Herkunft wird zum Wettbewerbsfaktor
Regionale Rohstoffe sind für viele Bäckereien und Konditoreien längst Teil der eigenen Positionierung. Doch gerade im Außer-Haus-Bereich stellt sich zunehmend die Frage, wie sich Regionalität nicht nur kommunizieren, sondern auch glaubwürdig belegen lässt. Ein neues digitales Transparenztool der ja zu nah GmbH will hier ansetzen und Herkunft erstmals lückenlos sichtbar machen – vom bäuerlichen Betrieb bis zum fertigen Produkt.
Das System wurde speziell für die Anforderungen von Gemeinschaftsverpflegung, Gastronomie, Hotellerie sowie handwerklichen Betrieben entwickelt und ist auch für Bäckereien und Konditoreien relevant, die mit regionalen Lieferketten arbeiten oder öffentliche Auftraggeber beliefern.
Nachvollziehbarkeit statt bloßer Herkunftsversprechen
„Regionalität braucht mehr als gute Absichten, sie braucht Nachvollziehbarkeit“, betont Johannes Schmuckenschlager, Präsident der Landwirtschaftskammer Niederösterreich. Wer regionale Herkunft kommuniziere, müsse diese auch belegen können. Gerade im sensiblen Bereich der Gemeinschaftsverpflegung werde Transparenz zunehmend zur Voraussetzung für Vertrauen.
Das neue Tool ermöglicht genau das: Betriebe können offenlegen, woher Mehl, Milch, Eier oder weitere Zutaten stammen – bis hin zu konkreten Höfen, Feldern oder Ställen.
Einblick für Gäste, Kund:innen und Auftraggeber
Über QR-Codes auf Speiseplänen, Thekenaufstellern oder digitalen Displays erhalten Gäste, Mitarbeiter:innen oder Auftraggeber direkten Zugriff auf die Herkunftsinformationen. Die Darstellung erfolgt verständlich und visuell aufbereitet und kann flexibel an den jeweiligen Betrieb angepasst werden.
„Hinter jedem Lebensmittel stehen Menschen, Höfe und Arbeit“, sagt Waldemar Pöchhacker, Geschäftsführer der ja zu nah GmbH. Ziel sei es, diese Leistungen sichtbar zu machen und Produzent:innen eine klare Präsenz im Verkaufs- und Gästebereich zu geben.
Blockchain als technische Basis
Technisch basiert das System auf einer Blockchain-Struktur. Jeder Schritt entlang der Lieferkette – von der landwirtschaftlichen Erzeugung über Verarbeitung und Logistik bis zur Backstube oder Küche – wird fälschungssicher dokumentiert und dauerhaft gespeichert.
Diese unveränderbare Datengrundlage erhöht nicht nur die Transparenz, sondern auch die Lebensmittelsicherheit. Im Anlassfall, etwa bei Qualitätsabweichungen oder Rückrufen, lassen sich betroffene Chargen rasch und gezielt rückverfolgen.
Relevanz für das Bäcker- und Konditorenhandwerk
Für Bäckereien und Konditoreien bietet das Tool mehrere Ansatzpunkte. Einerseits unterstützt es die glaubwürdige Kommunikation regionaler Rohstoffe, etwa bei Brot, Gebäck oder Mehlspeisen. Andererseits kann es bei Ausschreibungen und öffentlichen Aufträgen als dokumentierter Herkunftsnachweis dienen.
In einem zunehmend preisgetriebenen Markt wird überprüfbare Regionalität damit zu einem strategischen Differenzierungsmerkmal – insbesondere für Betriebe, die bewusst auf österreichische Lieferketten setzen.
Flexible Nutzung für unterschiedliche Betriebsgrößen
Das System ist modular aufgebaut und lässt sich an unterschiedliche Betriebsgrößen anpassen. Vorgesehen sind unter anderem Pay-per-Use-Modelle für einzelne Standorte oder Aktionen, Lizenzmodelle für den dauerhaften Einsatz sowie White-Label-Lösungen zur Nutzung unter eigener Marke.
Damit soll Herkunftstransparenz nicht nur für Großküchen, sondern auch für kleinere handwerkliche Betriebe wirtschaftlich umsetzbar sein.
Mehr Transparenz im täglichen Betrieb
Das digitale Transparenztool versteht sich nicht als Kontrollinstrument, sondern als Kommunikationswerkzeug. Es ermöglicht Betrieben, ihre Lieferketten offen zu zeigen und Regionalität nachvollziehbar zu machen – direkt dort, wo Kaufentscheidungen getroffen werden.
Gerade für das österreichische Bäcker- und Konditorenhandwerk eröffnet sich damit eine neue Möglichkeit, Qualität, Herkunft und Partnerschaft mit landwirtschaftlichen Betrieben sichtbar zu machen – jenseits von Marketingfloskeln.
Weitere Informationen unter jazunah.at.




