Das Gespür für Süßes wurde Manuel Schickmaier als Sohn von Meisterkonditorin Brigitta Schickmaier quasi in die Wiege gelegt. Anders als bei seiner Mutter gilt seine Leidenschaft jedoch nicht Torten und Pralinen, sondern Nougatcremes und Schokoladen. Was einst als Schulprojekt begann, entwickelte sich mittlerweile zu einem florierenden Unternehmen, das unter der Marke Genussfux Bio-Nougatcremes und Bio-Schokoladen produziert und vertreibt.

Vom Meisterschüler zum Schokoladenmacher

Wer die Meisterschule für Müller, Bäcker und Konditoren an der HTL für Lebensmitteltechnologie in Wels besucht, muss auch eine Projektarbeit verfassen. Viele dieser Arbeiten entstehen in Zusammenarbeit mit den eigenen Familienbetrieben – nur wenige bilden jedoch tatsächlich den Grundstein für ein neues Unternehmen. Manuel Schickmaier ist das gelungen. Beim Naschen industriell hergestellter Schokoriegel stellte er sich die Frage, wie sich diese süßen Köstlichkeiten mit weniger Zucker, hochwertigeren regionalen Zutaten und dennoch hervorragendem Geschmack herstellen ließen. Nach zahlreichen Versuchen erwies sich eine Crememasse aus Hanfsamen als beste Lösung – damit war der Grundstein für das Genussfux-Erfolgsprodukt „Hanfessa“ gelegt und das Schulprojekt wurde zu einem ausgezeichneten Erfolg.

Die Ausbildung zum Konditor- und Getreidemüllermeister schloss Manuel 2018 erfolgreich ab. 2025 gehörte er zu den ersten Schokoladensommeliers, die ihre Ausbildung in Österreich absolvierten.

Das Hanffeld liefert Rohstoffe direkt vor der Haustüre. © Genussfux
Das Hanffeld liefert Rohstoffe direkt vor der Haustüre. © Genussfuxmehr anzeigen
Biohanfsamen sind die wichtigste Zutat in einer der köstlichen Nougatcremes. © Genussfux
Biohanfsamen sind die wichtigste Zutat in einer der köstlichen Nougatcremes. © Genussfuxmehr anzeigen
Die Haselnussernte wird natürlich per Hand erledigt. © Genussfux
Die Haselnussernte wird natürlich per Hand erledigt. © Genussfuxmehr anzeigen

Manufaktur am Bauernhof

Gemeinsam mit seinem Bruder Daniel entwickelte er 2018 die Marke Genussfux. 2019 eröffneten die beiden ihr Produktions- und Innovationszentrum am elterlichen Hof im oberösterreichischen Pettenbach: 130 Quadratmeter Manufakturfläche, auf denen seither in liebevoller Handarbeit Bio-Spezialitäten entstehen. Daniel Schickmaier hat sich mittlerweile beruflich neu orientiert, steht aber weiterhin bereit, wenn in der Produktion eine helfende Hand benötigt wird. Unterstützung erhält Manuel Schickmaier auch von seiner Ehefrau Laura. Sie ist nicht nur in Produktion und Versand tatkräftig im Einsatz, sondern verantwortet auch Marketing, Social-Media-Auftritt sowie professionelle Fotos und Videos. Im April 2026 wird die erste Mitarbeiterin eingestellt, die nicht zur Familie gehört – ein weiterer Meilenstein in der Entwicklung des Unternehmens.

Vom Feld bis zur Tafel

„Was uns von anderen Manufakturen fundamental unterscheidet, ist die radikale Nähe zum Rohstoff“, sagt Manuel Schickmaier. Auf dem Bio-Bauernhof von Vater Martin Schickmaier wachsen Hanfsamen und Sonnenblumenkerne, die nur wenige Meter weiter in der Manufaktur zu palmölfreien Nougatcremes und Schokoladen verarbeitet werden. Vom Anbau über die Trocknung bis zur fertigen Tafel geschieht alles an einem einzigen Standort. „Kürzere Wege gibt es in der Branche kaum. Die Kontrolle über die gesamte Rohstoffkette ist eine Seltenheit, die selbst große internationale Schokoladenhäuser nicht bieten können“, so Schickmaier stolz.

Das gesamte Sortiment ist biozertifiziert. Es werden keine künstlichen Aromen, Zusatzstoffe, Palmöl oder Zuckerersatzstoffe verwendet. Zudem verarbeitet Genussfux ausschließlich FairTrade-Schokolade und setzt sich für faire Bezahlung sowie würdige Arbeitsbedingungen entlang der gesamten Lieferkette ein. Was nicht selbst angebaut werden kann, wird möglichst regional eingekauft. Die Milch stammt zu 100 Prozent von österreichischen Kühen, der Zucker aus heimischen Rüben, die Haselnüsse aus dem Marchfeld. Auch Nachhaltigkeit ist Manuel Schickmaier ein großes Anliegen. Die Manufaktur wird mit Solarenergie betrieben. Alle Pakete werden zu 100 Prozent klimaneutral über die Initiative „CO2 neutral zugestellt“ der Österreichischen Post versendet.

