor. Mit dem Lehrlingsaustausch zwischen der Wirtschaftskammer Wien und der Handwerkskammer Koblenz erhalten Wiener Lehrlinge auch 2026 wieder die Möglichkeit, über den Tellerrand hinauszublicken und ihr fachliches Know-how im Ausland zu erweitern.

Das seit 1993 bestehende Programm zählt zu den etablierten Initiativen im europäischen Handwerksaustausch und verbindet Ausbildung, Praxis und internationale Vernetzung auf direktem Weg.

Zwei Wochen Praxis in deutschen Betrieben

Von 11. bis 24. Oktober 2026 werden insgesamt 10 bis 12 Lehrlinge aus Wiener Handwerksbetrieben nach Koblenz entsendet. Teilnahmeberechtigt sind Lehrlinge ab dem zweiten Lehrjahr, die im Rahmen eines zweiwöchigen Volontariats aktiv in deutschen Betrieben mitarbeiten.

Im Fokus stehen dabei nicht nur neue Arbeitsmethoden, sondern auch Einblicke in betriebliche Abläufe und Organisationsstrukturen im deutschen Handwerk. Die Organisation erfolgt in enger Abstimmung mit der Handwerkskammer Koblenz, die vor Ort als zentraler Partner fungiert.

Ein entscheidender Faktor für die Attraktivität des Programms ist die finanzielle Absicherung: Unterkunft, Verpflegung sowie öffentliche Verkehrsmittel in Koblenz werden von der deutschen Partnerorganisation übernommen, während die Reisekosten durch die Wirtschaftskammer Wien getragen werden.

Internationale Erfahrung als Wettbewerbsvorteil

„Der Austausch zeigt eindrucksvoll, wie wichtig internationale Vernetzung gerade in der Ausbildung junger Fachkräfte ist“, betont Gerhard Komarek, Obmann der Sparte Gewerbe und Handwerk der Wirtschaftskammer Wien.

Auslandsaufenthalte stärken nicht nur die fachliche Kompetenz, sondern fördern gezielt Schlüsselqualifikationen wie Selbstständigkeit, Anpassungsfähigkeit und interkulturelles Verständnis. Diese Fähigkeiten gewinnen im zunehmend vernetzten europäischen Markt auch für kleine und mittlere Handwerksbetriebe an Bedeutung.

Für Ausbildungsbetriebe entsteht daraus ein klarer Mehrwert: Lehrlinge bringen neue Impulse in den Betrieb zurück und tragen zur Weiterentwicklung interner Prozesse bei.

Stabile Partnerschaft mit messbarem Nutzen

Der Austausch zwischen Wien und Koblenz ist keine Einzelinitiative, sondern Teil einer langfristig gewachsenen Partnerschaft. Die Bilanz der vergangenen Jahre zeigt die nachhaltige Wirkung des Programms:

2025 sammelten zwölf Lehrlinge aus Koblenz praktische Erfahrung in Wiener Betrieben. Bereits 2024 waren Wiener Lehrlinge in Deutschland im Einsatz. Die Rückmeldungen fallen durchwegs positiv aus, insbesondere im Hinblick auf die Kombination aus fachlicher Weiterbildung und persönlicher Entwicklung.

Darüber hinaus stärkt das Programm die wirtschaftlichen Beziehungen zwischen beiden Regionen und schafft eine Grundlage für zukünftige Kooperationen im Handwerksbereich.

Anmeldung und Teilnahmebedingungen

Interessierte Betriebe können ihre Lehrlinge noch bis 31. Juli 2026 für den Austausch anmelden. Die Platzvergabe erfolgt nach dem Prinzip „first come, first served“, weshalb eine frühzeitige Anmeldung empfohlen wird.

Kontakt für Anmeldung und Rückfragen:
E-Mail: bnm.ausbildung@wkw.at

Telefon: +43 1 514 50-2229

Weitere Informationen zum Programm und zur Organisation finden Sie bei der Wirtschaftskammer Wien.

 

Signal für die Zukunft der Ausbildung

Der Lehrlingsaustausch zeigt exemplarisch, wie moderne Ausbildung im Handwerk funktionieren kann: praxisnah, international vernetzt und mit klarem Fokus auf die Anforderungen eines offenen Marktes. Gerade für Betriebe, die langfristig Fachkräfte sichern wollen, wird die Integration solcher Programme zunehmend zum Wettbewerbsfaktor.