Beim 3. Concours du Praliné à l’eau-de-vie, Edition Gin in Luzern (CH) setzt sich die Schaffhauser Praliné-Künstlerin Karin Wiebalck-Zahn mit ihrer Kreation „Wacholder-Nocturne“ an die Spitze. 53 eingereichte Pralinés aus der ganzen Schweiz wurden degustiert und bewertet. Am Ende überzeugte eine Komposition, die Handwerk, Sensorik und Storytelling präzise verbindet.
Die feierliche Preisverleihung fand bei der Max Felchlin AG in Ibach (SZ) statt. Organisiert wird der Wettbewerb vom Schweizerischer Bäcker-Confiseurmeister-Verband und vom Verband DIE SCHWEIZER BRENNER. Initiiert wurde der Concours von Foodsensoriker und -journalist Patrick Zbinden.
Präzision trifft Wacholder und Kakao
„Wacholder-Nocturne“ ist ein Gin-Praliné mit flüssigem Kern, eingebettet in ein Nuss-Wacholderbeeren-Nougat. Verarbeitet wurde Gin der Distillerie Zimmerli.
Jurypräsident Patrick Zbinden lobte den klaren Gin-Charakter mit harmonischen Wacholder-, Zitrus- und Kräuternoten, die sich stimmig mit dem Kakao verbinden. Auch Jurymitglied Ralf Wellauer, Corporate Pastry Chef bei der Max Felchlin AG, betonte die technische Herausforderung: „Der Gin ist eine Diva.“ Die Balance zwischen Alkohol, Botanicals und Couverture verlange präzises handwerkliches Können und sensorisches Feingefühl.
Die Jurierung fand an der Richemont Fachschule in Luzern statt. 23 Fachpersonen aus Brennerei, Bäckerei-Konditorei-Confiserie und Fachjournalismus prüften einen Tag lang Optik, Aroma, Geschmack, Textur sowie regionalen Bezug und Storytelling.
Die Podestplätze 2026
• 1. Platz: Karin Wiebalck-Zahn, Inhaberin der Firma Pralinenkurse, Gächlingen (SH) mit Wacholder-Nocturne; Distillerie Zimmerli, Hallau (SH); Gin-Praliné mit flüssigem Kern, eingebettet in ein Nuss-Wacholderbeeren-Nougat. Das Gin-Praliné überzeugt sensorisch durch einen klaren Gin-Charakter mitharmonischen Wacholder-, Zitrus- und Kräuternoten sowie durch präziseHandwerkskunst mit sauberem Abgang und stimmigem Pairing.
• 2. Platz: Michael Renggli, Inhaber und kreativer Kopf von Café Amrein Chocolatier, Willisau (LU) mit Essenz A; Edelwhite-Gin, Ebnet (Entlebuch); Zutaten: London-Gin (Eigenbrand), Gianduja, Willisauer-Ringli, Grand Cru Couverture (Maracaibo 65%),Mandelbiscuit, Napfmilch-Rahm, Akazienhonig. Das Gin-Praliné begeistert durch präzise Handwerkskunst, exzellent ausbalanciertes Geschmacksprofil mit markantem Gin-Charakter und harmonischem Kakao-Abgang sowie durch innovative Textur und Formgebung.
• 3. Platz: Confiseur Rolf Leuthold, Bäckerei Reinhard, Bolligen (BE) mit Icecube GinONI (Ischwürfel ohni Güggs); Brennerei Studer, Escholzmatt (LU); Zutaten: Milch-Couverture 38%, weisse Couverture 36%, Studer Gin alkoholfrei, Rahm, Butter, Wacholderbeeren, Koriandersamen, Grapefruitmark, Glukosesirup, Timutpfeffer, Pektin, Sorbinsäure, Kakaobutter, blaue Lebensmittelfarbe. Das Gin-Praliné beeindruckt durch ein sauberes handwerkliches Erscheinungsbild, eine originelle kubische Form und einem klaren Wacholdercharakter, der sich harmonisch mit komplexer Couverture verbindet. Von 53 eingereichten Kreationen ist es die Einzige, welche alkoholfrei ist. Sie hat die Jury überzeugt.
Spezialpreis für Ästhetik und Storytelling
Den Spezialpreis der Pawi Packaging Schweiz AG erhielt ebenfalls Karin Wiebalck-Zahn. Die Storytelling-Jury würdigte das stimmige Zusammenspiel von Name, Dramaturgie und Produktidee. „Wacholder-Nocturne“ funktioniere nicht nur sensorisch, sondern auch erzählerisch als Gesamtkonzept.
Von der Sprachschule zur Praliné-Expertin
Karin Wiebalck-Zahn war 25 Jahre Leiterin einer Sprachenschule in Bayern, bevor sie 2015 während eines Pralinéaufenthalts in Spanien beschloss, sich ganz der Schokolade zu widmen. Heute bietet sie in Gächlingen Pralinékurse, Online-Formate und Rezeptentwicklungen an, veröffentlicht Fachinhalte in Büchern und ihrer Zeitschrift „Pralinenhobby“ und organisiert Pralinéreisen.
Der Concours du Praliné à l’eau-de-vie wurde 2026 zum dritten Mal durchgeführt. Teilnahmebedingung war die Verwendung von Gin aus Schweizer Rohstoffen – mit oder ohne Alkohol. Bewertet wurden neben Handwerk und Sensorik auch Regionalität und Storytelling.
Mit „Wacholder-Nocturne“ zeigt sich, wie anspruchsvoll die Verbindung von Gin und Schokolade ist – und wie präzises Handwerk daraus ein preisgekröntes Praliné machen kann.
