Jährlicher Klassiker mit Rekordknappheit
Der Krapfentest von Gault&Millau ist längst fixer Bestandteil der Faschingssaison. Kaum ein Gebäck wird hierzulande so leidenschaftlich diskutiert wie der klassische Marillenkrapfen. Entsprechend groß war auch heuer wieder die Aufmerksamkeit im Vorfeld der Verkostung. Schon vorab wurden Empfehlungen laut, welche Wiener Bäckereien unbedingt berücksichtigt werden sollten.
Eingekauft wurde wie jedes Jahr anonym und ausschließlich am Morgen des Verkostungstages. Dennoch zeigten sich spürbare Unterschiede in der Frische. Das Ergebnis: eine außergewöhnlich hohe Leistungsdichte – und ein so knappes Ranking wie noch nie.
Die Jury
Der Einladung von Gault&Millau folgte eine hochkarätig besetzte Fachjury aus Pâtisserie, Gastronomie, Sensorik und Kulinarik-Journalismus. Verkostet wurde mit geschultem Blick und großer Erfahrung, entsprechend präzise fielen die Bewertungen aus.
Die Bewertungskriterien
Beurteilt wurden Farbe, Kragen und Gleichmäßigkeit des Krapfens ebenso wie Duft, Textur und Geschmack. Ein goldbrauner Korpus mit deutlich hellerem, sauber ausgeprägtem Kragen gilt als Ideal. Der Geruch soll frisch und fein-hefig sein, ohne jeden Hinweis auf altes oder ranziges Fett.
Ein besonderes Augenmerk lag auf der Marillenmarmelade. Sie muss gleichmäßig verteilt sein, fruchtig schmecken und eine ausgewogene Balance zwischen Süße und Säure aufweisen. Laut österreichischem Lebensmittelkodex sind mindestens 15 Prozent Füllmenge bezogen auf das Fertiggewicht vorgeschrieben. Rum als Aromakomponente ist erlaubt, solange er die Marille nicht überlagert.
Ablauf der Verkostung
Insgesamt wurden 16 Krapfen aus dem Wiener Ballungsraum verkostet. Auf Produkte aus dem Lebensmittelhandel wurde bewusst verzichtet, da diese meist aus identischer industrieller Produktion stammen. Bewertet wurden Optik, Geruch und Geschmack des Krapfens sowie Geruch und Geschmack der Füllung.
Der Staubzucker spielte bewusst keine Rolle in der Bewertung. Ob er durch Verpackung oder Transport ungleichmäßig verteilt war oder ob Kristallzucker verwendet wurde, blieb ohne Einfluss auf die Punktevergabe.
Ein Ergebnis auf Messers Schneide
Pro Jurymitglied waren maximal 50 Punkte zu vergeben, insgesamt also theoretisch 350 Punkte. Der Sieger erreichte 280 Punkte. Zwei weitere Betriebe folgten mit jeweils 279 Punkten. Ein engeres Ergebnis hat es in der Geschichte des Krapfentests bislang nicht gegeben.
Die Top 10 der besten Krapfen 2026
Öfferl – 3,90 Euro
k.u.k. Hofzuckerbäckerei Demel – 3,90 Euro
k.u.k. Hofzuckerbäckerei Heiner – 2,33 Euro
Der Mann – 1,80 Euro
Felber – 1,80 Euro
Felzl – 2,20 Euro
Heberer – 2,20 Euro
Ströck – 1,75 Euro
Geier – 1,45 Euro
Nöbauer – 1,65 Euro
Die Preise beziehen sich auf den Zeitpunkt der Verkostung. Preisangaben erfolgen ohne Gewähr.
Weitere verkostete Betriebe
Neben den Top-10 wurden weitere Krapfen aus dem Wiener Ballungsraum verkostet. Diese Betriebe flossen in die Gesamtbewertung ein, wurden jedoch ohne Reihung geführt: Anker, Groissböck, Kurkonditorei Oberlaa, Schwarz, Aida sowie Joseph Brot.




