Qualität sichtbar machen

Mit der Präsentation des Genuss Guide Austria 2026 wurde Ende November im Wiener Restaurant Zum Leupold ein klares Zeichen gesetzt: Handwerk, Herkunft und Qualität stehen im Mittelpunkt. Herausgegeben von Andrea Knura und Willy Lehmann, versteht sich der Guide als Orientierungshilfe für bewussten Lebensmitteleinkauf in Österreich.

Neu ist die Gliederung nach Produktgruppen statt nach Bundesländern. Pro Kategorie werden zwei Betriebe ausgezeichnet, die durch Kompetenz, Konsequenz und Respekt vor dem Produkt überzeugen. Für das Lebensmittelhandwerk bedeutet das zusätzliche Sichtbarkeit dort, wo Qualität tatsächlich entsteht.

Brot, Gebäck und Mehlkompetenz aus Niederösterreich

In der Kategorie Brot & Gebäck wurde die Langer Mühle ausgezeichnet. Als letzte produzierende Mühle im Tullnerfeld verbindet der Familienbetrieb traditionelle Mehlherstellung mit zeitgemäßer Wissensvermittlung. Neben Roggen- und Weizenmehlen stehen Backkurse, Führungen und ein breit aufgestellter Mühlenladen im Fokus. Ein Beispiel dafür, wie Wertschöpfung, Transparenz und Handwerk zusammenspielen können.

Ausgezeichneter Familienbetrieb ÖLMÜHLE FANDLER: Hans Jörg Stinauer nahm den Preis entgegen. © Tanzer

Ausgezeichneter Familienbetrieb ÖLMÜHLE FANDLER: Hans Jörg Stinauer nahm den Preis entgegen. © Tanzer

Familienbetriebe mit Haltung

Der Sonderpreis Familienbetrieb ging an die Ölmühle Fandler. Seit 1926 entstehen dort sortenreine, kaltgepresste Bio-Öle aus ausgewählten Saaten und Nüssen. Gearbeitet wird in kleinen Chargen, mit handwerklicher Präzision und jahrzehntelanger Erfahrung. Ergänzt wird das Sortiment durch Mehle aus Ölsaaten, Knabberkerne und neue Produktlinien, die auch für Bäckereien und Konditoreien interessant sind.

Süßes Handwerk mit Profil

Gleich zwei Betriebe aus der Konditorei- und Kaffeehausszene wurden im Bereich Süßer Genuss hervorgehoben. Die Groissböck – Café & Konditorei steht seit Jahrzehnten für klassische Wiener Zuckerbäckerkunst. Besonders die täglich frisch produzierten Krapfen, ganz ohne Fertigmischungen, haben dem Betrieb mehrfach Auszeichnungen eingebracht.

Cafe Fingerlos in Salzburg. © Salzburger Land

Cafe Fingerlos in Salzburg. © Salzburger Land

In Salzburg zählt das Café Fingerlos zu den Fixpunkten der feinen Patisserie. Das Angebot reicht von traditionellen Tortenkreationen bis zu individuellen Anfertigungen und allergikergerechten Produkten. Auch Brot, Gebäck und Frühstück spielen eine zentrale Rolle im täglichen Betrieb.

Nachhaltigkeit als Maßstab

In der Sonderkategorie Nachhaltigkeit wurde Zotter ausgezeichnet. Der steirische Betrieb verarbeitet Bio- und Fair-Kakao vollständig im eigenen Werk und steht für Transparenz entlang der gesamten Wertschöpfungskette. Die breite Produktpalette, darunter zahlreiche vegane Sorten, zeigt, wie Handwerk, Innovation und Verantwortung zusammengedacht werden können.

Orientierung für bewussten Einkauf

Der Genuss Guide Austria 2026 versteht sich nicht nur als Nachschlagewerk für Konsument:innen, sondern auch als Anerkennung für Betriebe, die täglich Verantwortung übernehmen. Für das Bäcker- und Konditorenhandwerk bietet er Beispiele dafür, wie Qualität, Regionalität und handwerkliche Identität erfolgreich gelebt werden können.