Liebe Kolleginnen und Kollegen,

2025 war ein Meilenstein für den österreichischen Branchennachwuchs des Lebensmittelgewerbes: Bei den AustrianSkills in Salzburg präsentierten sich junge Konditorinnen, Bäckerinnen und Fleischerinnen erstmals gemeinsam auf einer großen Wettbewerbsbühne – eingebettet in die Berufsinformationsmesse (BIM) und die Messe „BeSt“ für Beruf, Studium und Weiterbildung – und überzeugten das interessierte Messepublikum sowie die Jurys mit Kreativität und handwerklichem Können. Die Besten der Besten kämpften drei Tage in rund 50 Berufen um Staatsmeistertitel, die Qualifikation für die WorldSkills 2026 in Shanghai und die Auszeichnung „Best of Austria“.

Die Konditorinnen glänzten unter dem Motto „Taste of Asia“ unter anderem mit veganen Petit Fours, innovativen Riegelkreationen und kunstvollen Zucker- und Schokoladeschaustücken. Damit setzte die Branche ein klares Zeichen für Ausbildung, Innovation und die Wirksamkeit des Berufes in der öffentlichen Wahrnehmung.

Auch international gab es Grund zur Freude: Bei den EuroSkills 2025 in Herning (Dänemark) holte die Oberösterreicherin Lisa Schögl von der traditionsreichen Konditorei Grellinger in Gmunden ein Medallion for Excellence. Diese Erfolge unterstreichen unseren Anspruch, in Sachen Ausbildung an der europäischen Spitze zu liegen und den Nachwuchs nachhaltig zu fördern.

Die Ausbildungsordnung für die Konditorei wurde 2025 in einer Bundesarbeitsgruppe mit Expertinnen und Experten der Landesinnungen sowie dem Institut für Bildungsforschung der Wirtschaft (ibw) weiter überarbeitet. Ziel war es, die Inhalte nach den Erfahrungen der letzten Jahre stärker an die Anforderungen der Betriebe anzupassen und die Qualität der Ausbildung nachhaltig zu sichern. Nach der Verlautbarung durch das Ministerium startet die Umsetzung in den Ländern – ein wichtiger Schritt für eine zukunftsorientierte Ausbildung.

Ein zentrales Thema 2025 war der Mutterschutz und die Mehlstaubexposition in Bäckereien und Konditoreien. Gemeinsam mit dem Zentral-Arbeitsinspektorat wurden Betriebsbesuche durchgeführt und ein neues Merkblatt veröffentlicht. Die Bundesinnung informierte die Betriebe mit Empfehlungen zur technischen Ausstattung wie Absaugungen und geschlossenen Systemen bis hin zu Verhaltensstandards. Damit wurde ein wichtiger Beitrag zur Sicherheit und Gesundheit am Arbeitsplatz geleistet.

Diese gemeinsamen Erfolge zeigen, wie kraftvoll die gebündelte Stärke der Lebensmittelgewerbe in einer gemeinsamen Innung wirkt. Ein geschlossenes Auftreten bei der Nachwuchsförderung sowie die Bündelung fachlicher und praxisnaher Expertise verleihen den Branchen eine klare, starke und überzeugende Stimme gegenüber ihren Partnern.

Um die Aufmerksamkeit von Konsumentinnen und Konsumenten sowie des Berufsnachwuchses zu stärken, setzten die Innungen gemeinsam auf eine aktive und gezielte Medienarbeit. Ein besonderes Highlight war die Kooperation mit der ORF-Sendung „Silvia kocht“. In mehreren Ausgaben präsentierten österreichische Konditorinnen ihre Handwerkskunst – von klassischen Mehlspeisen bis zu modernen Dessertkreationen. Diese TV-Präsenz stärkte das Image des Konditorenhandwerks und setzte wichtige Impulse für Nachwuchsgewinnung und öffentliche Wahrnehmung.

2025 wurden auch die Weichen gestellt, den bisherigen „Internationalen Konditorenwettbewerb“ künftig als „Österreichischer Konditoren Wettbewerb“ auszutragen. Die neue Ausrichtung stärkt Profil und Sichtbarkeit des traditionellen österreichischen Handwerks – anerkannt als immaterielles Kulturerbe – und rückt die nationale Handwerksidentität stärker ins Zentrum. Neu sind ein Publikums-Voting zur „Lieblingskonditorei“ sowie zusätzliche Medienpartnerschaften, die für mehr Publikumsnähe und Kundenbindung sorgen. Die neue Medienkooperation mit Falstaff Profi sorgt für zusätzliche Reichweite und unterstreicht die Bedeutung des Konditorenhandwerks in der österreichischen Genusskultur.

Der Wettbewerb bietet Betrieben eine Bühne, um handwerkliche Qualität sichtbar zu machen – bewertet von einer Fachjury und ausgezeichnet mit Urkunden und Medaillen. Damit wird nicht nur die Leistung der Betriebe gewürdigt, sondern auch die Attraktivität des gesamten Berufsstandes gesteigert.

2025 war ein Aufbruchsjahr: Wettbewerbe mit klarer Identität, ein stark sichtbarer Nachwuchs, modernisierte Ausbildungsstrukturen und verbindliche Leitlinien für Arbeits- und Gesundheitsschutz. Diese Elemente bilden das Fundament, auf dem die Konditorinnen 2026 weiterwachsen – fachlich, organisatorisch und in der öffentlichen Wahrnehmung.

Ich bin überzeugt: Gemeinsam mit unseren 2025 neu gewählten Ausschüssen gestalten wir die Zukunft des Lebensmittelhandwerks in Österreich weiterhin – mit Leidenschaft, höchster Qualität und dem Mut zur Innovation für eine erfolgreiche und nachhaltige Zukunft.

Mit kollegialen Grüßen
KommR Mst. Leo Jindrak
Bundesinnungsmeister
Innungsmeister der österreichischen Konditoren