Ein neuer Ort für Genuss am Wiener Naschmarkt
Am westlichen Ende des Wiener Naschmarkts ist ein neues Kapitel der Marktkultur aufgeschlagen: Der „Marktraum“, eine moderne Markthalle aus Holz und Glas, wurde nach rund einem Jahr Bauzeit eröffnet. Auf 850 Quadratmetern finden Besucherinnen und Besucher 13 Stände mit klarer Ausrichtung auf regionale Lebensmittel und handwerklich erzeugte Spezialitäten. Die Architektur lehnt sich bewusst an die historischen Standreihen an und ergänzt sie um eine begrünte Dachterrasse sowie einen kleinen Veranstaltungsbereich, das sogenannte „Markträumchen“.
Die Halle ist ausschließlich tagsüber zugänglich – ein Konzept, das die bestehende Marktstruktur stärkt und den Naschmarkt um ein zeitgemäßes, helles Entree erweitert. Die Neugestaltung ist Teil eines umfassenden Umbaus des gesamten Marktumfelds, der die Attraktivität des Areals weiter erhöhen soll.

In der neuen Sorger-Filale im Marktraum am Wiener Naschmarkt gibt es steirisches Brot & Gebäck und Kaffee und Co. © Sorger
Sorger setzt steirische Akzente in Wien
Besonderes Augenmerk zieht eine Neueröffnung auf sich: Die Bäckerei Sorger, eine der traditionsreichsten steirischen Familienbäckereien, wagt mit dem Standort im Marktraum erstmals den Schritt nach Wien. Für viele Kennerinnen und Kenner ist der Name Sorger untrennbar mit Holzofen-Bauernbroten, kräftigen Schwarzbroten und regionalen Schmankerln verbunden – Handwerk mit Herkunft.
Albin und Paul Sorger, seit Jahren die treibenden Kräfte im Betrieb, sehen den Standort am Naschmarkt als idealen Einstieg in den Wiener Markt. Die kompakte Größe ermögliche ein behutsames Austesten, gleichzeitig biete der Naschmarkt ein anspruchsvolles, qualitätsbewusstes Publikum. Viele Wienerinnen und Wiener kennen Sorger bereits aus Studienjahren in Graz – nun kommt das steirische Sortiment direkt in die Bundeshauptstadt.
Was Wien künftig von Sorger erwarten kann
In ihrem neuen Wiener Standort setzt die Bäckerei gezielt auf ihre steirischen Wurzeln. Neben dem bekannten Holzofen-Bauernbrot bringt Sorger mehrere Spezialitäten nach Wien, die bislang vor allem im Süden Österreichs im Alltag verankert sind: belegte Schwarzbrote, Aufstriche im Glas, Rindfleisch- und Käferbohnensalate sowie charakteristische Sorte wie die steirische Langsemmel. Ob diese in Wien ähnlich großen Anklang findet wie in der Steiermark – das will Sorger bewusst am Naschmarkt erproben.
Der Fokus bleibt klar: handwerkliche Qualität, lange Teigführung, gute Rohstoffe und ein Sortiment, das sich an saisonalen Zutaten orientiert. Sorger positioniert sich damit zwischen Premiumbäckereien und etablierten Ketten – als Familienbetrieb mit hohem Qualitätsanspruch, aber ohne Expansionsdruck.
Handwerk zwischen Tradition und Marktveränderung
Der Schritt nach Wien ist auch ein Statement in einem Markt, der unter Druck steht. Steigende Energiepreise, Fachkräftemangel und ein hoher Wettbewerb haben das Handwerk in den letzten Jahren gefordert. Während viele Betriebe auf reine Brotproduktion setzen, ist Sorger längst breiter aufgestellt: Snacks, Kaffee, Feingebäck und saisonale Sortimente gehören zum fixen Bestandteil des Geschäftsmodells.
Gerade Wien – stark geprägt durch seine Konditorei-Tradition – stellt eine besondere Herausforderung dar. Haltbarkeit, Logistik und Vielfalt sind hier für jeden Betrieb anspruchsvoll. Mit Fokus auf Brot, Gebäck und ausgewählte Schmankerl setzt Sorger jedoch auf den Bereich, der seine Stärke ausmacht: robustes Handwerk mit steirischem Charakter.
Der Marktraum als Bühne für handwerkliche Vielfalt
Mit der Eröffnung des Marktraums wurde nicht nur ein architektonischer Akzent gesetzt, sondern auch ein Signal für die Weiterentwicklung der Wiener Marktkultur. Die neue Halle schafft Raum für Produzenten, die Handwerk, Regionalität und Qualität leben – von Käse über Feinkost bis hin zu frischem Brot.
Die Präsenz von Sorger zeigt, wie sich Traditionsbetriebe zeitgemäß weiterentwickeln und dennoch ihren Wurzeln treu bleiben. Für den Naschmarkt bedeutet das ein zusätzliches Angebot, das die Vielfalt des Standorts stärkt und gleichzeitig die Brücke zwischen steirischer Backkultur und Wiener Genusswelt schlägt.