Pflanzliche Varianten im Vergleich
Vandemoortele hat im November 2025 zwei Plunderklassiker als 100 Prozent plant-based auf den Markt gebracht: ein Croissant und ein Schokobrötchen auf pflanzlicher Basis. Ziel war es, traditionelle Produkteigenschaften wie blättrige Textur, goldene Kruste und aromatischen Geschmack beizubehalten und gleichzeitig den Anforderungen einer stärker pflanzenbasierten Ernährung gerecht zu werden.
In einem sensorischen Blindtest mit Konsument:innen, die pflanzlichen Lebensmitteln grundsätzlich offen gegenüberstehen, schnitten die neuen Produkte bemerkenswert ab. Laut den veröffentlichten Ergebnissen bevorzugten 93 Prozent der Tester:innen das plant-based Croissant gegenüber der Benchmark-Referenz, beim Schokobrötchen lag dieser Wert bei 81 Prozent. Zudem gaben mehr als ein Drittel der Befragten an, eher zur pflanzlichen Variante greifen zu wollen als zum klassischen Produkt.
Geschmack als entscheidender Faktor
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass pflanzliche Alternativen im Plunderbereich nicht mehr ausschließlich über Ideologie oder Nachhaltigkeitsargumente funktionieren müssen. Vielmehr scheint der sensorische Eindruck ausschlaggebend zu sein. Vandemoortele verweist dabei auf die Kombination aus Know-how im Bereich Tiefkühlbackwaren und Erfahrung mit plant-based Food Solutions.
Für Bäckereien ist dieser Aspekt zentral: Produkte werden nicht gekauft, weil sie pflanzlich sind, sondern weil sie geschmacklich überzeugen und sich nahtlos ins bestehende Sortiment einfügen.
Nachhaltigkeit und Klimabilanz
Neben dem Geschmack spielt auch die Umweltwirkung eine Rolle. Nach Angaben des Unternehmens verursacht das plant-based Croissant rund 60 Prozent weniger CO₂-Emissionen als ein herkömmliches Buttercroissant. Beim Schokobrötchen liegt die Reduktion bei etwa 45 Prozent im Vergleich zur klassischen Variante. Die Berechnungen basieren auf internen Analysen unter Verwendung externer Emissionsfaktoren.
Diese Zahlen liefern einen zusätzlichen Argumentationsrahmen für Betriebe, die ihr Sortiment schrittweise nachhaltiger ausrichten wollen, ohne dabei auf bekannte Produktformen zu verzichten.
Handling im Bäckereialltag
Auch das Handling ist auf den professionellen Einsatz ausgelegt. Die Produkte werden tiefgekühlt geliefert, bei Raumtemperatur aufgetaut und anschließend bei 170 Grad Celsius etwa 20 Minuten gebacken. Das Croissant weist ein Stückgewicht von 70 Gramm auf, das Schokobrötchen von 80 Gramm. Geliefert wird jeweils in Kartons zu 48 Stück.
Damit fügen sich die plant-based Varianten technisch problemlos in bestehende Abläufe ein – ein nicht zu unterschätzender Faktor für die Akzeptanz im Betrieb.
Einordnung für das Bäckerhandwerk
Die Markteinführung zeigt exemplarisch, wie sich klassische Backwaren weiterentwickeln lassen, ohne ihre Identität zu verlieren. Für Bäckereien eröffnen plant-based Plunderprodukte die Möglichkeit, neue Zielgruppen anzusprechen – etwa Flexitarier:innen oder Konsument:innen, die bewusst auf tierische Zutaten verzichten möchten –, ohne das Stammklientel auszuschließen.
Entscheidend bleibt, wie solche Produkte positioniert werden: nicht als Ersatz aus Verzicht, sondern als zusätzliche Variante im Sortiment, die geschmacklich überzeugt und handwerklich funktioniert.
Die neuen plant-based Plunderprodukte von Vandemoortele zeigen, dass pflanzliche Alternativen im sensiblen Bereich klassischer Feinbackwaren angekommen sind. Der hohe Zuspruch im Blindtest deutet darauf hin, dass sich der Markt weiter differenziert – und dass Geschmack dabei weiterhin das wichtigste Kriterium bleibt.




