Die Berglandmilch hat am 14. März 2026 am Standort Voitsberg ein neues Biomasse-Heizwerk offiziell eröffnet. Die Anlage gilt als zentraler Baustein für eine klimafreundlichere Produktion und unterstreicht die strategische Weiterentwicklung des steirischen Molkereistandorts, der in den vergangenen Jahren massiv ausgebaut wurde.
Nachhaltige Energie aus der Region
Das Heizwerk wird ausschließlich mit regionaler Biomasse in Form von Hackschnitzeln betrieben. Mit einer Leistung von 6 Megawatt verarbeitet die Anlage täglich rund 180 Kubikmeter Holz und reduziert die CO₂-Emissionen um mehr als 90 Prozent. Die Hackschnitzel stammen von den regionalen Unternehmen Blümel, Penz und Rumpf und sichern damit kurze Transportwege sowie zusätzliche Wertschöpfung in der Region.
Für Berglandmilch ist das Projekt Teil einer umfassenden Nachhaltigkeitsstrategie. Geschäftsführer Josef Braunshofer betonte beim Festakt die Bedeutung geschlossener Kreisläufe zwischen Landwirtschaft, Rohstoffen und Energie. Auch Landwirtschaftskammer-Präsident Andreas Steinegger wertete die Investition als klares Bekenntnis zu erneuerbarer Energie und größerer Unabhängigkeit von internationalen Energiemärkten.
Standort Voitsberg wächst weiter
Parallel zum neuen Heizwerk wird der Standort kontinuierlich erweitert. Aktuell entsteht eine neue Lagerhalle für Glas- und Pfandgebinde, die im Juni fertiggestellt werden soll. Zudem wurde ein zusätzlicher Parkplatz angekauft, um den steigenden Bedarf abzudecken. Insgesamt investierte Berglandmilch rund 110 Millionen Euro in den Standort Voitsberg. Mehr als 200 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sind hier beschäftigt, die überwiegend aus der Region stammen. Täglich wird rund eine Million Liter Milch verarbeitet, wobei 95 Prozent aus der Steiermark und fünf Prozent aus Kärnten stammen.
Zentrale Rolle in der österreichischen Käseproduktion
Voitsberg hat sich in den vergangenen Jahren zu einem der wichtigsten Produktionsstandorte der Berglandmilch entwickelt und gilt heute als größte Käserei Österreichs. Produziert werden unter anderem Sorten wie Moosbacher, Asmonte, Dachsteiner und Geheimratskäse. Durch die Übernahme der Produktpalette der Stainzer Milch wurde das Sortiment zusätzlich erweitert. Ein wachsender Bereich ist zudem die Glasabfüllung. Laut Obmann Stefan Lindner werden bereits rund 15 Prozent der Milch in Glasflaschen abgefüllt. Nachdem frühere Versuche der Wiedereinführung gescheitert waren, erlebt dieses Segment nun eine deutliche Nachfrage, unterstützt durch funktionierende Pfandsysteme.
Starker Arbeitgeber mit Zukunftsperspektive
Die Berglandmilch-Gruppe umfasst insgesamt rund 8.000 Milchbäuerinnen und Milchbauern sowie etwa 1.400 Beschäftigte. Jährlich werden rund 1,4 Milliarden Kilogramm Milch verarbeitet, etwa 40 Prozent der Produkte gehen in den Export, vor allem nach Deutschland, Italien und Griechenland. Am Standort Voitsberg steigt zudem der Frauenanteil kontinuierlich und liegt derzeit bei rund 30 Prozent. Moderne Automatisierungstechnik macht die Arbeitsplätze zunehmend attraktiver. Gleichzeitig investiert das Unternehmen in die Ausbildung und beschäftigt aktuell mehrere Lehrlinge.
Mit dem neuen Biomasse-Heizwerk und den laufenden Erweiterungen positioniert sich der Standort Voitsberg langfristig als moderner, nachhaltiger und wirtschaftlich bedeutender Knotenpunkt der österreichischen Milchverarbeitung.




