Handwerk mit Haltung
Als das Wiener Rösthaus im Jahr 2013 im Wiener Prater gegründet wurde, war das Konzept ebenso mutig wie konsequent. In einer Stadt mit weltberühmter Kaffeehauskultur waren handwerkliche Röstereien lange kaum sichtbar, obwohl Wien mit der Wiener Röstung über eine eigenständige, historisch gewachsene Rösttradition verfügt.
„Für uns ist Kaffee kein Produkt, sondern ein kulturelles Erbe“, sagt Silvia Maino, Geschäftsführerin des Wiener Rösthauses. Gemeinsam mit Helmut Brem entstand ein Betrieb, der handwerkliche Präzision mit einer klaren Haltung zur Kaffeekultur verbindet.
Bewusste Größe, kontrollierte Qualität
Jährlich verarbeitet das Wiener Rösthaus rund 15 bis 20 Tonnen Rohkaffee. Eine Größenordnung, die bewusst gewählt ist, um Qualität, Kontrolle und Sorgfalt zu gewährleisten. Verarbeitet werden ausschließlich hochwertige Arabica-Bohnen, jede Sorte wird sortenrein geröstet.
Die Röstung erfolgt nach der traditionellen Wiener Langzeitröstung. Je nach Bohne dauert der Röstprozess zwischen 13 und 17 Minuten. Niedrige Temperaturen und eine behutsame Führung sorgen dafür, dass die feinen Aromen erhalten bleiben und der Kaffee besonders bekömmlich ist.
Herkunft als Qualitätsmerkmal
Das Sortiment reicht von klassischen Herkunftsländern wie Äthiopien, Kolumbien und Brasilien bis zu besonderen Ursprüngen aus Bali, Thailand oder der Dominikanischen Republik. Die Bohnen stammen teils von langjährigen Importpartnern in Italien, Deutschland und den Niederlanden, teils aus direkten Kooperationen mit Farmen und Kooperativen in Peru, Guatemala, Thailand und Bali.
Ein besonderer Fokus liegt auf sogenannten Microlots. Diese streng limitierten Kleinchargen stammen aus klar definierten Parzellen und zeigen, wie differenziert Kaffee schmecken kann, wenn Herkunft, Ernte und Röstung präzise zusammenspielen. Saisonabhängig umfasst das Sortiment rund zwölf Standardsorten, etwa acht Spezialitäten sowie sechs bis acht Microlots.
Wiener Kaffeekultur als gelebte Praxis
In einer Stadt, die wie kaum eine andere vom Kaffee geprägt ist, versteht das Wiener Rösthaus Kaffeekultur nicht als museale Tradition, sondern als lebendigen Teil des Alltags. „Die Bohnen gibt es zum Mitnehmen, den Kaffee zum Genießen bei uns“, so Maino. Damit wird Kaffeekultur vor Ort erlebbar – als Zusammenspiel aus Handwerk, Geschichte und zeitgemäßem Genuss.
Wiener Rösthaus im Prater
Straße des 1. Mai, Parzelle 80/2
1020 Wien
Öffnungszeiten
Montag bis Freitag: 9–17 Uhr
Samstag und Sonntag: 9–17 Uhr




