Die internationalen Agrarmärkte zeigen sich weiterhin volatil. Während die Weizenpreise zuletzt leicht nachgegeben haben, verzeichnen Ölsaaten wie Raps wieder Auftrieb. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk bleibt damit vor allem die Frage nach der weiteren Rohstoffkostenentwicklung zentral.
Weizenpreise geben nach – globales Angebot wirkt preisdämpfend
An der Euronext Paris notiert Weizen aktuell bei 201,25 EUR pro Tonne und liegt damit unter dem Niveau der Vorwoche. Zuvor waren die Preise im Zuge geopolitischer Spannungen rund um den Iran-Konflikt kurzfristig deutlich gestiegen. Inzwischen sorgt die weltweit gute Versorgungslage wieder für Entspannung am Markt.
Auch am österreichischen Markt zeigt sich ein differenziertes Bild. An der Wiener Produktenbörse ist Qualitätsweizen aus der Ernte 2025 mit 195 EUR pro Tonne leicht im Plus. Deutlich höhere Erwartungen werden jedoch bereits für die kommende Ernte formuliert: Qualitätsweizen für 2026 wird aktuell mit rund 216 EUR pro Tonne bewertet.
Ernte 2026 im Fokus – steigende Kosten als Risikofaktor
Die Preisunterschiede zwischen alter und neuer Ernte spiegeln vor allem die Unsicherheiten in der Produktion wider. Steigende Betriebsmittelpreise, insbesondere bei Düngemitteln, belasten die Kalkulation vieler Betriebe. Marktteilnehmer rechnen daher mit möglichen Qualitätseinbußen bei Weizen in Österreich und der EU.
Für das Bäckerhandwerk bedeutet das: Die Entwicklung der Rohstoffpreise bleibt eng an agrarische Rahmenbedingungen gekoppelt – mit direkten Auswirkungen auf Mehlpreise und Kalkulationen.
Mais leicht rückläufig – Energiepreise bleiben Einflussfaktor
Auch beim Mais zeigt sich ein leichter Preisrückgang. Mit aktuell rund 206,75 EUR pro Tonne liegt der Kurs unter dem Niveau der Vorwoche. Zuvor hatte die verstärkte Nutzung von Mais zur Bioethanolproduktion im Zuge steigender Rohölpreise für Auftrieb gesorgt. Damit bleibt der Energiemarkt ein wesentlicher Einflussfaktor auf die Getreidepreise.
Raps wieder im Aufwind
Im Gegensatz dazu konnte Raps zuletzt zulegen. Die Notierungen in Paris liegen aktuell über dem Niveau der Vorwoche. Hintergrund sind steigende Rohölpreise, die die Nachfrage nach Pflanzenölen als Energieträger stützen.
Düngemittelpreise auf hohem Niveau
Ein zentraler Kostentreiber bleibt der Düngemittelmarkt. Die internationale Harnstoff-Notierung an der Chicago Board of Trade liegt weiterhin auf einem sehr hohen Niveau von rund 687,50 USD pro Tonne. Damit bewegen sich die Preise deutlich über dem Stand vor Beginn der geopolitischen Spannungen.
Relevanz für das Bäcker- und Konditorenhandwerk
Für die Branche ergibt sich ein klares Bild: Während sich die Getreidepreise kurzfristig entspannen, bleiben die strukturellen Kostenrisiken hoch. Insbesondere die Entwicklung bei Düngemitteln und Energie wird entscheidend dafür sein, wie sich Mehlpreise in den kommenden Monaten entwickeln.
Für Betriebe bedeutet das, Einkauf und Kalkulation weiterhin eng zu beobachten und flexibel auf Marktbewegungen zu reagieren.



