Gen Z bringt Tee zurück ins Glas

Ob Matcha Latte, Sparkling Tea oder kalt aufgegossener Kräutertee mit Zitrus und Eis: Tee ist 2026 weit mehr als ein Heißgetränk. Gerade junge Gäste schätzen ihn als bewusste Alternative zu Kaffee, Softdrinks oder Alkohol. Gesundheit, Erfrischung und Genuss ohne Reue spielen dabei eine zentrale Rolle.

Tee passt perfekt zum sogenannten Zebra-Striping, also dem bewussten Wechsel zwischen alkoholischen und alkoholfreien Getränken. Für Betriebe bedeutet das: hohe Akzeptanz, gute Marge und viel Spielraum für eigene Handschrift.

Matcha Latte erlaubt eine klare Premiumpreis-Positionierung und wird von Gästen als Spezialität wahrgenommen – ideal für hohe Einzelpreise bei kleiner Portionsgröße.. © Unsplash / Monika Grabowska

Matcha Latte erlaubt eine klare Premiumpreis-Positionierung und wird von Gästen als Spezialität wahrgenommen – ideal für hohe Einzelpreise bei kleiner Portionsgröße.. © Unsplash / Monika Grabowska

Österreich hat Teetradition – nutzt sie aber kaum

Dabei wäre die Basis vorhanden. Schon im 18. Jahrhundert wurde Tee in adeligen Kreisen getrunken, später auch im Bürgertum. Der Jagertee ist bis heute eine bekannte Spezialität. Gleichzeitig verfügt Österreich über saubere Almen, vielfältige Wild- und Kultivierungskräuter sowie wachsenden Bio-Anbau. Und doch ist die Alltags-Teekultur vielerorts auf Teesackerl reduziert, während Länder wie Frankreich mit den sog. Infusionen aus ganzen Kräutern, England mit dem High Tea oder Deutschland mit regionalen Teeritualen wie Ostfriesentee seit ewigen Zeiten punkten.

Ein Zeichen dafür, was möglich wäre, setzt derzeit ein Pionierprojekt im Ennstal. Spitzenkoch Klemens Gold kultiviert dort Camellia sinensis und denkt Tee konsequent regional, handwerklich und gastronomisch weiter. Solche Initiativen zeigen, dass Tee auch in Österreich Zukunft hat – nicht als Massenprodukt, sondern als qualitätsvolles Genussangebot.

Cold Brew Tea lässt sich gut vorbereiten, standardisiert ausgeben und reduziert den Arbeitsaufwand im Tagesgeschäft – ein Vorteil für Wirtschaftlichkeit und Marge. © Unsplash / Kevin Kevin
Cold Brew Tea lässt sich gut vorbereiten, standardisiert ausgeben und reduziert den Arbeitsaufwand im Tagesgeschäft – ein Vorteil für Wirtschaftlichkeit und Marge. © Unsplash / Kevin Kevinmehr anzeigen
Hibiscus-Latte kann kalt oder warm genossen werden und wird - ob seiner schönen Fabre - gerne auch für Social Media fotografiert. © Unsplash / Esra Afsar
Hibiscus-Latte kann kalt oder warm genossen werden und wird – ob seiner schönen Fabre – gerne auch für Social Media fotografiert. © Unsplash / Esra Afsarmehr anzeigen
Heimische Kräutertees stehen für natürlichen, bekömmlichen Genuss und vermitteln Gästen spürbaren Mehrwert durch Regionalität und Reinheit..© Unsplash / Mr. Pugo
Heimische Kräutertees stehen für natürlichen, bekömmlichen Genuss und vermitteln Gästen spürbaren Mehrwert durch Regionalität und Reinheit..© Unsplash / Mr. Pugomehr anzeigen

Neue Teezubereitungen – einfach umsetzbar

Für Bäckereien und Konditoreien braucht es keine große Teekarte, um einzusteigen. Schon wenige, gut gemachte Angebote können Wirkung zeigen. Cold Brew Tee lässt sich am Vorabend ansetzen und überzeugt mit klaren, feinen Aromen. Sparkling Tea, mit Soda oder leicht perlendem Wasser serviert, funktioniert als alkoholfreier Aperitif zum Gebäck. Hausgemachter Eistee aus Kräutern, Hibiskus oder Grüntee wird zur natürlichen Alternative zur Limonade.

Auch optisch spielt Tee 2026 eine Rolle. Pinke Hibiskus-Lattes, Matcha-Varianten oder Kräutertees mit Blüten und Eiswürfeln sorgen für Aufmerksamkeit – nicht nur im Lokal, sondern auch auf Social Media. Wichtig ist dabei weniger das Exotische als die Qualität der Basis und eine klare, ehrliche Zubereitung.

Ice Tea mit Kräutern nutzt günstige Rohstoffe wie Tee und frische Kräuter und verwandelt sie in ein erfrischendes Zusatzprodukt mit hohem Ertragspotenzial. © Unsplash / Content Pixie
Ice Tea mit Kräutern nutzt günstige Rohstoffe wie Tee und frische Kräuter und verwandelt sie in ein erfrischendes Zusatzprodukt mit hohem Ertragspotenzial. © Unsplash / Content Pixiemehr anzeigen
Sparkling Tea ersetzt zunehmend alkoholische Getränke im Außer-Haus-Geschäft und eröffnet neue Umsatzchancen zu Anlässen, bei denen Gäste bereit sind, mehr zu bezahlen.© Unsplash / Phil Hearing
Sparkling Tea ersetzt zunehmend alkoholische Getränke im Außer-Haus-Geschäft und eröffnet neue Umsatzchancen zu Anlässen, bei denen Gäste bereit sind, mehr zu bezahlen.© Unsplash / Phil Hearingmehr anzeigen

Tee als Ergänzung zum Handwerk

Gerade im Zusammenspiel mit Back- und Konditorwaren entfaltet Tee sein Potenzial. Kräuter- und Früchtetees begleiten Süßes, ohne zu dominieren. Grüner Tee oder Matcha harmonieren mit feinen Cremes und Schokolade. Sparkling Tea passt zu Brioche, Plunder oder leichten Snacks. Tee verlangt keine neue Technik, sondern Aufmerksamkeit für Rohstoff und Präsentation – Werte, die im Handwerk ohnehin verankert sind.

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Warum sich Tee rechnet

  • Niedriger Wareneinsatz hohe Marge: 1 Portion Tee im EK  wenige Cent,  im Verkauf aber attraktive Preise.
  • Geringer Aufwand: Einfache Zubereitung, gute Vorbereitbarkeit, kaum Technikbedarf.
  • Hoher Zusatzumsatz: Tee ergänzt Backwaren und Süßes ideal und steigert den Bonwert.
  • Flexible Preispositionierung: Tee lässt sich klar kalkulieren und profitabel anbieten.

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Ein stiller Trend mit großer Chance

Tee ist kein lauter Trend, aber ein nachhaltiger. Er verbindet Regionalität, Gesundheit, Ästhetik und Genuss. Für Österreichs Bäckereien und Konditoreien bietet er die Möglichkeit, das Getränkeangebot zeitgemäß zu erweitern und neue Zielgruppen anzusprechen – ohne Bruch mit der eigenen Tradition. Vielleicht beginnt die moderne österreichische Teekultur ja genau dort, wo Handwerk und Alltag zusammenkommen: am Verkaufstisch, im Café, im Glas.