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Mehrwertsteuer sinkt: Brot, Gebäck und Mehl sollen ab 2026 günstiger werden

Die Bundesregierung plant eine Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel. Ab Mitte 2026 sollen auch Brot, Gebäck und Mehl steuerlich entlastet werden.

Steuerliche Entlastung für Grundnahrungsmittel geplant

In Österreich zeichnet sich eine bedeutende Entlastung für Konsumentinnen und Konsumenten ab. Die Bundesregierung hat beschlossen, die Mehrwertsteuer auf ausgewählte Grundnahrungsmittel von derzeit zehn auf fünf Prozent zu senken. Die Maßnahme soll ab Mitte 2026 in Kraft treten und den täglichen Lebensmitteleinkauf günstiger machen.

Ziel ist es, Haushalte angesichts anhaltend hoher Lebensmittelpreise spürbar zu entlasten. Gerade bei Grundnahrungsmitteln, die regelmäßig gekauft werden, soll sich die Steuerreduktion unmittelbar bemerkbar machen.

Politische Einigung in der Regierung

Beschlossen wurde die Maßnahme im Rahmen einer Regierungsklausur der Koalition aus ÖVP, SPÖ und NEOS. Die Senkung des ermäßigten Mehrwertsteuersatzes war dabei ein zentrales sozialpolitisches Vorhaben, insbesondere auf Druck der SPÖ.

Aus Sicht der Regierung profitieren vor allem Haushalte mit niedrigerem Einkommen, da diese einen überdurchschnittlich hohen Anteil ihres Budgets für Lebensmittel ausgeben. Kritische Stimmen weisen jedoch darauf hin, dass die Wirkung maßgeblich davon abhängt, ob der Steuervorteil vollständig an die Endpreise weitergegeben wird.

Kosten und Gegenfinanzierung

Die jährlichen Kosten für den Staat werden mit rund 400 Millionen Euro beziffert. Gegenfinanziert werden soll die Maßnahme unter anderem durch neue Abgaben auf nicht recycelbares Plastik sowie auf Paketlieferungen aus Nicht-EU-Ländern.

Die Auswahl der begünstigten Produkte folgt laut Bundesregierung sozialen und produktionswirtschaftlichen Kriterien und soll etwa ein Drittel des durchschnittlichen Einkaufswerts abdecken.

Diese Lebensmittel sollen künftig günstiger werden

In einer ORF-Pressestunde nannte Vizekanzler Andreas Babler erstmals eine konkrete Liste jener Waren, die von der Steuersenkung profitieren sollen.

Milch, Milchprodukte und Eier
Frische Milch einschließlich laktosefreier tierischer Milch, Butter sowie Eier von Hühnern.

Gemüse, frisch, gekühlt oder tiefgekühlt
Kartoffeln, Tomaten, Zwiebeln, Knoblauch, Lauch, Karotten, Rüben, Knollensellerie, Gurken, Bohnen, Erbsen, Kürbis, Paprika, Spargel, verschiedene Salate sowie gefrorenes Gemüse wie Erbsen oder Spinat.

Obst
Frische Äpfel und Birnen sowie saisonales Steinobst wie Marillen und Kirschen.

Getreideprodukte, Mehl und Backwaren
Reis, Weizenmehl und Weizengrieß, Nudeln ohne Füllung sowie Brot und Gebäck, darunter auch glutenfreie Varianten.

Weitere Grundnahrungsmittel
Speisesalz.

Auffällig ist die klare Ausrichtung auf Produkte mit hoher Bedeutung für die heimische Landwirtschaft und Lebensmittelproduktion. Importierte Waren wie Bananen sind nicht Teil der Liste.

Bedeutung für Bäckereien und Konditoreien

Für das österreichische Bäcker- und Konditorenhandwerk ist insbesondere die Aufnahme von Mehl, Brot und Gebäck von Bedeutung. Sollte die Steuerreduktion vollständig weitergegeben werden, könnten sich günstigere Rohstoffpreise und stabilere Endpreise positiv auf Nachfrage und Kaufverhalten auswirken.

Gleichzeitig bleibt offen, wie sich die Maßnahme entlang der Wertschöpfungskette auswirkt und in welchem Ausmaß Betriebe tatsächlich entlastet werden.

Erwartete Einsparungen für Haushalte

Expertinnen und Experten rechnen mit Einsparungen von rund 100 Euro pro Haushalt und Jahr. Das Momentum Institut geht bei vollständiger Weitergabe sogar von bis zu 126 Euro jährlich aus. Für viele Haushalte bedeutet das eine spürbare, wenn auch keine grundlegende Entlastung.

Fazit

Die geplante Senkung der Mehrwertsteuer auf Grundnahrungsmittel ist ein zentraler wirtschafts- und sozialpolitischer Schritt. Für das Bäcker- und Konditorengewerbe ist insbesondere relevant, dass Brot, Gebäck und Mehl Teil der Entlastung sind.

Ob die Maßnahme langfristig Wirkung zeigt, hängt entscheidend davon ab, wie transparent und konsequent die Steuersenkung entlang der gesamten Lebensmittelkette umgesetzt wird.

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