Vier intensive Messetage, volle Hallen und spürbarer Aufbruch: Die 37. BIOFACH in Nürnberg hat ihren Anspruch als weltweit führende Plattform für Bio-Lebensmittel erneut unterstrichen. Rund 2.200 Ausstellende aus knapp 90 Ländern sowie nahezu 32.000 Fachbesuchende kamen zusammen. Jeder zweite Gast reiste aus dem Ausland an – ein deutliches Signal für die internationale Relevanz der Veranstaltung.
Trotz Einschränkungen im öffentlichen Verkehr und Luftverkehr erreichte die Messe ihre zentralen Zielgruppen. Hersteller, Handel, Politik, Wissenschaft und Verbände nutzten die Plattform für Austausch, Orientierung und konkrete Geschäftsimpulse.
Dialog mit Wirkung
„Die BIOFACH hat eindrucksvoll gezeigt, wie stark und energiegeladen die Bio-Branche ist“, betonte Dominik Dietz, Leitung BIOFACH. Der Spirit der Community sei in allen Hallen spürbar gewesen. Besonders bemerkenswert: Über zwei Drittel der Fläche für 2027 sind bereits gebucht, zahlreiche Aussteller haben Vergrößerungswünsche angemeldet.
Auch Tina Andres, Vorsitzende des Bunds Ökologische Lebensmittelwirtschaft (BÖLW), zog eine positive Bilanz. Die Messe sei „die unabdingbare Plattform für Einordnung, Begegnung, Innovation und Politik“. Neue Kooperationen wurden angestoßen, bestehende Partnerschaften vertieft – ein Signal für Stabilität und Weiterentwicklung in einem dynamischen Marktumfeld.
Kongress: Junge Stimmen, klare Perspektiven
Unter dem Leitthema „Growing Tomorrow: Young Voices, Bold Visions!“ stellte der BIOFACH-Kongress junge Perspektiven und generationenübergreifenden Dialog in den Mittelpunkt. Gleichzeitig spiegelte das Programm mit 169 Slots die gesamte Bandbreite der Wertschöpfungskette wider: von Marktentwicklung und Konsumentenverhalten über Produktion und Lieferketten bis hin zu politischen und regulatorischen Fragen.
Besonders stark nachgefragt waren die Panels „EU Regulatory Update“ sowie „Neues vom Bio-Recht: Was sich in der Öko-Verordnung ändert und ändern muss“, die gemeinsam 415 Teilnehmende anzogen. Diskutiert wurde, wie die Branche mit regulatorischen Veränderungen umgeht und welche strategischen Antworten gefragt sind.
Innovation und Trends im Fokus
Am Neuheitenstand wurden 480 Produkte präsentiert. Ergänzend identifizierte die Trendjury zentrale Produkt- und Branchentrends, die künftige Entwicklungen im Bio-Markt markieren. Auf der Innovation Stage stellten 31 Start-ups und Unternehmen ihre Konzepte in Pitch-Formaten und Paneldiskussionen vor. Im Finale der BIOFACH Start-up Pitches überzeugte das junge Unternehmen pack&satt mit veganen, proteinreichen „Einpott“-Fertiggerichten und gewann den BIOFACH Start-up Award.
Auch die Best New Product Awards setzten Akzente. Ausgezeichnet wurden unter anderem Hermann Bio aus Österreich mit „Hermann Bio Fungi Pad Mare“, Complete Organics mit „Mediterranes Kimchi“, followfood GmbH mit „FIGGO Himbeere Vanille Stiel-Eis“ sowie Biovegan GmbH mit „Meine vegane Jägersauce“ und „Real Meal Berry“. Die Vielfalt reichte von Tiefkühlprodukten über Trockenwaren bis hin zu Getränken.
Indien als Land des Jahres
Als „Land des Jahres“ stand Indien im besonderen Fokus. Das Land präsentierte seine wachsende Bio-Kompetenz und Exportstärke – von Reis und Gewürzen bis zu Hülsenfrüchten und Hirse. Am Gemeinschaftsstand von APEDA zeigten 95 Aussteller die Bandbreite der ökologischen Landwirtschaft und unterstrichen die Dynamik eines stark wachsenden Marktes.
Ausblick auf 2027
Die nächste Ausgabe der BIOFACH findet vom 16. bis 19. Februar 2027 erneut in Nürnberg statt. Schon jetzt deutet die hohe Wiederbuchungsquote darauf hin, dass die Messe auch künftig ein zentraler Treffpunkt für Handel, Produktion, Politik und Handwerk bleibt.
Für Bäckereien und Konditoreien mit Bio-Schwerpunkt bleibt die BIOFACH damit ein wichtiger Seismograf: für Trends, regulatorische Entwicklungen und internationale Partnerschaften entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

