75 Millionen Euro investiert der Bäckereimaschinenhersteller FRITSCH in eine neue Unternehmenszentrale im unterfränkischen Iphofen. Am 18. Juli erfolgte der offizielle erste Spatenstich, an dem neben den Geschäftsführungen von FRITSCH und der Muttergesellschaft MULTIVAC Group auch Tamara Bischof, Landrätin des Landkreises Kitzingen, und Dieter Lenzer, Bürgermeister der Stadt Iphofen, teilnahmen. Die Fertigstellung ist für das zweite Quartal 2028 vorgesehen.

Für FRITSCH markiert der Neubau einen doppelten Meilenstein: Das Unternehmen feiert heuer sein 100-jähriges Bestehen und errichtet gleichzeitig erstmals einen Firmensitz, der die bisher fünf Standorte des Herstellers zusammenführt. „Der erste Spatenstich markiert den Beginn unseres neuen Firmensitzes und hat in unserem Jubiläumsjahr eine besondere Bedeutung“, sagte Dr. Nico Haßmann, Managing Director FRITSCH, bei der Veranstaltung. Der Standort solle Tradition und Zukunftsorientierung verbinden und die Grundlage für weiteres Wachstum sowie optimierte Prozesse schaffen.

76.000 Quadratmeter für drei Gebäude

Auf dem rund 76.000 Quadratmeter großen Areal im neuen Gewerbegebiet der Stadt Iphofen entsteht ein Gebäudekomplex aus drei Teilen. In der ersten Ausbaustufe wird ein rund 5.000 Quadratmeter großes Verwaltungsgebäude mit drei Etagen errichtet, das moderne Büroflächen, eine Kantine sowie eigene Räumlichkeiten für Schulung und Ausbildung erhält. Parallel entsteht ein rund 20.000 Quadratmeter großes Produktionsgebäude mit neuester technischer Ausstattung. In einer späteren Ausbaustufe soll zudem das bestehende Technologiezentrum „World of Bakery“ in den neuen Komplex integriert werden. Architektonisch prägt eine abgestufte Aluminiumfassade mit großzügigen Glaselementen das Erscheinungsbild.

Von 400 auf bis zu 600 Arbeitsplätze

Aktuell beschäftigt FRITSCH rund 400 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Der neue Standort ist perspektivisch auf bis zu 600 Arbeitsplätze ausgelegt. Christian Traumann, Geschäftsführender Direktor (CEO) der MULTIVAC Group, ordnete die Investition strategisch ein: FRITSCH sei „ein wichtiger Bestandteil unseres Portfolios“, die positive Entwicklung im Backwarensegment und die Potenziale des FRITSCH-Angebots in den internationalen Tochtergesellschaften bestätigten die Entscheidung für den Neubau. FRITSCH gehört seit 2019 zur MULTIVAC Gruppe, die weltweit mehr als 80 Tochtergesellschaften und rund 7.800 Mitarbeitende zählt – darunter auch Vertriebs- und Servicestrukturen, über die österreichische Bäckereien und Konditoreien FRITSCH-Anlagen beziehen und warten lassen.

Photovoltaik, Wärmepumpen und Rasengittersteine

Auch ökologisch soll der Neubau Maßstäbe setzen. Geplant sind großflächige Photovoltaikanlagen, eine energieeffiziente Wärmeversorgung über Wärmepumpen sowie eine thermische Bauteilaktivierung zur Temperierung der Produktionsbereiche. Um die Flächenversiegelung gering zu halten, werden die Parkplätze mit Rasengittersteinen befestigt; großzügige Grünflächen sollen der Versickerung von Niederschlagswasser dienen. Für einen Maschinenbauer, dessen Anlagen in Großbäckereien und im Filialgeschäft laufen, ist das auch ein Signal an energiebewusste Kunden im deutschsprachigen Raum.

Hundert Jahre Teigformung, seit 2019 Teil von MULTIVAC

FRITSCH wurde 1926 im unterfränkischen Markt Einersheim gegründet und gilt als Wegbereiter zentraler Entwicklungen der Teigformung und Teigaufarbeitung, darunter die Teigausrollmaschine und der automatische Brezelschlinger. Kunden reichen vom Bäckerhandwerk über Filialbäcker bis zur industriellen Großbäckerei. Die MULTIVAC Group, 1961 im Allgäu gegründet, ist einer der weltweit führenden Anbieter integrierter Verpackungslösungen für Lebensmittel-, Medizin- und Pharmaprodukte und ergänzt ihr Portfolio seit der Übernahme von FRITSCH gezielt um Backwarentechnik.