Die Produktion erfolgt in Kleinstchargen. Das garantiert nicht nur höchste Frische, sondern ermöglicht auch eine laufende sensorische Kontrolle. Als Schokoladensommelier bringt Manuel seine sensorische Expertise in jeden Produktionsschritt ein: von der Auswahl der Kakaobohnen über das Schmelzen und Temperieren bis hin zur finalen Aromenbalance. Fruchtigkeit, Röstaromen, Bitternoten und Schmelzverhalten – jede Variable wird bei der Rezeptentwicklung berücksichtigt und gezielt ausbalanciert. „Keine Charge verlässt das Haus, ohne dass ich sie persönlich verkostet und freigegeben habe“, beschreibt der Schokoladensommelier seinen Qualitätsanspruch. Die Produktion in kleinen Chargen direkt am Bio-Bauernhof garantiert zudem kurze Transportwege und vermeidet Lebensmittelverschwendung.

Laura Schickmaier verantwortet neben Produktion und Versand auch Marketing, Social Media sowie Foto- und Videoaufnahmen des Unternehmens. © Genussfux
Laura Schickmaier verantwortet neben Produktion und Versand auch Marketing, Social Media sowie Foto- und Videoaufnahmen des Unternehmens. © Genussfuxmehr anzeigen
Manuel Schickmaier: »Was uns von anderen Manufakturen fundamental unterscheidet, ist die radikale Nähe zum Rohstoff.«. © Genussfux
Manuel Schickmaier: »Was uns von anderen Manufakturen fundamental unterscheidet, ist die radikale Nähe zum Rohstoff.«. © Genussfuxmehr anzeigen
Manuel Schickmaier: »Keine Charge verlässt das Haus, ohne dass ich sie persönlich verkostet und freigegeben habe.«. © Genusfux
Manuel Schickmaier: »Keine Charge verlässt das Haus, ohne dass ich sie persönlich verkostet und freigegeben habe.«. © Genusfuxmehr anzeigen
Auch die Haselnüsse in der Schokolade stammen direkt vom eletrlichen Bio-Hof. © Genussfux
Auch die Haselnüsse in der Schokolade stammen direkt vom eletrlichen Bio-Hof. © Genussfuxmehr anzeigen

Kleines, feines Sortiment

Das Herzstück des Sortiments bilden nach wie vor die Bio-Nougatcremes – in drei Varianten: aus Hanfsamen, Sonnenblumenkernen und Haselnüssen. Die zweite Produktgruppe umfasst Bio-Schokoladen, die mittlerweile rund 50 Prozent zum Umsatz beitragen.

Vertrieben werden die Produkte über den eigenen Online-Shop. Wer möchte, kann ein Nougatcreme-Abo buchen, damit die Lieblingscreme nie ausgeht – nur eine der innovativen Ideen, von denen Laura und Manuel Schickmaier immer wieder neue entwickeln.

Darüber hinaus sind Cremes und Schokoladen in ausgewählten Premium-Feinkostgeschäften sowie in der gehobenen Hotellerie in Österreich und Deutschland erhältlich. Bei der Auswahl der Geschäftspartner wird genau darauf geachtet, dass sie mit den Werten von Genussfux im Einklang stehen.

Handgegossen und Single Origin

Alle Schokoladen werden von Manuel Schickmaier handgegossen und sind FairTrade-zertifiziert. Die Basis bilden sortenreine Single-Origin-Kakaobohnen. Der Schokoladenpartner aus der Schweiz gilt als Pionier: Bereits 1996 entwickelte er die erste Bio-FairTrade-Schokolade der Welt. Mittlerweile gibt es auch eine Schokolade, die vollständig im Almtal – von der Bohne bis zur Tafel – in der eigenen Manufaktur gefertigt wurde.

„Ich habe Josef Zotter einen Sack Kakaobohnen aus Belize abgekauft und erstmals Bean-to-Bar produziert“, erzählt Manuel Schickmaier. Entstanden ist als Projektarbeit im Schokoladensommelier-Lehrgang die „Wohlfühl-Ritual“-Schokolade, in der Kakaobohnen aus den Maya Mountains auf Kräuter aus den Alpen treffen. „Die Bean-to-Bar-Produktion finde ich enorm spannend und möchte sie Schritt für Schritt weiter ausbauen.“ Um die Investitionen gering zu halten, wurde ein gebrauchter Fünf-Walzenstuhl günstig erworben. Wenn Manuel einmal nicht in der Produktion steht oder an neuen Rezepturen tüftelt, restauriert er seine neueste Errungenschaft.

Große Pläne in kleinen Schritten

Mit seinen 30 Jahren hat Manuel Schickmaier noch viel vor. Zunächst sollen im Rahmen seiner B2B-Wachstumsstrategie systematisch Partnerschaften mit Premium-Feinkostgeschäften und der gehobenen Hotellerie in Österreich und Deutschland ausgebaut werden. Das Ziel ist klar definiert: 15 bis 20 neue Partner pro Monat. Auch Sortimentserweiterungen – etwa durch saisonale Sorten – stehen auf dem Programm.

Mittel- und langfristig verfolgen Laura und Manuel Schickmaier einen klaren Masterplan: die Bekanntheit der Marke Genussfux im In- und Ausland steigern, sich als österreichisches Schokoladenhaus mit internationaler Reputation etablieren und künftig vollständig Bean-to-Bar produzieren. Produktion und Team sollen weiter wachsen – immer mit Leidenschaft für Schokolade und einem kompromisslosen Qualitätsbewusstsein im Mittelpunkt. Und irgendwann, so die Vision, könnte auch eine Erlebniswelt entstehen – ähnlich wie bei Wenschitz oder Zotter.  Doch zuerst steht ein anderes großes Projekt an: der Bau des eigenen Hauses.

Genussfux – Schickmaier KG
Bergsleithenstraße 23
4643 Pettenbach
Tel.: 0660/558 64 69
www.genussfux.at