Das österreichische Eis des Jahres steht im Zeichen der cremigen italienischen Spezialität Cassata siciliana. Das europäische „Eis des Jahres“ trägt den klingenden Namen „Melody“.

Der offizielle Startschuss für die Eissaison 2026 fiel am 25. März im Wiener Eissalon Mauß durch die WKO-Branchensprecher Andrew Nussbaumer und Luca Alberti. „Rund 400 Eissalons sowie zahlreiche Gastronomiebetriebe mit hausgemachtem Speiseeis laden mit vielfältigen Kreationen zum Genuss ein. Handwerklich hergestelltes Speiseeis ist weit mehr als nur eine süße Erfrischung“, betonten Nussbaumer und Alberti. „Die handwerklichen Eismacherinnen und Eismacher punkten mit täglich frischer Produktion, kurzen Zutatenlisten und möglichst regionalen Produkten.“

Ricotta, Fior di Latte und kandierte Früchte

Auch in diesem Jahr kürte die Branche wieder das „Eis des Jahres“ – insgesamt bereits zum 15. Mal. 2026 fiel die Wahl auf die Sorte Cassata. „Es ist ein Eis auf Basis von Ricotta, Fior di Latte oder auch Panna. Kandierte Früchte wie Zitrone oder Orange dürfen natürlich nicht fehlen. Und das in Summe ergibt das Cassata-Eis“, sagte Andrew Nussbaumer, WKO-Sprecher der Eissalonbetreiber. Das Eis sei so auch offen für Interpretationen der Eishersteller, es gebe unglaublich viele Möglichkeiten.

415 Eissalons sind bei der Wirtschaftskammer gemeldet, 175 davon in Wien. Sie waren zur Abstimmung über das Eis des Jahres aufgerufen, rund ein Dutzend Sorten standen zur Auswahl. Grundsätzlich seien die Österreicher immer noch Fans der Eisklassiker wie Schokolade oder Stracciatella, aber in den vergangenen Jahren kamen auch immer öfter vegane Sorten oder welche mit speziellen Zutaten wie Cookies in das Stanitzel. Auch österreichische Mehlspeisen stehen auf der Eiskarte, so haben etwa Cremeschnitteneis oder Apfelstrudeleis ihren Platz in den letzten Jahren erobert.

Schwerpunktwochen im April und zu Sommerbeginn

Die „Cassata-Eiswoche“, die von 27. April bis 3. Mai 2026 stattfand, bot den Betrieben die Möglichkeit, ihre individuellen Kreationen zu präsentieren. Speziell für junge Gäste stehen von 29. Juni bis 12. Juli wieder die beliebten „Kinder-Eiswochen“ im Zeichen bunter und besonders fantasievoller Sorten auf dem Programm.

Zukunft planbarer

Positiv gestimmt zeigte sich Nussbaumer über die wirtschaftliche Entwicklung, beispielsweise gesunkene Energiekosten. So sei die Zukunft für die Eishersteller planbarer geworden. „Die dürfen auch was verdienen, nicht nur Eis machen“, sagte er. Stanitzel und vor allem deren Inhalt seien zwar in Ballungszentren und touristischen Regionen tendenziell teurer, aber die Kugelpreise seien grundsätzlich nicht oder nur moderat erhöht worden. „Die handwerklichen Eismacher punkten mit sorgfältig ausgewählten Rohstoffen, transparenter Herstellung und echtem Fachwissen.“

„Melody“ klingt in Europa

Und auch europaweit wird mittlerweile alljährlich eine Sorte zum „Eis des Jahres“ gekürt. Bei der Auswahl des europäischen Eis des Jahres durfte natürlich auch Österreich mitreden, erzählte Luca Alberti, Sprecher der italienischen Eissalonbetreiber in Österreich, die den klangvollen Vereinsnamen „Associazione Gelatieri Italiani in Austria“ tragen. Der Sitz des Vereins ist in der Wiener Minoritenkirche, dort habe man sich im Herbst zusammengesetzt und die Richtung für eine neue Eissorte vorgegeben.

Die Entscheidung sei dann auf die Kreation „Melody“ des spanischen Eismachers Juanma Guerrero gefallen. Das Eis hat eine Milch-Ricotta-Basis, hinzu kommen Orangensauce und Pistazien. „Musik verbindet Menschen über alle Grenzen hinweg. Genau dieses Gefühl spiegelt sich auch und ganz besonders in ‚Melody‘ wider“, so Andrew Nussbaumer und Luca Alberti unisono.

Luca Alberti, Thomas Longin und Margit Mauß vom Eissalon Mauß, Lisa Kernegger (St. Anna Kinderkrebsforschung) und Andrew Nussbaumer (v.l.n.r.) mit dem Spendenscheck. © Hilde Resch

Luca Alberti, Thomas Longin und Margit Mauß vom Eissalon Mauß, Lisa Kernegger (St. Anna Kinderkrebsforschung) und Andrew Nussbaumer (v.l.n.r.) mit dem Spendenscheck. © Hilde Resch

6.300 Euro für die St. Anna Kinderkrebsforschung

Neben dem vielfältigen Genuss steht in der Eismacher-Branche auch das soziale Engagement im Fokus. Seit rund 25 Jahren unterstützen die österreichischen Eissalons die St. Anna Kinderkrebsforschung. „Kinder zählen zu unserer wichtigsten Kundschaft. Umso wichtiger ist es, auch jenen zu helfen, denen es nicht gut geht“, betonten Nussbaumer und Alberti. Insgesamt haben Eismacherinnen und Eismacher bereits rund 150.000 Euro gespendet.

Auch im vergangenen Jahr wurde die Initiative fortgeführt, der Spendenbetrag belief sich auf rund 6.300 Euro.

Hier der Link zum Rezept für „Melody“.