König

Handwerk in Bewegung: Bäcker & Fleischer pilgern gemeinsam

Am 7. September 2025 fand die traditionelle Wallfahrt der niederösterreichischen Bäcker und Fleischer statt. Bei idealem Wallfahrts- Wetter pilgerten die Teilnehmer mit ihren Schmankerln zur Basilika Sonntagberg.

Nicht nur Besucher aus Niederösterreich waren unter den Wallfahrern zu sehen – von nah und fern strömten sie herbei. Der Innungsmeister der niederösterreichischen Bäcker und Organisator der Wallfahrt, Klaus Kirchdorfer, konnte seine Kollegen aus Oberösterreich, Reinhard Honeder, und Vorarlberg, Wolfgang Fitz, ebenso begrüßen wie Josef Schrott, Bundesinnungsmeister-Stellvertreter und Obmann des Bundesverbandes der österreichischen Bäcker.
In traditioneller Tracht marschierte der Festzug der Bäcker und Fleischer zur Basilika Sonntagberg, begleitet von der Werksmusikkapelle Böhlerwerk, die auf den Weg hinauf taktvoll den Ton angab.
Spiritueller Höhepunkt der Wallfahrt war die heilige Messe, zelebriert von Abt Berthold Heigl und stimmungsvoll begleitet von der Berger Stubenmusik. Abt Heigl segnete im Anschluss das frische knusprige Brot und Gebäck sowie die hausgemachten Wurst- und Fleischschmankerln.

Rund 100 Wallfahrer folgten der Einladung und setzten damit ein Signal, dass das Handwerk lebt. © mostropolis.at
Rund 100 Wallfahrer folgten der Einladung und setzten damit ein Signal, dass das Handwerk lebt. © mostropolis.at

Kulinarische Leistungsschau

Nach der Messe fand am Vorplatz der Basilika eine Agape mit den mitgebrachten Köstlichkeiten aus den niederösterreichischen Handwerksbetrieben der Bäcker und Fleischer statt. Innerhalb kürzester Zeit verwandelte sich der sonnige Vorplatz der Basilika in eine kulinarische Leistungsschau des Bäcker-und Fleischerhandwerks. „Wir sind stolz auf unser Handwerk, unsere Arbeit und unsere Produkte“, erklärten Klaus Kirchdorfer und Doris Steiner, Landesinnungsmeister-Stellvertreterin der niederösterreichischen Fleischer unisono.

Zeit, Danke zu sagen …

Ziel der Wallfahrt ist es, nach außen hin gemeinsam als zuverlässiger Nahversorger wahrgenommen zu werden. Aber auch das persönliche Zusammenkommen sowie das Knüpfen und Auffrischen von Freundschaften und Bekanntschaften sind zentrale Anliegen. „Selbstverständlich wollen wir diese Wallfahrt auch nutzen, um ‚Danke‘ zu sagen. Denn es ist nicht selbstverständlich, dass wir solche Handwerksspezialitäten in dieser Qualität und im Überfluss herstellen können“, fasst Klaus Kirchdorfer seine Motivation als Initiator und Organisator der Wallfahrt zusammen. In die gleiche Kerbe schlägt Josef Schrott: „Nichts auf unseren Tellern ist selbstverständlich. Es muss uns bewusst sein, dass hinter jedem Brotlaib und hinter jeder Scheibe Wurst viele Menschen stehen. Und dass allem, was wir verarbeiten, ein Geschenk der Natur vorausgeht.“
„Das Zusammenkommen und Austauschen ist für unsere Branche wichtig. Genauso wichtig ist es, den Menschen zu zeigen, dass wir für sie da sind und sie verlässlich mit besten Lebensmitteln versorgen können“, betont Doris Steiner. Dass dieser Umstand auch den Kunden wieder bewusster geworden ist, sei daran zu sehen, dass das Lebensmittelhandwerk mit seinen vielen Familienbetrieben auch als Arbeitgeber wieder mehr Wertschätzung erlebt.

… und Gutes tun

Die niederösterreichischen Bäcker und Fleischer nutzten die Wallfahrt auch dazu, für die Revitalisierung und Erhaltung des Kulturguts Basilika Sonntagberg zu spenden und überreichten Abt Berthold Heigl und Pater Franz einen Spendenscheck im Wert von 1.000 Euro. „Es ist mir ein besonderes Bedürfnis, die Tradition dieser Wallfahrt aufrechtzuerhalten. Es gibt viele Gründe, von Herzen ‚Danke‘ zu sagen und gleichzeitig ein starkes Lebenszeichen unserer Branchen als Produzenten der wichtigsten Grundnahrungsmittel, als traditionelle Handwerksbetriebe und als regionale Nahversorger zu geben“, so Initiator und Organisator Klaus Kirchdorfer.

Klaus Kirchdorfer freute sich über zahlreiche Wallfahrer aus NÖ, OÖ, Wien sowie aus Vorarlberg und dankte für ihr Kommen.© mostropolis.at
Klaus Kirchdorfer freute sich über zahlreiche Wallfahrer aus NÖ, OÖ, Wien sowie aus Vorarlberg und dankte für ihr Kommen.© mostropolis.at

Die erste Wallfahrt wurde 2009 vorerst auf Bezirksebene von Landesinnungsmeister Klaus Kirchdorfer und Andreas Geierlehner, Bezirksstellenleiter Amstetten der Wirtschaftskammer Niederösterreich, ins Leben gerufen. Inzwischen findet die Zusammenkunft alle zwei Jahre bereits bundesweit statt, an der Bäcker und Fleischer sowie Innungsvertreter aus ganz Österreich teilnehmen.

Autorin: Hilde Resch

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