Leichtes Umsatzplus mit statistischem Beigeschmack

Auf Basis der Rückmeldungen von 49 Betrieben mit insgesamt 668 Beschäftigtenii zeichnet der aktuelle Konjunkturbericht ein differenziertes Branchenbild.

In den ersten drei Quartalen 2025 konnten die Konditoreibetriebe ihre Umsätze nominell um durchschnittlich 0,9 Prozent steigern. Damit entwickelte sich die Branche etwas besser als im Vergleichszeitraum des Vorjahres, in dem die Erlöse stagnierten.

Doch ähnlich wie in anderen Lebensmittelhandwerken relativiert die Preisentwicklung dieses Wachstum. Die Verkaufspreise wurden im Schnitt um 4,5 Prozent angehoben. Real – also mengenmäßig – entspricht das einem Absatzrückgang von 3,5 Prozent.

Die Betriebe verkauften somit weniger Produkte, konnten den Umsatzrückgang jedoch durch höhere Preise abfedern.

Uneinheitliche Entwicklung innerhalb der Branche

Die betriebliche Streuung bleibt hoch. Während 21 Prozent der Unternehmen Umsatzsteigerungen meldeten, verzeichneten 34 Prozent Rückgänge. Bei 45 Prozent lag das Niveau in etwa auf Vorjahrshöhe.

Diese Verteilung zeigt, dass wirtschaftliche Stabilität zunehmend von Betriebsstruktur, Standort und Angebotstiefe abhängt. Insbesondere Zusatzgeschäftsfelder wie Cafébetrieb, Eventtorten oder saisonale Spezialitäten dürften hier stärker differenzieren.

Privatkundschaft bleibt wichtigste Säule

Wie schon in den vergangenen Quartalen erweist sich das Privatkundensegment als stabilisierender Faktor. 23 Prozent der Betriebe meldeten hier Umsatzsteigerungen, während 43 Prozent stabile Entwicklungen verzeichneten.

Im gewerblichen Bereich zeigt sich dagegen mehr Zurückhaltung. Ein Drittel der Betriebe berichtete von Rückgängen, was auf eine verhaltene Nachfrage aus Gastronomie und Handel schließen lässt.

Öffentliche Auftraggeber spielen für Konditoreien traditionell eine untergeordnete Rolle und zeigen ebenfalls kaum Wachstumsdynamik.

Geschäftslage bleibt angespannt

Zum Jahresende 2025 bleibt die Branchenstimmung verhalten. Nur neun Prozent der Betriebe beurteilen ihre Geschäftslage als gut, während 28 Prozent eine negative Einschätzung abgeben.

Zwar hat sich das Stimmungsbarometer gegenüber dem Vorquartal leicht verbessert, insgesamt überwiegen jedoch weiterhin die pessimistischen Bewertungen. Der Saldo liegt bei minus 19 Prozentpunkten.

Damit zeigt sich die Konditorenbranche deutlich skeptischer als viele andere Gewerke im Lebensmittelhandwerk.

Umsatzentwicklung im Jahresvergleich rückläufig

Auch die konkrete Umsatzlage im 4. Quartal unterstreicht die angespannte Situation. Lediglich 13 Prozent der Betriebe erzielten Steigerungen gegenüber dem Vorjahr, während 34 Prozent Rückgänge verzeichneten.
Der Negativsaldo von minus 21 Prozentpunkten verdeutlicht die wirtschaftliche Schieflage. Im Vergleich zum Vorjahresquartal hat sich die Situation damit spürbar verschlechtert.

Gedämpfter Ausblick auf 2026

Die Erwartungen für das erste Quartal 2026 bleiben entsprechend vorsichtig. Nur 13 Prozent der Betriebe rechnen mit steigenden Umsätzen, ein Drittel hingegen mit Rückgängen.

Der Erwartungssaldo liegt bei minus 20 Prozentpunkten und signalisiert eine weiterhin zurückhaltende Branchenstimmung zum Jahresauftakt.

Personalplanung zeigt Stabilität

Trotz wirtschaftlicher Unsicherheiten bleibt der Arbeitsmarkt vergleichsweise stabil. Die große Mehrheit der Betriebe plant, den Personalstand konstant zu halten.

Nur ein kleiner Teil rechnet mit Abbau, während einzelne Betriebe weiterhin Personal aufstocken wollen. Insgesamt ergibt sich ein leicht positives Beschäftigungsplus von durchschnittlich 0,9 Prozent.

Branchenanalyse: Kosten treiben, Konsum bremst

Die Konjunkturdaten zeigen eine strukturell ähnliche Entwicklung wie in anderen Lebensmittelhandwerken, jedoch mit stärkerer Nachfrageabhängigkeit.
Konditoreien reagieren sensibler auf Konsumzurückhaltung, da viele Produkte dem Genuss- und Anlasskonsum zuzuordnen sind. Steigende Preise bei Rohstoffen wie Zucker, Butter oder Kakao verstärken diesen Effekt zusätzlich.
Stabilisierend wirken Betriebe mit starkem Cafégeschäft, Eventaufträgen oder regionaler Stammkundschaft. Druck entsteht vor allem dort, wo hohe Produktionskosten auf preissensible Nachfrage treffen.
Für 2026 deutet sich damit kein Einbruch, wohl aber eine anhaltend herausfordernde Marktsituation an.

 

Kennzahl Wert
Umsatzentwicklung nominell (Q1–Q3 2025) +0,9 %
Verkaufspreise +4,5 %
Umsatz real (mengenmäßig) −3,5 %
Betriebe mit Umsatzplus 21 %
Betriebe mit Rückgängen 34 %
Geschäftslage „gut“ (Q4 2025) 9 %
Geschäftslage „schlecht“ (Q4 2025) 28 %
Umsatzsaldo (Q4 2025) −21 %-Punkte
Umsatzerwartungen Saldo (Q1 2026) −20 %-Punkte
Geplante Personalentwicklung +0,9 %

 

 

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