Transgourmet Österreich hat das Geschäftsjahr 2025 mit einem Netto-Umsatz von 910,2 Millionen Euro abgeschlossen. Das entspricht einem Wachstum von 1,6 Prozent beziehungsweise einem Plus von rund 14,5 Millionen Euro gegenüber dem Vorjahr. In einem von Preisdruck, Kostensteigerungen und zurückhaltender Nachfrage geprägten Marktumfeld bewertet das Unternehmen dieses Ergebnis als stabilisierend.
Die beiden Geschäftsführer Thomas Panholzer und Manfred Hayböck sprechen von einem „Jahr des manifesten strukturellen Wandels“ im heimischen Gastronomie-Großhandel. Gegen Jahresende habe das Geschäft spürbar angezogen. Entscheidend seien Verlässlichkeit, Nähe zum Kunden und Lösungen gewesen, die im Tagesgeschäft tatsächlich entlasten.
Starke Rolle der Zustellung
Transgourmet betreibt in Österreich 17 Abhol- und Zustellstandorte und beschäftigt 2.195 Mitarbeitende, darunter 70 Lehrlinge. Rund 70 Prozent des Umsatzes werden mittlerweile über die Zustellung erwirtschaftet. „Sieben von zehn Euro erzielen wir in der Belieferung. Das zeigt, wie stark sich die Branche in Richtung Serviceorientierung entwickelt“, so die Geschäftsführung.
Gastronomiebetriebe stehen weiterhin unter erheblichem wirtschaftlichem Druck. Steigende Kosten treffen auf begrenzte Möglichkeiten, diese an Gäste weiterzugeben. Das beeinflusst das Einkaufsverhalten deutlich: Preisgünstigere Produkte werden stärker nachgefragt, Bestellungen erfolgen kurzfristiger. Wetterbedingte Schwankungen erhöhen zusätzlich die Anforderungen an Verfügbarkeit und Flexibilität.
Sortiments-Architektur als Erfolgsfaktor
Als wesentlichen Erfolgsfaktor nennt Transgourmet sein breit diversifiziertes Sortiment. Markenartikel bleiben zentraler Bestandteil, gleichzeitig verzeichnet das Eigenmarkensegment deutliche Zuwächse. Die Eigenmarke Economy legte 2025 um 23 Prozent zu. Gefragt waren zudem einsatzfertige Lösungen, die Arbeitsprozesse vereinfachen und Zeit sparen.
Parallel blieb die Nachfrage nach Bio- und nachhaltigen Produkten auf hohem Niveau. Die Bio-Umsätze stiegen um mehr als 12 Prozent. Auch das Plant-based-Segment – insbesondere pflanzliche Molkerei-Alternativen – wuchs um über 12 Prozent.
Besonders stark entwickelte sich die Bio-Eigenmarke Natura. Sie legte insgesamt um fast 22 Prozent zu, im Zustellgeschäft sogar um 28 Prozent. Getragen wurde das Wachstum unter anderem durch institutionelle Großaufträge und erfolgreiche Teilnahmen an öffentlichen Ausschreibungen. Von den 325 Natura-Artikeln stammt rund die Hälfte aus Österreich.
Investitionen und Standortpolitik
Transgourmet investierte 2025 rund 50 Millionen Euro in strategische Projekte und die Weiterentwicklung des Unternehmens. Für 2026 ist ein weiterer mittlerer zweistelliger Millionenbetrag vorgesehen. Ein Schwerpunkt ist der Bau eines neuen Zustellstandorts in Innsbruck-Kematen, der im Herbst 2026 eröffnet werden soll. Damit will das Unternehmen seine Position im Westen Österreichs stärken und die stark wachsende Tourismus- und Gastronomieregion gezielt bedienen.
Gleichzeitig wurde das geplante Projekt Wien-West endgültig aufgegeben. Das ursprünglich als CO₂-neutral konzipierte Vorhaben hätte laut Unternehmensangaben rund 250 Arbeitsplätze geschaffen. Stattdessen wurden bestehende Standorte weiterentwickelt: In Salzburg-Wals wurde ein neues Logistikzentrum eröffnet, in Wörgl wurde der seit 2022 zugehörige Großhändler Riedhart in Transgourmet integriert. In Kärnten übernahm Transgourmet den Kundenstock von Eurogast Legro.
Nachhaltigkeit als wirtschaftlicher Faktor
Transgourmet verweist auf umfangreiche Investitionen in Nachhaltigkeit, unter anderem in Österreichs größte E-LKW-Flotte sowie moderne Klimatechnik. Der Energieaufwand konnte dadurch 2025 deutlich gesenkt werden, was eine Einsparung im sechsstelligen Euro-Bereich brachte. Für sein Engagement wurde das Unternehmen als erster heimischer Lebensmittel-Großhändler mit der EcoVadis-Bronze-Medaille ausgezeichnet.
Ausblick 2026: Preiseinstieg, Frische und Convenience
Auch 2026 bleibt das Marktumfeld herausfordernd. Transgourmet erwartet eine Fortsetzung der Nachfrage nach preisgünstigen und zeitsparenden Produkten. Das Eigenmarkensegment soll weiter ausgebaut werden, insbesondere im Preiseinstiegsbereich und im Segment Fleisch.
Zudem rückt „intelligente Convenience“ stärker in den Fokus. Unter der Marke Smart Cuisine bietet Transgourmet Lösungen an, die einzelne Verarbeitungsschritte übernehmen und damit dem Fachkräftemangel entgegenwirken sollen.
Trotz Kostendruck hält das Unternehmen an einem umfassenden Bio- und Nachhaltigkeitssortiment fest. Ziel sei es, der Gastronomie die gesamte Bandbreite an Qualitäts- und Preisstufen aus einer Hand anzubieten – von kostenbewussten Lösungen bis zu hochwertigen Bio-Produkten aus heimischer Landwirtschaft.
Transgourmet Österreich betreibt 13 kombinierte Abhol- und Zustellstandorte sowie vier Cash&Carry-Märkte. Zum Unternehmen gehören zudem die Kaffeerösterei JAVAREI, der Wein- und Getränkefachgroßhandel Transgourmet Trinkwerk, die Premiummarke Transgourmet Cook sowie der Ethno-Spezialist Gastro Profi. Mit rund 2.200 Mitarbeitenden erzielte Transgourmet 2025 einen Jahresumsatz von 910 Millionen Euro.