Steigende Bio-Ausgaben und wachsende Marktanteile treffen auf gebremste Umstellung. Branche fordert neue Impulse für heimische Produktion.
Biomarkt wächst wieder deutlich
Der Bio-Lebensmittelmarkt in Österreich hat 2025 spürbar zugelegt. Laut aktuellen RollAMA-Daten stiegen die Einkaufsmengen um 2,3 Prozent, die Ausgaben sogar um 6,5 Prozent. Der Bio-Anteil an den gesamten Lebensmittelausgaben erreichte mit knapp zwölf Prozent ein neues Rekordniveau. Pro Haushalt wurden durchschnittlich rund 360 Euro für Bio-Produkte ausgegeben.
Zuwächse zeigen sich in vielen Warengruppen. Der Anteil überschritt erstmals die Acht-Prozent-Marke.
Starke Basis im europäischen Vergleich
Österreich bleibt eines der führenden Bio-Länder Europas. Rund 23 Prozent der landwirtschaftlichen Betriebe wirtschaften biologisch und bewirtschaften etwa 27 Prozent der Nutzfläche. Insgesamt entspricht das mehr als 23.500 Betrieben.
Nach schwierigen Jahren konnte die Bio-Basis stabilisiert werden. Für weiteres Wachstum braucht es jedoch neue Umsteller.
Förderstopp bremst Entwicklung
Genau hier liegt aktuell das Problem. Seit Ende 2024 ist kein Neueinstieg in die Bio-Fördermaßnahme mehr möglich, innerbetriebliche Umstellungen liefen 2025 aus. Branchenvertreter warnen, dass die steigende Nachfrage ohne zusätzliche Produktion nicht aus heimischer Landwirtschaft gedeckt werden kann.
Die Folge könnten wachsende Importanteile sein – ein sensibles Thema für Herkunft, Wertschöpfung und Versorgungssicherheit.
Regionalität bleibt zentrales Kaufargument
Eine aktuelle Motivanalyse zeigt, dass neben Tierwohl, Natürlichkeit und Gesundheit vor allem die regionale Herkunft kaufentscheidend ist. Für rund die Hälfte der Konsumentinnen und Konsumenten ist sie ein Hauptgrund für den Griff zu Bio.
Damit gewinnt die Verbindung von Bio und regionaler Produktion weiter an strategischer Bedeutung – auch für Bäckereien und Konditoreien, die verstärkt auf Bio-Rohstoffe setzen.

