Mit der Übernahme des slowenischen Lebensmittelherstellers Mercator-Emba setzt AGRANA einen weiteren strategischen Schritt im europäischen Wachstumskurs. Nach der Freigabe durch die internationalen Wettbewerbsbehörden wurde die Transaktion Ende März abgeschlossen – die Produktion läuft bereits unter neuer Führung.
Erster AGRANA-Standort in Slowenien
Mit dem Erwerb von Mercator-Emba d.o.o. betritt AGRANA erstmals den slowenischen Markt. Der Produktionsstandort liegt rund 30 Kilometer südwestlich von Ljubljana, beschäftigt etwa 100 Mitarbeitende und erwirtschaftet einen Jahresumsatz von rund 30 Millionen Euro.
Das Unternehmen zählt zu den etablierten Anbietern im Bereich Food Service, Lebensmittelverarbeitung und Einzelhandel. Besonders gefragt sind die spezialisierten Produkte wie Instant-Kakao, Sirupe und Dessert-Toppings, die vor allem in Zentral-, Süd- und Osteuropa vertrieben werden.
Fokus auf Food Service und maßgeschneiderte Lösungen
Für AGRANA ist die Übernahme mehr als eine geografische Expansion. Sie ist Teil der strategischen Ausrichtung auf wachstumsstarke Segmente. Stephan Büttner betont die Bedeutung des Standorts für die Konzernstrategie: Der Ausbau im Food-Service-Bereich eröffnet neue Absatzmärkte und stärkt die Position bei Kunden aus der Lebensmittel- und Getränkeindustrie. Im Zentrum steht dabei das Geschäftssegment Food & Beverage Solutions. Hier entwickelt AGRANA individuelle Rezepturen und funktionale Zutaten für industrielle Anwendungen – von Fruchtzubereitungen über Aromen bis hin zu Sirupen und Saucen.
Relevanz für Bäckerei- und Konditoreibranche
Gerade für die Backwarenindustrie sind diese Lösungen von zentraler Bedeutung. Sirupe, Füllungen, Aromen und Toppings spielen eine wesentliche Rolle in der Produktentwicklung moderner Bäckerei- und Konditoreibetriebe.
Die Erweiterung der Produktionskapazitäten in Europa kann daher auch für österreichische Betriebe entlang der Wertschöpfungskette relevant werden – insbesondere im Bereich Convenience, Dessertlösungen und Food-Service-Konzepte.
70 Jahre Erfahrung treffen auf Konzernstruktur
Auch auf Seiten von Mercator-Emba wird der Schritt als strategische Weiterentwicklung gesehen.
Darja Jamnik verweist auf die langjährige Marktposition des Unternehmens und sieht in der Integration in die AGRANA-Gruppe neue Chancen für Innovation und Wachstum.
Mit rund 70 Jahren Erfahrung zählt Emba zu den etablierten Produzenten in der Region. Die Einbindung in einen internationalen Konzern eröffnet Zugang zu neuen Märkten, Technologien und Kundenstrukturen.
Europäisches Netzwerk wird weiter verdichtet
Mit dem neuen Standort erweitert AGRANA sein globales Produktionsnetzwerk im Bereich Food & Beverage Solutions auf insgesamt 37 Standorte, davon 20 in Europa. Die Strategie ist klar: Nähe zu den Kunden, flexible Produktionsstrukturen und maßgeschneiderte Lösungen.
Wachstum mit klarer strategischer Linie
Die Übernahme in Slowenien zeigt, wohin sich die Branche entwickelt. Individuelle Zutatenlösungen, steigende Nachfrage im Außer-Haus-Markt und eine stärkere Verzahnung von Industrie und Handwerk prägen die Dynamik. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk bedeutet das: Die Schnittstellen zur Industrie werden wichtiger. Gleichzeitig entstehen neue Möglichkeiten, Produkte zu differenzieren und auf veränderte Konsumgewohnheiten zu reagieren.

