Kunden geben im Schnitt 31,7 Prozent mehr aus, seit sie Kundenbindungsprogramme nutzen. Diese Zahl zählt zu den zentralen Ergebnissen des „Loyalty Report 2025“ für Österreich. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk ist das keine abstrakte Handelskennzahl, sondern eine konkrete betriebswirtschaftliche Botschaftui: Wer Stammkund:innen systematisch bindet, steigert nachweislich den Warenkorb.
Mehr Umsatz durch Beziehung
Laut Report fühlen sich 86,4 Prozent der Befragten durch Kundenbindungsprogramme in Zeiten der Teuerung unterstützt. Gleichzeitig steigt der durchschnittliche Einkaufswert deutlich. Das ist kein Imageeffekt, sondern ein messbarer Hebel auf Frequenz und Bonhöhe.
Für Bäckereien und Konditoreien bedeutet das: Kundenbindung ist mehr als eine Rabattaktion. Sie ist ein Instrument zur Stabilisierung von Umsatz und Sortiment. Wer regelmäßig Impulse setzt – etwa über saisonale Spezialitäten, höherwertige Konditoreiprodukte oder Zusatzkäufe im Snackbereich – kann das Einkaufsverhalten aktiv mitgestalten.
Gerade in einem Umfeld steigender Rohstoffpreise und sensibler Konsument:innen wird Loyalität zum wirtschaftlichen Puffer.
Erwartungshaltung ist klar: Preis zählt
Die Studie zeigt deutlich, was Kund:innen von Bonusprogrammen erwarten: 80,0 Prozent nennen Ersparnisse durch Preis- und Rabattaktionen als wichtigsten Nutzen. Exklusive Produkte, personalisierte Angebote oder Serviceleistungen folgen mit deutlichem Abstand.
Für das Handwerk ist das eine klare Orientierung. Treueprogramme funktionieren dann, wenn der Vorteil unmittelbar verständlich ist. Ein Sammelmechanismus, ein klar definierter Bonus, eine nachvollziehbare Vergünstigung – Komplexität wird nicht belohnt.
Das bedeutet nicht, dass Qualität oder Regionalität an Bedeutung verlieren. Im Gegenteil. Doch der wirtschaftliche Mehrwert muss transparent kommuniziert werden. Kundenbindung darf nicht abstrakt bleiben, sondern muss sich beim nächsten Einkauf konkret auszahlen.
Informationsfrequenz: Präsenz ist erwünscht
81,7 Prozent der Kund:innen möchten mindestens einmal pro Woche über Angebote und Neuigkeiten informiert werden. Kommunikation ist somit kein Nebenschauplatz, sondern Teil der Wertschöpfung.
Für Bäckereien und Konditoreien mit regionalem Einzugsgebiet ist das eine strategische Frage: Welche Kanäle erreichen welche Zielgruppen? Während Print-Aussendungen in Österreich mit 46,8 Prozent noch stark genutzt werden, zeigt der Altersvergleich eine klare Verschiebung. Jüngere Zielgruppen sind stärker app-affin, ältere Kund:innen bleiben Flugblatt und Newsletter treu.
Ein einzelner Kanal reicht daher selten aus. Erfolgreich ist, wer strukturiert, regelmäßig und zielgruppenspezifisch kommuniziert – ohne Informationsüberflutung.
Digital ist kein Filialisten-Thema mehr
74,9 Prozent würden auf eine digitale Lösung umsteigen, wenn es eine Alternative zu physischen Bonusprogrammen gäbe. Zudem nutzen 82,8 Prozent digitale Kundenbindungsprogramme zumindest fallweise.
Das ist eine klare Entwicklung. Digitalisierung in der Kundenbindung ist längst kein Thema ausschließlich großer Handelsketten. Auch kleinere und mittlere Betriebe können profitieren, wenn digitale Lösungen das Tagesgeschäft unterstützen statt verkomplizieren.
Digitale Programme ermöglichen gezielte Aktionen, planbare Frequenzsteuerung, Vorbestellimpulse oder die Bewerbung limitierter Spezialitäten. Richtig eingesetzt, sind sie ein betriebswirtschaftliches Werkzeug – kein Selbstzweck.
Gamification: Ergänzung mit Augenmaß
37,8 Prozent der Befragten geben an, Spielelemente in einer Treue-App gerne oder sehr gerne zu nutzen. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk bedeutet das: Interaktive Elemente können funktionieren, wenn sie produktnah bleiben.
Saisonale Sammelaktionen, kleine Belohnungen für wiederkehrende Käufe oder spielerische Elemente rund um Feiertage können Frequenz schaffen. Entscheidend ist, dass das Handwerk im Mittelpunkt bleibt.
Methodische Grundlage
Der Loyalty Report 2025 basiert auf einer CAWI-Befragung über das Marketagent Online Access Panel mit 2.000 Netto-Interviews in Österreich, Deutschland und der Schweiz. Für Österreich wurden 500 Personen zwischen 18 und 65 Jahren befragt. Die Feldzeit lag zwischen 11.03.2025 und 20.03.2025.
Einordnung für das Handwerk
Kundenbindung ist im Jahr 2025 keine Kür mehr. Sie ist eine strukturierte Antwort auf Preisdruck, verändertes Informationsverhalten und digitale Erwartungshaltungen.
Für Bäcker:innen und Konditor:innen heißt das:
- Einfachheit schlägt Komplexität.
- Regelmäßige Kommunikation schlägt Einmalaktionen.
- Transparenter Vorteil schlägt abstrakte Clubmodelle.
Wer Loyalität ernst nimmt, stärkt nicht nur den Umsatz, sondern auch die Beziehung zur Stammkundschaft – und genau darin liegt die eigentliche Stärke des handwerklichen Betriebs.
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