Wertschöpfung durch Verarbeitung
Österreich behauptet sich im internationalen Agrarhandel zunehmend über Qualität und Veredelung. Das zeigen aktuelle Exportzahlen, die die AMA-Marketing im Rahmen der Grünen Woche in Berlin vorgestellt hat. Vorläufige Daten von Statistik Austria für Jänner bis September 2025 belegen einen klaren Trend: Der Exportwert steigt, während die Mengen leicht zurückgehen. Besonders stark entwickeln sich verarbeitete Lebensmittel mit hoher handwerklicher Wertschöpfung.
Der Gesamtwert der österreichischen Agrarexporte erhöhte sich in den ersten drei Quartalen 2025 auf rund 13 Milliarden Euro. Das entspricht einem Plus von 3,2 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Gleichzeitig sank die exportierte Menge um 3,7 Prozent.
EU-Binnenmarkt gewinnt weiter an Bedeutung
Rund 80 Prozent der österreichischen Agrarexporte gehen inzwischen in den EU-Binnenmarkt. Handelshemmnisse, geopolitische Unsicherheiten und gestiegene Transportkosten verstärken diese Entwicklung. Für österreichische Lebensmittelbetriebe bedeutet das stabile Absatzmärkte in geografischer Nähe und eine wachsende Bedeutung klar definierter Qualitätsstandards.
Deutschland bleibt wichtigster Absatzmarkt
Deutschland ist weiterhin der zentrale Handelspartner für österreichische Agrar- und Lebensmittelprodukte. Rund 40 Prozent des gesamten Exportvolumens entfallen auf den nördlichen Nachbarn. In den ersten neun Monaten 2025 wurden Agrarwaren im Wert von fünf Milliarden Euro nach Deutschland exportiert, ein Plus von 3,3 Prozent. Gleichzeitig beliefen sich die Importe auf 4,9 Milliarden Euro, wodurch Österreich erneut eine positive Handelsbilanz erzielte.
Deutliches Plus bei Back- und Feinbackwaren
Besonders erfreulich aus Sicht des Bäcker- und Konditorengewerbes ist die Entwicklung bei Backwaren. Die Exporte nach Deutschland stiegen gegenüber dem Vorjahr um mehr als 20 Prozent im Wert, auch die exportierten Mengen legten nahezu im gleichen Ausmaß zu. Gefragt sind vor allem süße und salzige Snacks, Waffeln sowie Feinbackwaren. Rund zehn Prozent der Ausfuhren entfallen auf frisches Brot und Gebäck.
Damit unterstreichen österreichische Bäckereien und Konditoreien ihre Wettbewerbsfähigkeit im internationalen Umfeld – insbesondere dort, wo handwerkliche Qualität, Rezepturkompetenz und verlässliche Verarbeitung gefragt sind.
Convenience-Trend stärkt veredelte Produkte
Der anhaltende Trend zu Convenience und haltbaren Qualitätsprodukten wirkt sich ebenfalls positiv auf den Export aus. Neben Backwaren profitieren auch veredelte Obst- und Gemüseprodukte, Fruchtzubereitungen und Süßwaren. Wertmäßig zeigt sich hier eine langfristig positive Entwicklung, auch wenn die Mengen zuletzt leicht rückläufig waren.
Qualität und Herkunft als zentrale Argumente
Aus Sicht der AMA-Marketing bestätigen die Zahlen die strategische Bedeutung von Herkunft, Verarbeitung und Qualität. Ziel sei es, die regionale Herkunft der Rohstoffe und die kontrollierte Qualität noch stärker sichtbar zu machen. Gütesysteme wie das AMA-Gütesiegel und das AMA-Biosiegel sollen dabei Orientierung bieten – auch im internationalen Handel.
Österreich auf der Grünen Woche präsent
Ein wichtiger Auftrittsort für österreichische Lebensmittelbetriebe ist die Internationale Grüne Woche in Berlin. Seit 30 Jahren organisiert die AMA-Marketing dort die Präsentation österreichischer Produkte. Von 16. bis 25. Jänner 2026 stellen Betriebe mit dem Gütesiegel AMA GENUSS REGION auf rund 500 Quadratmetern regionale Spezialitäten vor – darunter auch Back- und Konditorwaren aus qualitätsgesicherter österreichischer Erzeugung.





