
Stimmung steigt, Umsatz bleibt fragil – Bäcker zwischen Hoffnung und Realität
Die wirtschaftliche Lage in der österreichischen Bäckerbranche zeigt im zweiten Quartal 2025 eine zaghafte Verbesserung. Das geht aus der aktuellen Konjunkturbeobachtung der KMU Forschung Austria hervor. Zwar sind die realen Umsätze rückläufig, doch das Stimmungsbarometer hat sich gegenüber dem Vorquartal merklich erholt. Die Erwartungshaltung für die kommenden Monate ist positiv, wenn auch auf moderatem Niveau.
Realer Umsatzrückgang trotz leichtem Plus bei den Verkaufspreisen
Im ersten Quartal 2025 stiegen die nominellen Umsätze der Bäckereien im Vergleich zum Vorjahresquartal um 1,5 %. Da gleichzeitig die Verkaufspreise um durchschnittlich 2,8 % erhöht wurden, ergibt sich ein realer Umsatzrückgang von -1,3 %. Zum Vergleich: Im ersten Quartal 2024 lag das nominelle Plus noch bei +3,4 %.
Quartal | Nominelle Umsatzveränderung | Reale Veränderung (geschätzt) |
---|---|---|
Q1/2024 | +3,4 % | +0,6 % |
Q1/2025 | +1,5 % | -1,3 % |
Im zweiten Quartal 2025 meldeten 26 % der befragten Betriebe Umsatzsteigerungen, 59 % konstante Einnahmen und 15 % Rückgänge. Der Saldo liegt somit bei +11 Prozentpunkten – eine deutliche Verbesserung gegenüber dem Vorquartal (Saldo: -1) und auch gegenüber Q1/2024 (Saldo: -8).
Geschäftslage verbessert sich – bleibt aber unter dem Strich negativ
Auch das Stimmungsbarometer erholte sich leicht: 12 % der Betriebe stuften ihre Geschäftslage im zweiten Quartal 2025 als „gut“ ein (Vorquartal: 9 %), während 23 % von einer „schlechten“ Lage sprachen (Vorquartal: 30 %). Das ergibt einen Saldo von -11 Prozentpunkten – deutlich besser als die -21 Punkte im ersten Quartal.

Zuversicht für das Sommerquartal
Für das dritte Quartal 2025 erwarten 32 % der Bäcker steigende Umsätze, während nur 9 % mit Rückgängen rechnen. Der Erwartungssaldo liegt damit bei +23 Prozentpunkten – etwas höher als im Vorjahr (Saldo: +22). Die Zahlen zeigen: Die Branche bleibt trotz angespannter Rahmenbedingungen verhalten optimistisch.
Personalplanung stabil, aber verhalten
In puncto Beschäftigung bleibt die Lage weitgehend konstant. 20 % der Betriebe wollen in den Sommermonaten neues Personal aufnehmen, 9 % planen einen Abbau. Im Mittel ergibt sich ein geplanter Personalzuwachs von +0,9 % – unter dem Vorjahreswert (+1,6 %), aber dennoch ein stabiles Zeichen für Vertrauen in die kommenden Monate.
Die Richtung stimmt, doch der Spielraum bleibt eng
Österreichs Bäckereien stehen weiterhin unter wirtschaftlichem Druck, doch der aktuelle Konjunkturbericht zeigt klare Zeichen der Stabilisierung. Umsatz- und Stimmungssalden sind wieder im positiven Bereich angekommen. Damit sich dieser zarte Aufschwung verstetigt, braucht es stabile politische Rahmenbedingungen und eine Entlastung bei Bürokratie und Energiekosten – zentrale Forderungen der Branchenvertreter.
Konjunkturbeobachtung Gewerbe und Handwerk Bäcker 2. Quartal 2025